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Die Geister weichen allgemach,
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Die, gleich den Stürmen hoch am Dach,
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In meinem Kopfe Sabbath hielten,
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Und jämmerlich den Meister spielten;
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Mich hämisch neckten, jung und alt,
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In hundertfältiger Gestalt,
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Mit Horn und Krall' und Pferdefuß,
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Die Geister weichen allgemach
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Zurück in ihre Zauberhöhle;
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Schon wieder fühl' ich in der Seele
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Die Hoffnung und die Freude wach,
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Ergetze mich am Stadt-Getümmel,
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Und in der Fern' am freyen Himmel,
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Am offnen Feld, und am Gemisch
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Des falben Laubes im Gebüsch.
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Mein Auge weilt auf jenen Bäumen,
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Worunter du in süßen Träumen,
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Voll jungfräulicher Sehnsucht, gehst,
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Und stets dich um ein Bildchen drehst
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Von Seligkeit aus obern Welten,
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Von reiner Liebe, die nur selten,
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So rein, wie sie vom Himmel kam,
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In Erden-Hütten Wohnung nahm.
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Durch manchen Irrweg dieses Lebens
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Ging ich, und suchte sie vergebens.
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Da wollt' ich oft im Mondesstrahl
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Mein fein gewebtes Ideal
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Mit allen seinen Herrlichkeiten
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Mir unverdorben nieder leiten;
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Und hat's und drückt' es froh und warm;
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Und ruhig lag's in meinem Arm,
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Bis mir der neue Tag begann,
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Und es im Morgen-Duft zerrann.
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Dann klagt' ich's aller Welt, erschreckte
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Die Nymph' am Bach, den jungen West,
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Vertraut' es jedem Baum und weckte
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Die Vögelchen in ihrem Nest.
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Auf Rosen-Lippen sah ich Trug,
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Und mit den Mädchen wollt' ich hadern;
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Was aber halfs? Zu mächtig schlug
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Die Liebe noch in Herz und Adern;
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Und als die Wiese Veilchen trug,
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Da sah ich lauter Liebes-Flug,
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Sah in der Luft, im Wald, an Quellen
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Sich eins dem andern zugesellen.
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Da war um mich ein Paradies,
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Und jeder Blüthen-Hain verhieß
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Mir gleiche Wonn', und aller Wegen
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Kam ein Geflüster mir entgegen:
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»du Sohn des Staubs, der Himmels-Lust
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Begehrt! Die Hand auf deine Brust!
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Wie leicht, wie schwach, wie voller Mängel!
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Und fordern darfst du einen Engel
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Für deinen Kuß? Genügt's dir nicht,
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Wenn Unschuld noch im Angesicht,
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Im keuschen Gruß, im zarten Neigen,
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Ein Erdentöchterchen, dein eigen
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Zu seyn, gelobt, und Tag und Nacht,
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So wie sein Leben, dich bewacht?
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Das arme Kind! Ein kleiner Fehl
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Wird dann und wann von ihm begangen;
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Doch wird es trauter dich umfangen,
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Wird sonder List und sonder Hehl
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Die Sünde weinend dir bekennen,
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Dich mit den schönsten Nahmen nennen,
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Und, bist du werth, geliebt zu seyn,
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Du findest Wollust im Verzeihn.«
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O du, mit deinen süßen Träumen!
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Käm' unter sanft bewegten Bäumen
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Ein solches Flüstern auch zu dir!
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Wir armen Erden-Söhne, wir
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Sind allesammt, wie unsre Väter,
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Und minder noch aus zartem Aether,
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Aus Geistes-Stoff gebaut, als ihr.
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Gelingt's dem Mädchen dann und wann,
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Sich einen guten, lieben Mann
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In einen Seraph umzukleiden –
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Wie kurz die stolzen Götter Freuden!
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Und wenn er noch so weise spricht,
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Er hält die Engel-Probe nicht.
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Mag er! doch giebt es Männer-Seelen,
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Die Ein Mahl nur ein Liebchen wählen,
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Die fest im Wort, im Bunde wahr,
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In Leid, in Mangel und Gefahr,
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Im Tode selbst unwandelbar,
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Mit ihrem Leben euch beschützen.
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Für euch ist jeder Tropfen Blut;
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Ihr könnt auf ihren stärkern Muth
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Die holde Schwäche ruhig stützen.
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Und mancher ist, der einsam geht,
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Und, wenn er leis' um Liebe fleht,
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Des Mädchens Ahndungen versteht,
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Das, so wie du, ein reines Feuer
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In Männer-Herzen sucht, getreuer
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Als tausende, sich fromm und still
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In Himmels-Unschuld geben will.
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Und wenn er lang umhergeirrt
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Sie lang geweint, am Ende wird
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Das Pärchen sich gewiß begegnen,
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Und er und sie die Stunde segnen,
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Wo in der Träume Vaterland
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Ihr goldnes Bild hinüberschwand,
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Und irdischer, an seiner Stelle,
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Doch schön genug, in trauter Zelle,
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Die Liebe sie auf ewig band.