Mischka an der Theiss

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Nikolaus Lenau: Mischka an der Theiss (1834)

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In dem Lande der Magyaren,
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Wo der Bodrog klare Wellen
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Mit der Tissa grünen, klaren,
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Freudig rauschend sich gesellen,
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Wo auf sonnenfrohen Hängen
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Die Tokayertraube lacht:
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Reiten lustig mit Gesängen
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Drei Husaren in der Nacht.
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Und der Fischer, der die leisen
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Netze warf im Mondenstrahl,
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Hört vergnügt die Heldenweisen
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Klingen weithin durch das Tal,
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Höret durch des Liedes Pausen
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Hellen Schlag von Rosseshufen
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Und des Stromes Wellen brausen
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Und das Echo ferne rufen.
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Bald entschwunden sind die Lieder
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Und der Waffen heller Schein,
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Und es hört der Fischer wieder
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Rauschen nur den Strom allein.
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»haben doch ein schönes Leben,
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Diese flüchtigen Husaren!
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Zwischen Freuden und Gefahren
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Hoch zu Rosse hinzuschweben,
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Jubelnd in die Schlacht zu fliegen
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Und zu sterben oder siegen
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Für das Vaterland, den König!
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Ach, dem Fischer ziehn die Tage
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Mit dem dumpfen Wellenschlage
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Arm vorüber und eintönig!«
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Also denkt in stillem Sinnen
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Dort der Fischer trübgemut,
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Sieht des Stromes muntre Flut
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Mondbestrahlt hinunter rinnen.
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Wie er starret in die Wellen,
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Malt die Sehnsucht ihre Träume
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In die schwanken lichten Räume
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Ihrem nächtlichen Gesellen,
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Und er schaut im Wellentanze
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Kriegesszenen mancherlei,
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Männer ziehn im Waffenglanze,
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Und es rauscht die Schlacht vorbei;
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Und ihm deucht, ob aus den Tiefen
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Fernverworrne Stimmen riefen,
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Kampfgetös, Trommetenklänge,
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Feindesflucht und Siegsgesänge. –
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Und der Fischer träumt noch lange
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Sich ein froh Husarenleben,
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Er vergißt, das Netz zu heben
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Und zu sehn nach seinem Fange. –
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Ferne reiten schon die drei
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In dem Tale von Tokay.
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Sie verstummten allgemach,
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Still für sich ein jeder zieht,
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Lauscht den Stimmen, die das Lied
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Rief in seinem Herzen wach.
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Wie sie reiten, wie sie schweigen
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In dem schönen Tokaytal,
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Bringen Winde Mal auf Mal
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Klänge her von fernen Geigen.
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»zimbalschlag mit Geigenklängen,
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Das ist Mischka, seine Bande!«
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Ruft der eine, und sie sprengen
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Schnell zur Schenk am Tissastrande,
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Von den Rossen abgesprungen
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Sind sie schnell, und klirrend ein
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Treten die drei Reiterjungen:
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»mischka, streiche! Wirt, gib Wein!«
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Manche Geige mag im schönen
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Lande der Magyaren tönen,
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Doch im Land die Geige keiner
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Spielt wie Mischka, der Zigeuner.
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Wohlgefällig trifft des Alten
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Blick die hohen Mannsgestalten,
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Ihre schmucken, schimmerblanken
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Waffen und Husarenputz;
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Auf dem Haupt, voll Kraft und Trutz,
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Federbüsche drohend schwanken.
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Mischka steht von seinem Sitz,
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Schwingt den Wein zum Gruß empor,
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Aus den schwarzen Locken vor
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Fährt ein froher Augenblitz:
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»die Husaren sollen leben!«
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Ruft der Geiger; »Krieg solls geben!«
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Rufen die drei Schwertgenossen,
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Eilen mit ihm anzustoßen.
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»hab in meinen Jugendtagen,
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Denen ich nachhinke jetzt,
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Auch mein Reiterschwert gewetzt,
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Eh die Kugel mich geschlagen,
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Focht in euren tapfern Scharen;
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Mancher Franzmann mußte reisen,
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Dem mein scharf Husareneisen
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Zwischen Leib und Seel gefahren!«
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Also spricht der Mischka heiter
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An die jungen Ungarreiter;
