Vorrede des Übersetzers

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Gerhard Tersteegen: Vorrede des Übersetzers (1733)

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Ein ungesuchter Trieb kam neulich in mich dringen
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Zur ungelegnen Zeit, weil Kopf und Augen blöd,
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Was hier Frau Guyon schreibt, sollt' ich ins Deutsche bringen;
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Ich tat, was ich gekonnt, ich konnte, was hier steht.
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Ob mein Verdeutschen treu, kann jeder selber sehen,
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Wenn er Französisch und der Liebe Sprache kann,
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Ein wenig muß er auch die Reimenkunst verstehen;
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Doch heißt es Gott nur gut, dann hab' ich's gut getan.
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Was du nicht fassen kannst, ist dir auch nicht geschrieben,
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Was dich zu Gott nicht führt, verstehest du nicht gut;
11
Man wiegt die Worte nicht, wenn Herzen brünstig lieben,
12
Herr, wär' ich ganz erfüllt mit dieser reinen Glut!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gerhard Tersteegen
(16971769)

* 25.11.1697 in Moers, † 03.04.1769 in Mühlheim an der Ruhr

männlich, geb. Tersteegen

deutscher Laienprediger und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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