Das kalte Liebchen

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Joseph von Eichendorff: Das kalte Liebchen (1814)

1
Laß mich ein, mein süßes Schätzchen!
2
Finster ist mein Kämmerlein.
3
Ach, ich finde doch ein Plätzchen.
4
Und mein Bett ist eng und klein.
5
Fern komm ich vom weichen Pfühle.
6
Ach, mein Lager ist von Stein.
7
Draußen ist die Nacht so kühle.
8
Hier wird's noch viel kühler sein.
9
Sieh! die Sterne schon erblassen.
10
Schwerer Schlummer fällt mich an. –
11
Nun, so will ich schnell dich fassen!
12
Rühr mich nicht so glühend an.
13
Fieberschauer mich durchbeben.
14
Wahnsinn bringt der Toten Kuß. –
15
Weh! es bricht mein junges Leben!
16
Mit ins Grab hinunter muß.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Joseph von Eichendorff
(17881857)

* 10.03.1788 in Ratibor, Oberschlesien, † 26.11.1857 in Neisse, Oberschlesien

männlich, geb. Eichendorff

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

bedeutender Lyriker und Schriftsteller der deutschen Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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