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Wohl mag am schönen Nieder-Rhein
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Man jetzt in Künsten hoch erfahren,
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Gelehrt in jedem Dinge seyn,
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Und klüger als vor hundert Jahren,
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Wo mancher Priester vom Latein
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Nichts weiter als die Psalmen konnte,
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Der Junker, neben altem Wein,
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Der Reichsgraf unterm Winter-Dach
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Mit Weib und Kind beym Almanach
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Andächtig, wie sein Pächter, saß,
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Und Diebs- und Mord-Geschichten las,
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Und ob ihm schon, indem es schneyte,
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Sein Autor Donner prophezeyte,
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Den Irrthum alsobald vergaß;
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Und nie zu zweifeln sich vermaß.
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Wohl mag am schönen Nieder-Rhein
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Zu jener Zeit vor hundert Jahren,
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Ein saubres Völkchen, den Barbaren
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Nicht ungleich, Herr und Meister seyn.
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Jedoch behielten sie den Wein
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Im Keller unverfälscht und rein;
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Und so im Herzen ihren Glauben.
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Man setzte jedes nicht auf Schrauben,
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Wie täglich unter uns geschieht;
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Und Wahrheit wurde nicht zum Lied.
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Ach! aber, seit in Dorf und Stadt
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Bey uns der Schwarze keine Klauen,
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Der Wettermacher kein Vertrauen,
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Der Grübler allen Vorrang hat,
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Seitdem verlacht man Höll' und Teufel,
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Geräth am Himmel selbst in Zweifel,
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Kennt nichts Gewisser mehr; und ach!
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Daß lauter Lücken seyn auf Erden,
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So müßen gar im Almanach
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Die Nahmenstage streitig werden.
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Der Uebel ärgstes ist dabey,
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Daß unter solche Zweifeley
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Fast immer sich – die Rede sey
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Vom Sack-Kalender oder Tempel –
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Geheime List und Schelmerey
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Zu bergen pflegt; wie zum Exempel
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Wenn sie, als fordert' es die Pflicht,
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Ob seiner Endigung in us,
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So lange man Kalender schrieb,
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Verschieden war, verschieden blieb,
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Und daß im Reich der Hottentotten
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Sich nur zu gleicher Zeit das Fest
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So redet sie, um dein zu spotten;
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Allein ihr helles Stimmchen mag
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Das ganze Haus zusammenrotten;
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Du feyerst deinen Nahmenstag
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Mit unserm Fürsten Carolus,
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Und jeglichen Kanonen-Schuß,
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Trompeten-Klang und Pauken-Schlag,
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Und jedes festliche Gelag
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Kannst du, gehüllt in Weihrauch-Dunst,
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Zu deiner Ehre sicher nutzen.
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Damit du aber nicht auf Gunst,
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Vielmehr auf Rechte mögest trutzen,
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So haben wir in aller Früh,
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Mit wahrlich nicht geringer Müh,
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Als wär's um Gold und Ordensbänder,
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Vom riesenförm'gen Staats-Kalender,
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Herab bis auf den kleinsten Zwerg
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Von Almanach, dergleichen viel
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Im alten und im neuen Styl,
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Aus manchem Land, aus manchem Stift,
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Mit grober und mit feiner Schrift,
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Mit Reimen und mit Kupferstichen,
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Genau durchblättert und verglichen,
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Und draus ersehen: Daß so klar
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Wie unsre Monden-Zahl im Jahr,
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Das, so bestimmt und ausgemacht,
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Wie Sommer-Tag und Winter-Nacht,
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Wie Frühlings-Anfang und Beschluß,
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Am vierten dieses, Carolus,
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Und Carl, im Festtag', einerley
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Mit Carolin' und Lottchen sey;
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Und fertigen hiermit, zur Steuer
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Der Wahrheit, dieses Document,
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Um dir bis an dein selig End
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Zu sichern deine Nahmens-Feyer.