Klagen eines Volksstammes

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August von Platen: Klagen eines Volksstammes (1815)

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Ich hatte manchen wackern Sohn,
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Der liegt nun auf der Bahre;
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Er starb für Vaterland und Thron,
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Die mir verhießen großen Lohn:
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Ich wartete fünfzehn Jahre.

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Doch nimmer kam der Tag herbei,
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Zu gründen meine Rechte:
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Des Fürsten Rat, von Eiden frei,
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Verriet mich an die Mongolei
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Und stempelte mich zum Knechte!

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Da ward mit allzu keckem Mut
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Ein Bund geschlossen eilig,
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Besiegelt auch durch Griechenblut:
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Meineide galten ihm für gut,
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Ja, Tyrannei für heilig!

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O Fürst, an eignem Volke reich,
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Was kümmern dich Kalmücken?
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Gehuldigt hätte dir sogleich
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Vor Jahren einst das Deutsche Reich;
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Nun kehrt es dir den Rücken.

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Du konntest schlichten jeden Streit
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Auf daß die Freiheit siege;
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Nun aber drohn, durch dich entzweit,
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Dem Vaterland Zerrissenheit
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Und dreißigjährige Kriege.

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Wohl sahn in fünfzehn Jahren wir
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Geschehn so viele Zeichen,
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Und jedes rief: O folge mir!
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Doch kräftiger schien die Knute dir
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Als Stäbe deutscher Eichen!

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Der Bund, den jedes Herz verwarf,
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Wie lange soll er währen?
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Wenn fürder ich nicht klagen darf,
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So mach ich meine Klinge scharf
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Und trockne meine Zähren.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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August von Platen-Hallermünde
(17961835)

* 24.10.1796 in Ansbach, † 05.12.1835 in Syrakus

männlich, geb. von Platen-Hallermund

| Cholera

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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