23.

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Gerhard Tersteegen: 23. (1733)

1
Du hast mir das Herz verwundet, meine Schwester, liebe Braut. Hoheslied 4, 9

2
Du, wenn du
3
Laß deine Weisheit mich mit göttlich wahrem Munde
4
Einst lehren, was im Sinne steckt!

5
Ja, ja, ich fasse schon dies hoh' Geheimnis: eben
6
Derselbe Pfeil auch dich verwund't,
7
Womit du deiner Braut die Wunde hast gegeben;
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Dies ist der tiefe Sinn und Grund.

9
Tauscht lieber Herz um Herz, gib du der Braut das deine!
10
Nichts kann Liebreizenders geschehn –
11
Sie hat ihr Herz nicht mehr, sie will hinfort alleine
12
Des Bräut'gams Herz nur in sich sehn.

13
Sie hat auch übrig's Recht, die Braut in ihrem Triebe,
14
In ihrem Herzenstausch mit dir,
15
Denn dadurch stiftet sie auf ewig fest die Liebe,
16
Und alle Furcht verschwindet ihr.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gerhard Tersteegen
(16971769)

* 25.11.1697 in Moers, † 03.04.1769 in Mühlheim an der Ruhr

männlich, geb. Tersteegen

deutscher Laienprediger und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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