Du, welcher nicht mit seiner Wunderkraft

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Johann Georg Jacobi: Du, welcher nicht mit seiner Wunderkraft Titel entspricht 1. Vers(1777)

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Du, welcher nicht mit seiner Wunderkraft,
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Von Pferd und Ritter angegafft,
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Wie Ariosto's Hexenmeister,
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Ein blendend Goldkasteel auf Demantfelsen schafft;
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Der mächtiger, zum Wonnespiel für Geister,
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Was schön und lieblich ist, in Eins zusammen rafft;
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Nicht gröbre Sinne täuscht; die feinern zu entzücken,
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Uns neue Feengärten baut,
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Wo Frühlingsbeete sich mit Purpurtrauben schmücken,
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Herab auf Veilchen Aepfel nicken,
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Im Pomeranzenhain, von Liebeslust bethaut,
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Die Nymphen schwesterlich für eine Götterbraut,
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Beym Griechischen Gesang, am Hochzeitgürtel stricken,
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Und wo, bey aller Kunst, wenn Schäfer Rosen pflücken,
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Natur sich hören läßt im Nachtigallenlaut,
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Obgleich mit schalkhaft ernsten Blicken,
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Indem es ihm gelingt, uns andre zu beglücken,
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Der Künstler dann und wann die Gärten überschaut,
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Und selber nicht dem eignen Werke traut:
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O, komm mit allen Zaubereyen
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Des Witzes und der Phantasie;
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Denn meiner Lieder Melodie
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Kann diesen Nebel nicht zerstreuen,
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Der rund um Haus und Hof und Bach und Nußbaum hängt,
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Und jedem Scherz den Weg verengt!
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Ich rufe dir; versuche du, was nimmer
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Dir noch mißlang; erweck' im düstern Zimmer
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Ein frohes Licht, das uns durch seinen sanften Schimmer
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Die Sonne minder nöthig macht!
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Kannst aber auch in schwarzer Nacht,
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Wenn's dir gefällt, die Scene wählen,
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Und Mordgeschichten uns erzählen
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Von Blitz und Sturm, von Dolch und Kuß,
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Wie man's im Dunkeln hören muß.
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Voll Kindereinfalt im Genuß,
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Versprechen wir, kein Mährchen durchzuklauben,
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Und mehr, als du begehrst, zu glauben.

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Im Grunde zwar ist diese Welt,
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So wie sie Mond und Sonn' erhellt,
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Mit Land und Wasser, Heid' und Korn,
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Und Wald und Berg, und Ros' und Dorn –
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Mit dem, was alles Gott erschuf,
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Vom Zimmerhügel zum Vesuv –
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Mit dem, was Menschenfleiß gethan,
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Von Nankings Thurm aus Porzellan
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Bis zu Aegyptens Pyramiden,
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Und dem, was uns von Krieg und Frieden
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So manche Chronik aufbehält –
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Mit allem dem ist diese Welt,
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So groß und reich, so schön und furchtbar an Geschichten,
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Voll Zeitvertreibs für Weib und Mann,
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Daß einer wohl die Mühe sparen kann,
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Was Neues noch hineinzudichten.
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Und wir, o Freund, die für Natur
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Den reinen Sinn, die hellen Augen haben,
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Ergetzen uns an ihren Gaben,
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Wie jede Wies' und jede Flur
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Sie jährlich trägt; verlangen nur
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Den Apfel, wie der Baum ihn bringt,
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Wenn roth und gelb er durch die Blätter winkt;
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Gebrauchen keinen Zauberpinsel,
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Der ihn mit höhern Farben mahlt.
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Da, wo des Rheins Gebüsch im Purpurglanze strahlt,
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Da steigt vor uns Armida's Insel
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Empor mit jedem Labyrinth;
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Und schüttelt, liebevoll, ein sachter Abendwind
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Den Fittig, naß von Mayenregen,
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Weht er den Wohlgeruch der Wipfel uns entgegen,
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Dann füllen Götter, fern und nah,
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Die Lüfte mit Ambrosia.
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Desgleichen kann, mit blondem Nacken,
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Mit blauem Aug' und Rosenbacken,
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Ein Mädchen, schlank und hold und lieb,
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Obschon es demuthsvoll auf unsrer Erde blieb,
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Und Grazien ihm keinen Gürtel geben,
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Uns von der Erde weg in den Olympus heben,
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Als wäre dort sein Vaterland.

