Dein Lied erweckt mir langeverwehte Zeit

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August von Platen: Dein Lied erweckt mir langeverwehte Zeit Titel entspricht 1. Vers(1832)

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Dein Lied erweckt mir langeverwehte Zeit,
2
Als Heidelbergs pfalzgräfliche Burg (Es hat
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Ein fremder Bluthund einst zerstört sie)
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Uns in verwilderte Schatten einlud.

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Du rufst in Heimatsgegenden mich zurück,
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Wo ach! Verwirrung brütet, und innerhalb
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Der Mauern Ilions und auswärts
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Sündiget blinde Begier. Du rufst mich

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An Goethes Grab. Gern werf ich den schönsten Zweig
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Auf seine Ruhstatt! Sanfterer Tage Sohn,
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Und selbst als Greis noch liebetändelnd,
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Wußt er die mächtige Brust zu zähmen,

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Eintauschend Weisheit für die Begeisterung:
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Nicht dies gelingt mir! Jeglicher Puls in mir
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Wallt feurig auf; nicht bloße Töne,
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Funken entsprühn der bewegten Leier!

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Nicht kann ich harmlos mich in die Pflanzenwelt
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Einspinnen, anschaun kantigen Bergkristall
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Sorgfältig, Freund! Zu tief ergreift mich
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Menschlichen Wechselgeschicks Entfaltung.

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Längst ist der Brust ehrgeiziger Trieb entflohn,
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Der Jugend Erbteil; aber wofern mir soll
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Annahn der Ruhm, mag Hand in Hand er
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Gehn mit dem prüfenden Todesengel!

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Von dieser Zeit Parteiungen hoff ich nichts;
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Doch wann ich darf ausruhen, wie Goethe ruht,
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Dann sein mir auch spätreife Kränze
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Auf den versinkenden Sarg geworfen.

29
Ich lebe ganz bei Künftigen, halb nur jetzt:
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Nicht bloß ein Zierat müßigem Zeitvertreib
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Sei meine Dichtkunst, nein – sie gieße
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Tauigen Glanz in die welke Blume!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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August von Platen-Hallermünde
(17961835)

* 24.10.1796 in Ansbach, † 05.12.1835 in Syrakus

männlich, geb. von Platen-Hallermund

| Cholera

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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