An einem Grabe

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Nikolaus Lenau: An einem Grabe (1843)

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Kühl herbstlicher Abend, es weht der Wind,
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Am Grabe der Mutter weint das Kind,
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Die Freunde, Verwandten umdrängen dicht
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Den Prediger, der so rührend spricht.
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Er gedenkt, wie fromm die Tote war,
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Wie freundlich und liebvoll immerdar,
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Und wie sie das Kind so treu und wach
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Stets hielt am Herzen; wie schwer dies brach.
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Daß grausam es ist, in solcher Stund
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Die Toten zu loben, ist ihm nicht kund,
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Der eifrige Priester nicht ahnt und fühlt,
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Wie er im Herzen des Kindes wühlt.
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Es regnet, immer dichter, herab,
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Als weinte der Himmel mit, aufs Grab,
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Doch stört es nicht den Leichensermon,
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Auch schleicht kein Hörer sich still davon.
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Die Tote hört der Rede Laut
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So wenig, als wie der Regen taut,
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So wenig als das Rauschen des Winds,
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Als die Klagen ihres verwaisten Kinds.
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Der Priester am Grabe doch meint es gut,
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Er predigt dem Volk mit Kraft und Glut,
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Verwehender Staub dem Staube,
24
Daß er ans Verwehen nicht glaube.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Nikolaus Lenau
(18021850)

* 13.08.1802 in Lenauheim, † 22.08.1850 in Oberdöbling

männlich, geb. Lenau

österreichischer Schriftsteller (1802-1850)

(Aus: Wikidata.org)

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