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Wenn ein Mädchen unter seinen Schwestern,
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Als die Schönste geht, ihr Busen sanfter schlägt;
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Wenn sie hohe Freuden in dem Blicke trägt,
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Und die Frevler, welche Tugend lästern,
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Durch ein Lächeln widerlegt;
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Wenn ein Dichter eine Welt bekehret,
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Und die Menschen süßen Frieden lehret,
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Süß, wie seiner Leyer Ton;
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O dann hat dem Mädchen und dem Dichter schon,
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In des Lebens ersten Dämmerungen,
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Eine Grazie, die bey der Wiege stand,
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Als die zarte Seele, kaum geboren,
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Sich zu suchen schien, und noch verloren
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In dem ersten, tiefen Traume sich nicht fand.
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Da die zarte Seele schon zu bilden,
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Schuf die Göttin, nach und nach,
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Wo das holde Kind im Schlummer lag,
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Eine kleine Welt von blühenden Gefilden.
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Durch die Silberwolken brach,
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Sanft gemäßiget, der Tag;
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Schöne Träume folgten schönen Träumen;
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Lämmer spielten unter Myrthenbäumen;
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Bey den Lämmern wohnte stille Ruh:
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Fernher sang ihr Lied die Grazie dazu.
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Dunkel zwar dem Mädchen und dem Dichter
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Sind der Kindheit erste Traumgesichter,
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Unverständlich ist das Lied für sie;
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Aber dennoch ihre Seele bilden,
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In der kleinen Welt von blühenden Gefilden,
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Muß des Liedes Harmonie.
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Einst auf Blumen wird das Mädchen liegen,
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Einst auf Blumen, wo im jungen May
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Nachtigallen über ihr sich wiegen;
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Und des Hirten Feldschalmey
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Ruft der Freuden beßres Chor herbey;
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Jedes Blättchen sagt im jungen May
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Lispelnd ihr, wie schön die Unschuld sey.
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Zwischen Hirten, welche Kränze winden,
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Wird der Dichter einst die Weisheit finden;
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Voller Einfalt, so wie die Natur,
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Wie der Himmel, rein, und lachend, wie die Flur.
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Deines Lebens erste Dämmerungen
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Sahen auch, die Grazien, o Freund!
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Und dir haben sie, vereint,
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Voll Unsterblichkeit ein Lied gesungen.
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»nymphen in den Hainen, in den Flüssen!
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Kleine Nymphen, wachset auf mit ihm;
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Spielet um ihn her, und lehrt ihn küssen:
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Denn es wird der Bosheit Ungestüm
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Sich, sobald er singt, zu seinen Füßen
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Unter Blumenketten schmiegen müßen;
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Denn er wird der Tugend Leid versüßen;
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O ihr Nymphen in den Flüssen,
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In den Hainen! lehrt ihn küssen;
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Kleine Nymphen! wachset auf mit ihm.
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Wachset auf mit ihm, und blüht geschwinder,
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Junge Rosen! wachset auf.
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Alle Weste wehen hier gelinder,
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Und gelinder ist der Bäche Lauf.
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Hier besuchen Götterkinder
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Ihren Liebling: O geschwinder
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Blüht, ihr jungen Rosen! auf.
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Blüht geschwinder, ihr Gebüsche!
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Denn, im fröhlichsten Gemische
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Gehen, unter Musen, hier
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Mit dem schönen Knaben wir.
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Glanz erfüllet die Gebüsche:
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Seht! im fröhlichsten Gemische,
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Seht! im Glanze steiget er empor