Schüchtern fliehn die Jungen Hirten?

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Johann Georg Jacobi: Schüchtern fliehn die Jungen Hirten? Titel entspricht 1. Vers(1777)

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Schüchtern fliehn die Jungen Hirten?
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Wen verbergen diese Myrthen,
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In geheimnißvoller Nacht,
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Unter ihren leisen Blättern?
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O von tausend Liebesgöttern
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Wird der ganze Hain bewacht!

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Täubchen lassen sich hernieder,
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Huldgöttinnen singen Lieder:
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Ist es Venus? will sie hier
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In dem Silberteiche baden?
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Ihr gefälligen Dryaden,
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Einen Blick gewähret mir.

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Wollt ihr unter euern Zweigen
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Mich beschützen, mir sie zeigen?
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Ewig dank ich euch mein Glück,
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Ewig soll mein Lied euch ehren;
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Zeigt, ach! zeiget mir Cytheren:
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O ihr Nymphen, einen Blick!

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Die Gebüsche, die sie decken,
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Hören mich. O süßes Schrecken,
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Eine Göttin unverhüllt?
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Wag' ich es nach der zu blicken,
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Die mit Liebe, mit Entzücken
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Eine ganze Welt erfüllt?

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Darf ein Sterblicher? Es glühet
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Mars, wenn er die Reize siehet,
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Wenn ihr Busen sich empört,
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Und er nicht den Lärm des Krieges,
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Nicht den wilden Ruf des Sieges,
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Nur ein zärtlich Seufzen hört.

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O ihr Myrthen! o umschließet
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Sie vor mir. Der Gürtel fließet
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Nun auf heil'gen Rasen hin.
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Nieder steigt sie schon zur Quelle!
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Schon berührt der Fuß die Welle,
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Dem in Wüsten Rosen blühn.

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Nie wird euch ein Sturm entehren,
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Ihr Gebüsche, wo Cytheren
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Der verliebte Frühling fand.
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Kömmt ein Mädchen sich zu kühlen,
41
An den Teich, so wird es fühlen,
42
Was kein Mädchen noch empfand.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Georg Jacobi
(17401814)

* 02.09.1740 in Düsseldorf, † 04.01.1814 in Freiburg im Breisgau

männlich, geb. Jacobi

deutscher Dichter und Publizist

(Aus: Wikidata.org)

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