Es hörte diese Zelle

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Johann Georg Jacobi: Es hörte diese Zelle Titel entspricht 1. Vers(1777)

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Es hörte diese Zelle
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Noch nie der Liebe Gruß,
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Und die geweihte Schwelle
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Betrat kein schöner Fuß.

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An öden Mauern gehen
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Gespenster, blaß und stumm,
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In sich gehüllt, und sehen
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Nach mir sich warnend um.

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Ach, aber ach! Belinde,
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Dein Bildniß folgt mir nach,
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Dein Bildniß, welche Sünde!
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Ins fromme Schlafgemach.

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Statt heiliger Gesänge,
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Statt Hymnen, tönet hier
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Durch lange dunkle Gänge
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Nur deine Stimme mir.

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An jene Finsternisse
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Denk' ich in dieser Nacht,
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Als unsre letzten Küsse
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Die Liebe selbst bewacht.

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Der du den Tempel schützest,
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Mit Bischöflichem Stab
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Hoch auf Altären sitzen,
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Komm, Heiliger! herab

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Und strafe das Verbrechen
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Getreuer Zärtlichkeit,
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Wenn einen Kuß zu rächen
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Dir

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O denke, welch ein Feuer
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Im Busen dir gebrannt,
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Als mit dem keuschen Schleyer
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Die Nonne vor dir stand;

33
Als du den Schleyer küßtest,
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Und an zu seufzen fingst,
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Und für die Sünde büßtest,
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Und wieder sie begingst!

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Wie war sie deinen Blicken,
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O wie so himmlisch schön,
39
Du wolltest, voll Entzücken,
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Nach ihr noch sterbend sehn;

41
Mit ihr zugleich verwesen,
42
An ihrer Seite ruhn
43
Was Lieba dir gewesen,
44
Ist mir Belinde nun.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Georg Jacobi
(17401814)

* 02.09.1740 in Düsseldorf, † 04.01.1814 in Freiburg im Breisgau

männlich, geb. Jacobi

deutscher Dichter und Publizist

(Aus: Wikidata.org)

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