Reichen Hausrats goldener Prunk erzähle

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August von Platen: Reichen Hausrats goldener Prunk erzähle Titel entspricht 1. Vers(1828)

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Reichen Hausrats goldener Prunk erzähle
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Jenes Manns Glorreichsten Moment der Nachwelt,
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Jenes Manns, der kaum in der Gruft, und doch schon
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Lange dahin scheint.

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Denk ich sein jetzt, dessen ich kaum gedachte,
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Als ich jüngst, bloß wenige Tage sind es,
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Schaute, durch Herbstnebel hindurch, Marengos
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Düsteres Blachfeld?

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Ach, es stand damals in der Jahre schönstem
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Mai der Held! Mißtrauischer Sorge fremd noch,
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Frug er noch, was rühmlicher sei, die Krone,
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Oder der Lorbeer?

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Beide flocht tollkühn er in eins! Emporschlug
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Seines Glücks aufsteigender Dampf, wie Abels:
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Siege, Herrschaft über die Erde, höchstes
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Friedliches Bündnis!

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Große Nacht, doch schwanger an jedem Unheil,
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Als des Ruhms Brautbette bestieg die blonde
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Tochter Habsburgs; aber mit ihr des Schicksals
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Mächtiger Neuling!

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Horch! Die sonst mordsprühenden Feuerschlünde
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Künden jetzt bloß zärtlichen Vaterjubel,
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Und das Volk weiht freudeberauscht die goldne
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Wiege der Fürstin.

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Aber ach! Kein Wiegengesang der Liebe,
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Waffenlärm schlug hart an das Ohr des Säuglings:
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Eine Welt, schon lagert sie sich um seine
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Tragische Kindheit.

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Todesbleich steht zwischen Gemahl und Vater,
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Bietend stets, den keiner ergreift, den Ölzweig,
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Noch im Flor zartblühender Jugend, hülflos,
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Flehend und hülflos

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Sie, die Zier weitherrschenden Throns, von dem nun
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Steigt herab ihr zagender Fuß bescheiden:
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Wer verlor je stolzere Güter? Wer hat
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Mehr zu verlieren?

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Weib des stets Siegreichen, so vieler Cäsarn,
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Welche Karls Reichsapfel und Zepter trugen,
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Enkelin, (weh, Alles umsonst!) so vieler
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Könige Schwägrin!

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Mag verklärt nun oder umwölkt die Sonne
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Leuchten, mag was immer geschehn, es füllt ja
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Nie ein Herz mehr, dem so gering die Welt scheint,
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Alles so tief liegt!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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August von Platen-Hallermünde
(17961835)

* 24.10.1796 in Ansbach, † 05.12.1835 in Syrakus

männlich, geb. von Platen-Hallermund

| Cholera

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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