Kurt von Wyl

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Emanuel Geibel: Kurt von Wyl (1833)

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Gegangen war ich zum grünen Hag,
2
Da Mittag über den Wipfeln lag:
3
Das Harz troff aus der Fichte wund,
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Die Schlange sonnte sich still am Grund.

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Ich beugte mich über Sankt Albans Quell,
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Der schoß aus dem Felsen frisch und hell,
7
Mit weißer Hand den Sprudel ich fing
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Und netzte mir Stirn und Lockenring.

9
Und als ich trank die kühle Flut,
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Urplötzlich wallte mir das Blut;
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Der Vögel Gruß verstand ich bald,
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Und was sie sangen im ganzen Wald.

13
Sie flogen und hüpften von Ast zu Ast
14
Und sangen nur eins ohne Ruh' und Rast,
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Nur eines, das mir baß gefiel:
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»der schönste Mann ist Kurt von Wyl.«

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O Klingen, o Singen so wundersam!
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Nicht weiß ich, wie aus dem Wald ich kam;
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Mein Trutz und Lachen ist all dahin,
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Mir will das Lied nicht aus dem Sinn.

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Ich hör' es, wenn ich die Spindel dreh',
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Und wenn ich am Herd in die Flammen seh',
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Im Glockenklang, im Reigenspiel:
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»der schönste Mann ist Kurt von Wyl.«

25
O Kurt von Wyl, und merkst du es nicht
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An meinem glühenden Angesicht,
27
Und siehst du es nicht an den Augen mir an,
28
Daß ich weiß, was da singen die Vögel im Tann?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Emanuel Geibel
(18151884)

* 17.10.1815 in Lübeck, † 06.04.1884 in Lübeck

männlich, geb. Geibel

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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