Wiedersehen

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Emanuel Geibel: Wiedersehen (1833)

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Ich schritt mit meinem schönen Kinde
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Den Fluß hinab im Morgentau,
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Das Schilfrohr wogte sacht im Winde,
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Die Wasser glänzten still und blau.

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Erst gestern war aus weiter Ferne
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Ich heimgekehrt nach manchem Jahr,
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Doch war mit mir gleich einem Sterne
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Ihr Bild gezogen immerdar.

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Und ob im Lande der Zypressen
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Manch dunkles Auge mich gebannt;
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Des blauen hatt' ich nie vergessen,
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Das, als ich schied, in Tränen stand.

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Und jetzt gedacht' ich's ihr zu sagen,
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Wie lieb sie mir von Herzensgrund;
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Allein ein nie gekanntes Zagen
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Verschloß mir, wie ich ging, den Mund.

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Auch sie ließ stumm das Köpfchen hangen,
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Das sonst so munter umgeschaut;
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Doch lag's wie Glut auf unsern Wangen,
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Und unsre Herzen pochten laut.

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Und als zum Lindenborn wir kamen,
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Der unsrer Kindheit Spiel gekannt,
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Nur leise nannt' ich ihren Namen
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Und drückte fester ihre Hand.

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Da überkam sie's: all mein Sehnen
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War plötzlich wortlos ihr bewußt,
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Und heiß beströmt von sel'gen Tränen
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Barg sie das Haupt an meiner Brust.

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Der Frühling ließ Maiblumendüfte
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Herüberwehn vom Waldeshang,
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Und über uns im Blau der Lüfte
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War nichts als Glanz und Lerchensang.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Emanuel Geibel
(18151884)

* 17.10.1815 in Lübeck, † 06.04.1884 in Lübeck

männlich, geb. Geibel

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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