An Ernst Curtius

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Emanuel Geibel: An Ernst Curtius (1833)

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Wer hat der Sorge je sein Herz verschlossen?
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Und flöhn wir zu des Poles eis'gen Strecken,
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Sie würde dort auch uns vom Lager schrecken,
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Wenn auf die Wimper kaum sich Schlaf ergossen.

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Wir sehn von hellem Kerzenglanz umflossen
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Sie flattern an des Prunksaals goldnen Decken;
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Dem Schiffer folgt sie durch das Meer, dem kecken,
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Den Reiter holt sie ein auf flücht'gen Rossen.

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Drum suche nicht, ihr töricht zu entfliehen,
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Mit Lächeln wolle das Geschick versöhnen,
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Da keinem noch ein reines Glück gediehen.

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Doch kannst du dich der Klage nicht entwöhnen,
13
So reife sie zum Lied, der dir verliehen,
14
Der leise Hauch der griechischen Kamönen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Emanuel Geibel
(18151884)

* 17.10.1815 in Lübeck, † 06.04.1884 in Lübeck

männlich, geb. Geibel

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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