Mein Weg

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Emanuel Geibel: Mein Weg (1833)

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Ich hör' es wohl, es rufen die Partein:
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»komm her und woll' uns endlich angehören!
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Der rüst'ge Harfner sei zu unsern Chören
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Und schling als Kranz dein Lied um unsern Wein!«

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Mein ewig Echo bleibt ein ruhig: »Nein!«
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Denn zu der Fahnen keiner kann ich schwören;
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Den Gott im Busen darf kein Schlagwort stören,
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Ich folge meinem

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Dem Wandrer bin ich gleich am Felsenhang,
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Dem schroff die Wand sich türmt zur rechten Seite,
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Zur Linken braust der See mit dumpfem Klang.

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Doch rühr' ich fromm die Saiten, wie ich schreite,
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Und oftmals will's mir dünken beim Gesang,
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Daß mich wie Kaiser Max ein Engel leite.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Emanuel Geibel
(18151884)

* 17.10.1815 in Lübeck, † 06.04.1884 in Lübeck

männlich, geb. Geibel

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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