1.

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Joseph von Eichendorff: 1. (1811)

1
Denk ich, du Stille, an dein ruhig Walten,
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An jenes letzten Abends rote Kühle,
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Wo ich die teure Hand noch durfte halten:
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Steh ich oft sinnend stille im Gewühle,
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Und, wie den Schweizer heim'sche Alphornslieder
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Auf fremden Bergen, fern den Freunden allen,
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Oft unverhofft befallen,
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Kommt tiefe Sehnsucht plötzlich auf mich nieder.

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Ich hab es oft in deiner Brust gelesen:
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Nie hast du recht mich in mir selbst gefunden,
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Fremd blieb, zu keck und treibend dir mein Wesen,
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Und so bin ich im Strome dir verschwunden.
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O nenn drum nicht die schöne Jugend wilde,
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Die mit dem Leben und mit seinen Schmerzen
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Mag unbekümmert scherzen,
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Weil sie die Brust reich fühlt und ernst und milde!

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Getrennt ist längst schon unsres Lebens Reise,
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Es trieb mein Herz durch licht' und dunkle Stunden.
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Dem festern Blick erweitern sich die Kreise,
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In Duft ist jenes erste Reich verschwunden –
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Doch, wie die Pfade einsam sich verwildern,
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Was ich seitdem, von Lust und Leid bezwungen,
23
Geliebt, geirrt, gesungen:
24
Ich knie vor dir in all den tausend Bildern.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Joseph von Eichendorff
(17881857)

* 10.03.1788 in Ratibor, Oberschlesien, † 26.11.1857 in Neisse, Oberschlesien

männlich, geb. Eichendorff

natürliche Todesursache | Lungenentzündung

bedeutender Lyriker und Schriftsteller der deutschen Romantik

(Aus: Wikidata.org)

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