2.

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Joseph von Eichendorff: 2. (1822)

1
Staunend auf den Göttersitzen
2
Die Unsterblichen nun stehn,
3
Sehn den Morgen drüben blitzen,
4
Fühlen Duft herüberwehn,
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Und so süßes Weh sie spüren,
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Lösen leis ihr Schiff vom Strand,
7
Und die Lüfte sie verführen
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Fern durchs Meer zum jungen Land.

9
O wie da die Quellen sprangen
10
In die tiefe Blütenpracht
11
Und Lianen dort sich schlangen
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Glühend durch die Waldesnacht!
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Und die Wandrer trunken lauschen,
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Wo die Wasserfälle gehn,
15
Bis sie in dem Frühlingsrauschen
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Plötzlich all erschrocken stehn:

17
Denn sie sehn zum ersten Male
18
Nun die Sonne niedergehn
19
Und verwundert Berg' und Tale
20
Tief im Abendrote stehn,
21
Und der schönste Gott von allen
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Sank erbleichend in den Duft,
23
Denn dem Tode ist verfallen,
24
Wer geatmet ird'sche Luft.

25
Die Genossen faßt ein Grauen,
26
Und sie fahren weit ins Meer,
27
Nach des Vaters Haus sie schauen,
28
Doch sie finden's nimmermehr.
29
Mußten aus den Wogenwüsten
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Ihrer Schiffe Schnäbel drehn
31
Wieder nach des Eilands Küsten,
32
Ach, das war so falsch und schön!

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Und für immer da verschlagen
34
Blieben sie im fremden Land,
35
Hörten nachts des Vaters Klagen
36
Oft noch fern vom Götterstrand. –
37
Und nun Kindeskinder müssen
38
Nach der Heimat sehn ins Meer,
39
Und es kommt im Wind ein Grüßen,
40
Und sie wissen nicht woher.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Joseph von Eichendorff
(17881857)

* 10.03.1788 in Ratibor, Oberschlesien, † 26.11.1857 in Neisse, Oberschlesien

männlich, geb. Eichendorff

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

bedeutender Lyriker und Schriftsteller der deutschen Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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