36.

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Emanuel Geibel: 36. (1833)

1
Das ist's, was an der Menschenbrust
2
Mich oftmals läßt verzagen,
3
Daß sie den Kummer wie die Lust
4
Vergißt in wenig Tagen.

5
Und ist der Schmerz, um den es weint,
6
Dem Herzen noch so heilig -
7
Der Vogel singt, die Sonne scheint,
8
Vergessen ist er eilig.

9
Und war die Freude noch so süß -
10
Ein Wölkchen kommt gezogen,
11
Und vom geträumten Paradies
12
Ist jede Spur verflogen.

13
Und fühl' ich das, so weiß ich kaum,
14
Was weckt mir tiefern Schauer,
15
Daß gar so kurz der Freude Traum,
16
Oder so kurz die Trauer?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Emanuel Geibel
(18151884)

* 17.10.1815 in Lübeck, † 06.04.1884 in Lübeck

männlich, geb. Geibel

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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