Schöne Tage

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Emanuel Geibel: Schöne Tage (1833)

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O wie segn' ich euch, ihr Tage,
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Die ihr reich und reicher blühend
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Still durch Hain und Garten wandelt!
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O wie segn' ich euch, ihr blauen,
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Duft'gen, tiefgestirnten Nächte!
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O wie segn' ich dich, o Erde,
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Die zu solchem Glück mich nährte,
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Dich, o Himmel, den ich atme!

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Ach, schon wähnt' ich fast erkaltet
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Dieses Herz und wollte männlich
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Mit dem schwer erkauften Schatze,
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Mit der Weisheit, mich bescheiden.
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Seht, da bringt ihr, wie des Frühlings
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Milde Sonne rosig aufglüht,
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Bringt noch einmal mit den Blumen
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Alle Füllen der Empfindung,
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Heiße Tränen, junge Lieder;
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Und, mir selbst ein selig Wunder,
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Wieder leb' ich Liebesleben.

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Wenn ich Glücklicher nun abends
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Arm in Arm mit der Geliebten
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Über stille Felder schreite,
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Daß der Halbmond hold verschlungen
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Unser Bild am Boden schattet,
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Wenn wir dann am Wald uns ruhen,
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Und in kühler Silberdämmrung
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Hundert Frühlingsstimmen fluten,
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Und ich näher noch und lieber
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Meines Mädchens Herzschlag höre:
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Wie vermag ich's da zu fassen,
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Was mir in der Seele singet!
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Mit des Dankes feuchtem Auge
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Blick' ich um zur reichen Erde,
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Blick' ich auf zum schönen Himmel,
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Und den Segen, den ich leise
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Sprechen möcht' auf Erd' und Himmel,
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Küss' ich endlich süßverworren
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Stumm auf die geliebten Lippen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Emanuel Geibel
(18151884)

* 17.10.1815 in Lübeck, † 06.04.1884 in Lübeck

männlich, geb. Geibel

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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