Der Tod des Carus

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

August von Platen: Der Tod des Carus (1830)

1
Mutig stand an Persiens Grenzen Roms erprobtes Heer im Feld,
2
Carus saß in seinem Zelte, der den Purpur trug, ein Held.

3
Persiens Abgesandte beugten sich vor Roms erneuter Macht,
4
Flehn um Frieden an den Kaiser; doch der Kaiser wählt die Schlacht.

5
Kampfbegierig sind die Scharen, die er fern und nah beschied,
6
Durch das Heer, aus tausend Kehlen, ging das hohe Siegeslied:

7
Weh den Persern, Römer kommen, Römer ziehn im Flug heran,
8
Rächen ihren Imperator, rächen dich, Valerian!

9
Durch Verrat und Mißgeschick nur trugst du ein barbarisch Joch;
10
Aber, starbst du auch im Kerker, deine Rächer leben noch!

11
Wenn zu Pferd stieg Artaxerxes, ungezähmten Stolz im Blick,
12
Setzte seinen Fuß der König auf Valerians Genick.

13
Ach, und Rom in seiner Schande, das vordem die Welt gewann,
14
Flehte zum Olymp um einen, flehte nur um Einen Mann!

15
Aber Männer sind erstanden, Männer führen uns zur Schlacht:
16
Scipio, Marius und Pompejus sind aus ihrem Grab erwacht!

17
Unser Kaiser Aurelianus hat die Goten übermannt,
18
Welche deinen Wundertempel, Ephesus, zu Staub verbrannt.

19
Unser Kaiser Aurelianus hat die stolze Frau besiegt,
20
Welche nun im stillen Tibur ihre Schmach in Träume wiegt.

21
Probus führte seine Mauer durch des Nordens halbe Welt,
22
Neun Germanenfürsten knieten vor dem römischen Kaiserzelt.

23
Carus, unser Imperator, sühnt nun auch die letzte Schmach,
24
Geht mit Heldenschritt voran uns, Heldenschritte folgen nach.

25
So der Weihgesang. Und siehe, plötzlich steigt Gewölk empor,
26
Finsternis bedeckt den Himmel, wie ein schwarzer Trauerflor.

27
Regen stürzt in wilden Güssen, grausenhafter Donner brüllt,
28
Keiner mehr erkennt den Andern, Alles ist in Nacht verhüllt.

29
Plötzlich zuckt ein Blitz vom Himmel. Viele stürzen bang herbei,
30
Denn im Zelt des Imperators hört man einen lauten Schrei.

31
Carus ist erschlagen! Jeder tut auf Kampf und Wehr Verzicht,
32
Und es folgt des Heers Verzweiflung auf die schöne Zuversicht.

33
Alle fliehn, das Lager feiert, wie ein unbewohntes Haus,
34
Und der Schmerz der Legionen bricht in laute Klagen aus:

35
Götter haben uns gerichtet, Untergang ist unser Teil;
36
Denn des Kapitols Gebieter sandte seinen Donnerkeil!

37
Untergang und Schande wälzen ihren uferlosen Strom:
38
Stirb und neige dich, o neige dich zu Grabe, hohes Rom!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Dieser Text könnte aus folgender Literaturepoche stammen:

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

August von Platen-Hallermünde
(17961835)

* 24.10.1796 in Ansbach, † 05.12.1835 in Syrakus

männlich, geb. von Platen-Hallermund

| Cholera

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.