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Am Ende, Freund, ist dir und mir bekannt,
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Daß nicht ein Rasen grünt, geworfen auf den Strand
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Nicht eine Muschel wird, an keines Bächleins Rand
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Um frischen Klee die Bienen schweben,
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Die Mücken tanzen, Spinnen weben,
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Daß nicht ein Fleckchen ist, wo forschender Verstand
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Nicht tausendfache Wunder fand,
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Und Wunder, gegen die, mit unserm Dichtergeist
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Und Allem, was ihm neue Schöpfung heißt,
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Mit Drachen, Nixen, Wasserpferden,
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Mit Hippogrif und Pegasus,
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Dem Göttersaal und Höllenfluß,
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Wir doch, so stolz wir uns geberden,
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Erwägt man's recht, zu Stümpern werden,
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Zu Thoren, die ein Stückchen Welt,
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Durch eine Lampe dargestellt,
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Im Schattenspiel, durch eignen Dünkel zieren,
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Und Mond' und Jahre so verlieren.

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Bekenn' es nur! – Anstatt zu sehn, was sichtbarlich
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Die Knospe theilt, dem Keime sich
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Entwindet, was dem Ey entschlüpft,
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In Teichen schwimmt, als Vogel hüpft;
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Was mit der Stimme Wiederhall
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Den Forst erfüllt; das Leben all,
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Das große Zeugen und Gebähren,
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Das Wärmen, Schützen und Ernähren;
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Der Pflanze Traum, des Thieres Trieb,
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Des Menschen Herz; das Dräuen, Wehren
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Von Männer Muth; des Helden Zähren;
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Des Weibes Schaam und Mutterlieb';
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Und Vaterlandes Reiz, und Heißbegier nach Ruhm:
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Anstatt auf Alles das voll Andacht hinzusehen,
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Mit Wissenslust umher zu gehen
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In Feld und Au, in unserm Eigenthum,
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An dessen Statt verachten wir die Spur
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Der schaffenden, allwaltenden Natur,
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Die Bahn zu echtem Glück, zu bleibendem Gewinnst,
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Verrichten nichts, erfinden, lesen,
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Was unterm Mond und drüber nie gewesen,
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Und flattern um ein Hirngespinnst.

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Indessen, Freund, bey mäßigem Gebrauch
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Ist Phantasie des Dichters auch
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Ein hoher Schatz, ein köstlich Ding,
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Ein Strahl, den himmelab des Menschen Geist empfing,
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Und Gotteskraft, nicht minder als die Kräfte,
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Wodurch sich Meer und Luft bewegt.
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Der Athem, welcher sich auf unsern Hügeln regt,
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Und in die Ranke Lebenssäfte
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Zum Labsal der Betrübten legt,
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Umsäuselt eben so des Dichters Phantasie,
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Und läßt ihr oft das milde Werk gelingen,
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Der Sorgenlast, der Erdenmüh
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Vergessenheit in uns zu bringen,
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Und nach und nach den Schmerz in goldnen Traum zu singen.

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Wohlan, so komm it deiner Feerey:
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O, lehr' uns, jede Wüsteney
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Zum Lustgehölz für uns und andre machen;
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O, lehr' uns, wie durch leichten Mitz
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Hinweg von unserm Freudensitz
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Wir klein' und große Narren lachen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Georg Jacobi
(17401814)

* 02.09.1740 in Düsseldorf, † 04.01.1814 in Freiburg im Breisgau

männlich, geb. Jacobi

deutscher Dichter und Publizist

(Aus: Wikidata.org)

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