Fahr wohl

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Emanuel Geibel: Fahr wohl (1833)

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Den letzten Becher bring' ich dir,
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Du schöner, fremder Strand!
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Ach, bitter wird das Scheiden mir,
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Als wär's mein Heimatland.
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Fahr wohl, fahr wohl! Im Segel ruht
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Der Wind und treibt sein Spiel,
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Und rauschend furcht die grüne Flut
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Der Barke scharfer Kiel.

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Die Sonne sinkt ins Inselmeer,
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Die Luft glüht rosenrot -
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Dort schimmert noch das Fenster her,
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Wo sie mir Abschied bot.
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Wie gern, wie gern, du holdes Kind,
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Hätt' ich bei dir gesäumt!
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Umsonst, auch dieser Traum zerrinnt
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Und war so schön geträumt.

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Das ist das Leben: Kommen, Gehn,
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Treiben in Wind und Flut;
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Fortziehn auf Nimmerwiedersehn,
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Wenn kaum wir sanft geruht;
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Geliebt sein und vergessen sein,
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Selbst lieben - still! - Mir deucht,
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Es blendet mich der Abendschein,
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Mir wird die Wimper feucht.

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Vorbei! vorbei! Die Träne fällt;
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Vorbei so Lust als Schmerz!
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Und wieder einsam in der Welt
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Schlägt nun dies wilde Herz!
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Sei's drum! - Des Mondes erster Strahl
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Beglänzt das Meer in Pracht;
31
Die Küste flieht - zum letztenmal,
32
Mein Mädchen, gute Nacht!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Emanuel Geibel
(18151884)

* 17.10.1815 in Lübeck, † 06.04.1884 in Lübeck

männlich, geb. Geibel

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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