564. Leidentliche Reinigung des Geistes

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Gerhard Tersteegen: 564. Leidentliche Reinigung des Geistes (1733)

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Sobald des Feuers Glut ein grünes Hölzchen findet,
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Saugt sie den Saft heraus und alle Kraft vertreibt,
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Sie macht die Rinde schwarz, die Flamme sich entzündet
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Und brennet durch und durch, bis nichts vom Holze bleibt;
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Dann glüht es schön und still. So geht es auch im Herzen,
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Wenn man sich unbedingt der Liebe Zucht ergibt,
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Dies Feuer läutert uns durch wunderliche Schmerzen
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Und öfters um und um bis in den Tod betrübt.
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Doch ist es Liebe nur, so
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Und brennen weg, was ihr im Grunde widerstrebt;
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Gib ihrer Flamme Raum, so wird sie dich verwandeln,
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Bis du ganz eins mit Gott, und Gott in dir nur lebt!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gerhard Tersteegen
(16971769)

* 25.11.1697 in Moers, † 03.04.1769 in Mühlheim an der Ruhr

männlich, geb. Tersteegen

deutscher Laienprediger und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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