In eines Quells Kristall, den sich ein Hirsch erwählte

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Jean de La Fontaine: In eines Quells Kristall, den sich ein Hirsch erwählte Titel entspricht 1. Vers(1658)

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In eines Quells Kristall, den sich ein Hirsch erwählte
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Als Spiegelglas, sah er und lobte voller Preis
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Die Schönheit des Geweihs.
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Was um so mehr ihn quälte,
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Das war die Dünnheit seiner Beine,
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Die man im Wasser fast verschwinden sah.
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Er stand in eitler Selbstbetrachtung da,
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Zufrieden bis auf dieses eine,
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Daß ihm sein Beinwerk keine Ehre mache.
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»welch dumme Sache,«
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So sprach er, »daß solch stolzes Haupt,
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Das Astwerk trägt, als hätt ich einen Baum beraubt,
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Auf spindeldürren Beinen leben muß!«
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Indem er also klagte voll Verdruß,
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Kommt wild ein Jagdhund angeschnaubt.
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Er will sich retten, flüchtet in das Waldrevier.
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Doch sein Geweih – verhängnisvolle Zier –
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Hält jeden Augenblick ihn auf,
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Den Dienst verhindernd, den die Beine leisten wollen,
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Die ihm durch schnellen Lauf
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Das Leben retten sollen.
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Da widerrief er und verwünschte laut die Gaben,
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Die ihm der Himmel jährlich neu gebracht.

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Schönheit besticht; was nützt, das läßt man außer acht.

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Und doch wird Schönes oft Verderben für uns haben.

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Dem Hirsch mißfällt sein Bein, das ihn behende macht,

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Ein Hemmnis, sein Geweih, preist er voll Unbedacht.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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