Held! der in tapfrer Hand verdeckte Keile trägt

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Anna Louisa Karsch: Held! der in tapfrer Hand verdeckte Keile trägt Titel entspricht 1. Vers(1762)

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Held! der in tapfrer Hand verdeckte Keile trägt,
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Biß schlangenförmig hin und wieder
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Sein Blitz die Luft durchfährt, und schnell zur Erde nieder
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Des stolzen Frankreichs Fahnen schlägt.

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O
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Nur einen Augenblick verweil und merk auf mich;
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Und, unter frischen Lorbeerzweigen
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Zu mir herunter neige sich
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Dein offnes Ohr, und höre Klagen!
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Auf einem Schutte sing ich Dir,
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Unaufgeräumt, unabgetragen;
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Ein Tempel Gottes war er einst.
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O Du, der Du nach jedem Siege
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Die Thräne der Erbarmung weinst,
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Und menschlich fühlst im wilden Kriege;
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Empfinde dieser kleinen Stadt
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Zu schwer gewordnen Gram, und höre
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Mich, wegen unsers Gottes Ehre,
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Der prächtig hier gewohnet hat,
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Als von den Umfang hoher Bühnen
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Sein Lobgesang erscholl, und festlich am Altar
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Der ganz mit Gold bezogen war,
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Die Priester standen, dem zu dienen
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Der Deine grosse Seele liebt,
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Und in die Flucht vor Dir, des Feindes Haufen giebt!

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In seinem Namen darf ich kühn Dein Herz beschwören
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Bis es auf diesen Aschenhügel blickt,
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Der übrig blieb, als Glut das Heiligthum verzehren
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In einer Stunde kam
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Der arme Bürgerstand, den itzt der Krieg erdrückt;
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Nichts blieb ihm übrig, als nur schlecht bedecktes Leben,
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Nicht möglich ist ihm aus dem Staub
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Das Gotteshaus empor zu heben;
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Sein Brod, von schwerem Fleiß ihm vor den Mund gegeben,
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Ward oft des schnell zurück gekommnen Feindes Raub,
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Der auch den allerletzten Bissen
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Mit Drohung, und mit Fluch ihm aus der Hand gerissen,
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Und taub bey seinen Klagen blieb,
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Ganz ohne menschliches Gefühle,
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Nur Spott mit seinen Thränen trieb,
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Und drohend nannte den Bellisle,
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Den vormals mit getreuer Hand
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Die Stadt gefangen nahm, und zu Georgens Füssen
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Als Krieges-Opfer ihn gesandt:
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Dis wollt er nun zu rächen wissen,
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Drum hat er seinen Blick in jene Zeit gewandt,
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Und grimmiger gehäuft der armen Bürger Plagen,
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Die, ganz betäubt von Gram, des Feindes Trotz und Spott,
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Dem höchsten Richter, ihrem Gott,
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In einem Bretterhause klagen.

51
O
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Vom Harzgebürg die rauhe Luft
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Herabstürmt an die dünnen Wände,
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Dann zittern dieses Volkes Hände,
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Das hier versammlet ist, und laut zum Himmel ruft:
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Laß Dich bewegen seine Zähre,
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Und gieb nur einen Wink, so wird bey Deinem Heere
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Gesammlet zu dem Bau, daß er von statten geh.
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Der edelmüthige und gut geherzte Britte
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Giebt reichlich, wird belohnt von Gott, der auf der See
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Die Flotten Albions heißt unumschränkt regieren,
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Und ihre Feinde schreckt, daß sie den Muth verlieren,
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Und Insuln giebt in ihre Hand.

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Herr! durch das Lächeln Deiner Blicke,
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Wird jedes Herz mir zugewandt.
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Mein ist die Wohlthat, mein das Glücke,
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Das den Bedrängten wiederfährt,
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Und meine Seele weinet Freuden,
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Wenn Deine Fürstenhuld der armen Stadt gewährt
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Ihr Bethhaus besser einzukleiden,
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Und Glocken auf den Thurn zu ziehn.

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O tausend Herzen werden glühn,
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Für Dich Gelübde thun, sich über Dich ergötzen;
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Und tief in ertzne Tafeln ätzen
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Wird ihre Pflicht mit Künstler Hand:
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»der Feldherr Friederichs, der grosse Ferdinand
77
Ließ diesen Altar baun, und diese Pfeiler setzen.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Anna Louisa Karsch
(17221791)

* 01.12.1722 in Skąpe, † 12.10.1791 in Berlin

weiblich, geb. Karsch

deutsche Dichterin

(Aus: Wikidata.org)

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