Sturmesmythe

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Nikolaus Lenau: Sturmesmythe (1834)

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Stumm und regungslos in sich verschlossen
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Ruht die tiefe See dahingegossen,
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Sendet ihren Gruß dem Strande nicht;
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Ihre Wellenpulse sind versunken,
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Ungespüret glühn die Abendfunken,
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Wie auf einem Totenangesicht.

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Nicht ein Blatt am Strande wagt zu rauschen,
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Wie betroffen stehn die Bäume, lauschen,
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Ob kein Lüftchen, keine Welle wacht?
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Und die Sonne ist hinabgeschieden,
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Hüllend breitet um den Todesfrieden
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Schleier nun auf Schleier stille Nacht.

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Plötzlich auf am Horizonte tauchen
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Dunkle Wolken, die herüberhauchen
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Schwer, in stürmischer Beklommenheit;
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Eilig kommen sie heraufgefahren,
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Haben sich in angstverworrnen Scharen
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Um die stumme Schläferin gereiht.

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Und sie neigen sich herab und fragen:
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›lebst du noch?‹ in lauten Donnerklagen,
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Und sie weinen aus ihr banges Weh.
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Zitternd leuchten sie mit scheuem Grauen
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Auf das stille Bett herab und schauen,
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Ob die alte Mutter tot, die See?

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Nein, sie lebt! sie lebt! der Töchter Kummer
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Hat sie aufgestört aus ihrem Schlummer,
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Und sie springt vom Lager hoch empor:
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Mutter – Kinder – brausend sich umschlingen
29
Und sie tanzen freudenwild und singen
30
Ihrer Lieb ein Lied im Sturmeschor.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Nikolaus Lenau
(18021850)

* 13.08.1802 in Lenauheim, † 22.08.1850 in Oberdöbling

männlich, geb. Lenau

österreichischer Schriftsteller (1802-1850)

(Aus: Wikidata.org)

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