Sagt, wo sind die Veilchen hin

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Johann Georg Jacobi: Sagt, wo sind die Veilchen hin Titel entspricht 1. Vers(1777)

1
Sagt, wo sind die Veilchen hin,
2
Die so freudig glänzten,
3
Und der Blumen-Königinn
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Ihren Weg bekränzten?
5
»jüngling ach! der Lenz entflieht:
6
Diese Veilchen sind verblüht.«

7
Sagt, wo sind die Rosen hin,
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Die wir singend pflückten,
9
Als sich Hirt' und Schäferinn
10
Hut und Busen schmückten?
11
»mädchen, ach! der Sommer flieht:
12
Diese Rosen sind verblüht.«

13
Führe denn zum Bächlein mich,
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Das die Veilchen tränkte,
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Das mit leisem Murmeln sich,
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In die Thäler senkte.
17
»luft und Sonne glühten sehr:
18
Jenes Bächlein ist nicht mehr.«

19
Bringe denn zur Laube mich,
20
Wo die Rosen standen,
21
Wo in treuer Liebe sich
22
Hirt' und Mädchen fanden.
23
»wind und Hagel stürmten sehr:
24
Jene Laube grünt nicht mehr.«

25
Sagt, wo ist das Mädchen hin,
26
Das, weil ich's erblickte,
27
Sich mit demuthvollem Sinn
28
Zu den Veilchen bückte?
29
»jüngling! alle Schönheit flieht:
30
Auch das Mädchen ist verblüht.«

31
Sagt, wo ist der Sänger hin,
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Der auf bunten Wiesen
33
Veilchen, Ros' und Schäferinn;
34
Laub und Bach gepriesen?
35
»mädchen, unser Leben flieht:
36
Auch der Sänger ist verblüht.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Georg Jacobi
(17401814)

* 02.09.1740 in Düsseldorf, † 04.01.1814 in Freiburg im Breisgau

männlich, geb. Jacobi

deutscher Dichter und Publizist

(Aus: Wikidata.org)

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