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Drauf er rasch die Geige nimmt,
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Scharfgenau die Saiten stimmt,
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Gibt dem Bogen noch des Harzes,
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Und sein Haar, sein langes, schwarzes,
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Wirft er schüttelnd ins Genick,
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Drückt die Fiedel unters Kinn,
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Und sein dunkler Feuerblick
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Winkt der Bande zum Beginn.
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Mischka voll und langsam zieht
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Ein uraltes Schlachtenlied
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Das vor manchen hundert Jahren
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Klang versunknen Heldenscharen,
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Das mit seiner wilden Klage
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Aufgefacht den Kriegesmut,
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Als die Ungarn ihre Tage
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Tränkten noch mit Türkenblut,
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Als sie speisten ihre Nächte,
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Mit gehäuften Türkenleichen,
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Weil des Wahnes grimme Knechte
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Drohten allen Christenreichen. –
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Schneller brausen jetzt die Töne,
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Kühner Herzen wilde Söhne;
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Ihren ungestümen Reigen
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Führen die verwegnen Geigen,
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Mischkas Geige doch vor allen
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Hört man aus dem Kampfe schallen.
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Und des Zimbals Hämmer pochen,
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Bald wie Sturm hereingebrochen,
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Bald hinsäuselnd durch die Saiten,
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Hörbar kaum, wie nach der Schlacht
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Frühlingswinde in der Nacht
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Durch die Wahlstatt flüsternd gleiten,
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Heiße Todeswunden kühlend,
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Mit dem Haar der Leichen spielend.
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Aber langsam, ernst und trübe
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In der Tiefe wühlt der Baß,
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Ob er dort dem wilden Haß
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Grab an Grab im Boden grübe. –
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Ha! wie tanzen die Husaren,
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Echte Söhne der Magyaren!
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In der Freude Sturmeswogen
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Unaufhaltsam fortgezogen
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Von des Klanges dunkeln Mächten,
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Schwingen sich die Starken, Flinken,
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Hoch die Flasche in der Linken,
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Hoch den Säbel in der Rechten.
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Und den Reitern durch die Kehlen
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Strömt im Tanz das süße Feuer,
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Strömt der herrliche Tokayer,
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Wie das Lied durch ihre Seelen.
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Nach dem Takt der kühnen Weisen
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Klirrt der Sporen helles Eisen,
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Und im Takt des Tanzes singen
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Lassen sie die Säbelklingen.
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Wie sie jetzt die Faust empören,
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Im Gebrauch aus alten Tagen,
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Und beim Schwertzusammenschlagen
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Haß und Tod den Türken schwören!
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Wilder stets Musik erwacht;
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Rasen die Zigeunerleute?
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Werden sie der Übermacht
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Ihres Liedes selbst zur Beute?
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Horch, wie scherzend, horch, wie klagend
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Und das Herz von hinnen tragend,
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Mischkas Wundergeige waltet,
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Durch und durch die Seele spaltet.
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Diese bangen, diese süßen,
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Zauberhaften Töne müssen
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In das Land der Schatten dringen
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Und die Toten wiederbringen.
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Dieses Zittern seiner Saiten
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Ist das Schwanken einer Brücke,
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Drauf zurück zum Erdenglücke
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Sehnsuchtsvoll die Geister schreiten,
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Drauf der Helden Geister wallen,
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Treu der Heimat süßem Drange,
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Die bei dieses Liedes Klange
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In der Vorzeit sind gefallen;
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Und sie schweben und sie schwanken
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Um die Tänzer ungesehen,
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Ihnen an die Stirn zu wehen
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Flammenhelle Schlachtgedanken,
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Sie mit Träumen zu berücken,
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In die Vorwelt zu entzücken.
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Plötzlich stürzen die Husaren
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An den Strand hinaus mit Macht,
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Und sie rasen in die Nacht:
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»wo? wo sind die Türkenscharen?«
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Hauen pfeifend in die Luft;
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Doch kein ›Allah!‹ Antwort ruft.
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Nur die Tissa ist noch munter,
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Zieht dahin mit dumpfem Brausen,
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Und des Ufers Büsche sausen;
190
Friedlich strahlt der Mond herunter.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Nikolaus Lenau
(18021850)

* 13.08.1802 in Lenauheim, † 22.08.1850 in Oberdöbling

männlich, geb. Lenau

österreichischer Schriftsteller (1802-1850)

(Aus: Wikidata.org)

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