5. Die Küsse

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Emanuel Geibel: 5. Die Küsse (1833)

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In Saloniki war es nicht,
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Nicht war's im schmucken Städtchen,
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Im armen Wlachenlande liebt'
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Ich einer Witwe Mädchen.

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Jetzt schmücke, Mutter, schmück' das Haus
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Und schmücke deinen Garten!
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Die Tochter dein so hold und fein
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Soll mich als Braut erwarten.

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Sie hat die Lippen rosenrot
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Gefärbt mit rotem Scheine;
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Ich neigte mich und küßte sie
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Und färbte auch die meinen.

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In dreien Flüssen wusch ich sie
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Und färbte rot die Flüsse
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Und färbte rot das Meer dazu
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Durch ihre roten Küsse.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Emanuel Geibel
(18151884)

* 17.10.1815 in Lübeck, † 06.04.1884 in Lübeck

männlich, geb. Geibel

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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