Der Laudachsee

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Nikolaus Lenau: Der Laudachsee (1834)

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Laß meiner Einsamkeit das Angedenken
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Der schönsten Stunden jetzt vorüberziehn,
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Die mir das Erdenleben durfte schenken,
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Geist der Natur! der öden Gegenwart entfliehn
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Und in Erinnerungen mich versenken,
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Zeig mir den See im stillen Felsentale,
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Von Schilf und Wald die Ufer rings umsäumt,
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Der Felsenhäupter Glühn im Abendstrahle,
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Den Rasensitz, wo ich so süß geträumt.
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Komm du auch, meine Freundin Phantasie,
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Erweck mir Echos Geisterchöre
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In dieser Heimat der Melancholie,
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Daß ich durch sie jetzt alles wieder höre,
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Was damals wie aus schönern Welten mir erklang
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Und in die tiefste Seele drang.
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Begraben will ich in des Sees Gruft
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Und ihrer Dunkelheit vertrauen meine Leiden,
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Ob dann die Zeit auch wieder wach sie ruft;
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Nie wird mein Herz von dieser Stelle scheiden,
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Wo einst so schöne Stunde mir gelacht
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Und überglänzt hat meines Lebens Nacht.
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Wie nun dies Bild vor meiner Seele schwebt,
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Helft mirs zutage fördern, daß es lebt,
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Ihr mächtgen Geister, gebt ihm eure Weihe,
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Daß ihre Sprache auch Natur ihm leihe.
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Vergönnt euch dann ein freundliches Geschick,
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Daß eines Auserwählten warmer Blick
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Befriedigt, angezogen drauf verweilt
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Und im Erkennen die Empfindung teilt,
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Die es beseelt; – dann saget laut,
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Ihr Wald- und Felsenstimmen, was euch ward vertraut.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Nikolaus Lenau
(18021850)

* 13.08.1802 in Lenauheim, † 22.08.1850 in Oberdöbling

männlich, geb. Lenau

österreichischer Schriftsteller (1802-1850)

(Aus: Wikidata.org)

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