Das Waldfräulein

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Joseph von Eichendorff: Das Waldfräulein (1839)

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Falke war im Wald verflogen
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Und die Hunde irrten weit,
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Jagdmüd lehnt' an eine Eiche
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Sich der Ritter im Gestein,
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Eine Jungfrau da erschrocken
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In des Wipfels Dunkelheit
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Sah er stehen, ihre Locken
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Rings umgaben Stamm und Zweig.
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»staune nicht und laß dein Grauen,
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Bin ein Königstöchterlein,
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Sieben Zauberfraun mich haben
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Auf der Amme Schoß gefeit,
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Daß ich sieben Jahr muß wohnen
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Hier in Waldeseinsamkeit.
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Sieben Jahr sind heut verflossen
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Oder morgen um die Zeit,
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Bitte dich um Gottes willen,
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Führ mich aus dem Walde heim,
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Will als Ehefrau dir dienen,
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Oder auch dein Liebchen sein.«

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»fräulein, noch bis morgen frühe
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Harret in dem Walde mein,
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Hab zu Haus 'ne weise Mutter,
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Will erst fragen, was sie meint.« –
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Sie vom Baum rief: »Weh dem Ritter,
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Der die Jungfrau läßt allein!«

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Er ritt fort, sie blieb im Walde,
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Mutter riet, er sollt sie frein.

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Als er morgens kehrt' zurücke,
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War's so stille im Gestein,
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Konnt den Baum nicht wiederfinden,
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Aber weit, vom Walde weit
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Sah er ziehn ein Fähnlein Reiter,
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Führten fort das Waldfräulein;
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Und er stürzt zu Boden nieder
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In der grünen Einsamkeit:
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»schwer Gericht verdient der Ritter,
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Der verloren solche Maid!
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Ich will selbst den Stab mir brechen,
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Ich will selbst mein Richter sein,
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Abhaun soll man mir die Rechte
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Und mich schleifen durch die Heid!«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Joseph von Eichendorff
(17881857)

* 10.03.1788 in Ratibor, Oberschlesien, † 26.11.1857 in Neisse, Oberschlesien

männlich, geb. Eichendorff

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

bedeutender Lyriker und Schriftsteller der deutschen Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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