Vom heiligen Eremiten Wilhelm

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Joseph von Eichendorff: Vom heiligen Eremiten Wilhelm (1839)

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Von Jerusalem die Warten
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Lagen schon in rotem Duft,
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Stand der Patriarch im Garten,
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Glockenklang ging durch die Luft.

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Kommt ein Pilger da gezogen,
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Tritt zu ihm im Abendrot,
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Bleich, von strupp'gem Haar umflogen,
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Bettelt um ein Stücklein Brot.

9
»kommst aus Frankreich, frommer Pilger,
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Hör der Heimat Laut so gern!
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Kennst du dort den Grafen Wilhelm,
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Meinen vor'gen Landesherrn?«

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»kenn ihn wohl, er hat geschrieben
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Feur'ge Schrift mit blut'ger Hand,
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Hat aus Frankreich dich vertrieben,
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Und dein Kloster liegt verbrannt.«

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»gott im Himmel, sollt dich kennen,
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Wie du so den Blick gewandt,
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Bist Graf Wilhelm der Ardennen –«
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»also ward ich sonst genannt.«

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»o mein lieber Herr, am Grabe
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Stehen beid als Sünder wir –
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Haus und Garten, was ich habe,
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Nehmt es hin und rastet hier!«

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»bet für mich, ich darf nicht rasten,
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Denn ohn Rasten geht die Zeit,
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Hart mit Geißeln, Wachen, Fasten
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Lieg ich mit der Höll in Streit.

29
Kron und Land ließ ich den Erben,
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Muß mit stürmender Gewalt
31
Mir ein andres Reich erwerben.« –
32
Und so schritt er fort zum Wald.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Joseph von Eichendorff
(17881857)

* 10.03.1788 in Ratibor, Oberschlesien, † 26.11.1857 in Neisse, Oberschlesien

männlich, geb. Eichendorff

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

bedeutender Lyriker und Schriftsteller der deutschen Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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