Zwei Könige saßen auf Orkadal

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Emanuel Geibel: Zwei Könige saßen auf Orkadal Titel entspricht 1. Vers(1833)

1
Zwei Könige saßen auf Orkadal,
2
Hell flammten die Kerzen im Pfeilersaal.

3
Die Harfner sangen, es perlte der Wein,
4
Die Könige schauten finster drein.

5
Da sprach der eine: »Gib mir die Dirn'!
6
Ihr Aug' ist blau, schneeweiß ihre Stirn.«

7
Der andre versetzte in grimmem Zorn:
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»mein ist sie und bleibt sie, ich hab's geschworn.«

9
Kein Wort mehr sprachen die Könige drauf,
10
Sie nahmen die Schwerter und stunden auf.

11
Sie schritten herfür aus der leuchtenden Hall';
12
Tief lag der Schnee an des Schlosses Wall.

13
Es sprühten die Fackeln, es blitzte der Stahl -
14
Zwei Könige sanken auf Orkadal.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Emanuel Geibel
(18151884)

* 17.10.1815 in Lübeck, † 06.04.1884 in Lübeck

männlich, geb. Geibel

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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