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So muß ich diesen Tag mit Gram und Kummer feyren,
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Verhängniß! den ich mir zum Freudenfest ersehn?
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So soll ich jenen Bund nur thränenvoll erneuren,
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Der nur vor kurzer Zeit mit größter Lust geschehn?
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Du ewigwerther Tag, du Krone schöner Tage!
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O Tag! der du mir mehr als ganze Jahre bist,
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Wie sehr entweih ich dich durch Jammer, Angst und Plage,
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Da meines Glückes Quell in tausend Nöthen ist!
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Der Künste Sammelplatz, der Weisheit Schülerinn,
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Das seltne Meisterstück von Witz, Verstand und Tugend,
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Der ich ins sechste Jahr getreu ergeben bin.
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Victoria, mein Licht, mein Leben und Vergnügen,
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Mein auserwählter Schatz, mein Alles auf der Welt;
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Die Freundinn, die mir selbst dein eignes weises Fügen,
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Zum Zunder keuscher Glut, o Schicksal, dargestellt:
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Die, die begeht Ihr Fest, den Tag, der Ihr das Leben,
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Und dieser Welt in Ihr ein Wunderbild geschenkt;
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Der sollt ich Armer wohl ein Freudenopfer geben,
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Allein ich bin zu tief durch Gram und Leid gekränkt.
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O Himmel! muß ich denn das alles selbst erfahren,
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Was andre meiner Art von Anbeginn gequält?
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Und soll sich alle Noth auf meiner Scheitel paaren,
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Die manchem, der geliebt, zuweilen ganz gefehlt?
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Ach! war es nicht genug, du grausames Geschicke!
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Daß du dieselbe mir nur als im Traum gezeigt;
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Und gleichwohl meine Brust, bey jedem halben Blicke,
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Den ich nach Ihr gethan, Ihr kräftigst zugeneigt.
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Ach! war es nicht genug, daß mich in wenig Tagen
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Ein allzustrenger Wink aus Ihrem Hause riß;
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Als mich das schnelle Schiff von Ihrer Stadt getragen,
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Das mich durch Sturm und Fluth an fremde Gränzen schmiß.
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Ach! war es nicht genug, daß mich das ferne Meißen,
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Sehr weit vom Weichselstrom, Ihr stets getreu befand?
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Daß keine Nymphe hier, so wie dein Schmuck, o Preußen!
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Mein Herz, mein starkes Herz mit sanften Ketten band?
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Ach! war es nicht genug, daß ich seit so viel Jahren,
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Bey aller Sprödigkeit, Ihr doch getreu verblieb?
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Und ob mir Stern und Glück gleich ganz zuwider waren,
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Doch meine Zärtlichkeit noch täglich höher trieb?
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Muß itzo, harter Fall! muß itzt, da unser Hoffen
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Dem Zwecke näher ist, ein neuer Unfall dräun?
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Muß itzt, da beyder Wunsch so nah zum Ziel getroffen,
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Ein neues Ungemach des Herzens Folter seyn?
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Vermaledeyter Krieg! du Misgeburt der Höllen!
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Verfluchte Mordbegier, du Seuche schnöder Art!
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Warum bist du bemüht die halbe Welt zu fällen?
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Wer hat die Weichselstadt für deine Wuth gespart?
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Verdammt sey jene Faust, die stumpfes Stahl und Eisen,
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Der Menschlichkeit zum Schimpf, zu allererst gespitzt;
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Verdammt sey auch die Hand, so nur die Thoren preisen,
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Die durch die Kunst zuerst dem Himmel nachgeblitzt.
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O! hätte man sogleich sie beyderseits zerhauen,
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Und ihre Künste selbst zum Fluch der Welt gemacht;
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Ja, wie dort Phalaris, zu aller Künstler Grauen,
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Durch ihres Witzes Frucht, die Mörder umgebracht!
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So würde man doch itzt in wohlgeschloßnen Wällen,
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Vor mancher Raserey geschützt und sicher seyn:
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So würde man den Feind mit Pfeil und Bogen fällen,
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Und nähme nicht so leicht verschanzte Mauren ein.
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Jedoch es ist umsonst! Die Herrschsucht findet Waffen,
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Auch da, wo Stahl und Bley und Pulver fremde sind.
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Ulysses wußte schon den Griechen Rath zu schaffen,
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Und Trojens fester Bau verflog in Rauch und Wind.
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Was hilft mein Klagen nun? Was nützen meine Thränen?
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Ich höre Sie bereits mit schwacher Stimme stöhnen,
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Denn ein zerschmettert Haus verscharrt Sie schon in Staub.
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Die schwere Bombe sinkt voll innerlicher Flammen,
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Sie schlägt das starke Dach, den Boden selbst entzwey;
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Der feste Grund erbebt, die Mauer fällt zusammen,
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Und das erschrockne Haus erfüllt ein Angstgeschrey.
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Nun kracht Ihr Feuerschlund und springt in tausend Stücke,
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Und sprühet rings umher nur Funken, Glut und Tod;
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Wer sich zu retten denkt, eilt selbst ins Ungelücke,
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Und stürzt sich durch die Flucht in doppelt größre Noth.
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Noch mehr, es bricht der Feind in die bestürzten Gassen,
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Er wüthet was er kann, es gilt ihm alles gleich;
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Ihn hat die Menschlichkeit, Vernunft und Witz verlassen,
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Er ist an Mordbegier, an Geiz und Wollust reich.
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Er schont der Kinder nicht, er schont nicht schwache Weiber,
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Die Schönen sonderlich sind seiner Triebe Ziel.
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Zurück, du Wütherich! verschone keuscher Leiber,
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Und treibe sonsten wo der wilden Lüste Spiel!
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O jammervoller Tag! du wirst vieleicht noch kommen,
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O kummerreiche Nacht! du bist vieleicht vorbey;
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Und hast mir schon mein Glück, mein ganzes Glück genommen,
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Und willst, daß ich hinfort des Kummers Opfer sey.
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Komm, rasender Soldat! komm mit gefärbter Klingen,
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Darauf Victoriens verspritztes Blut noch klebt;
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Komm, laß sie meine Brust mit gleicher Wuth durchdringen,
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Weil meine Seele doch nur bloß durch Sie gelebt:
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So wird mich doch der Tod zu meiner Freundinn führen,
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Der ich im Leben nur entfernt gewidmet war;
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So wird die Treue noch mein Grab mit Blumen zieren,
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So stellt sie uns dereinst der Welt zum Muster dar.
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Doch wie? Wer täuschet mich? Wer suchet mich zu trösten?
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Wer rufft: Victoria, dein Leben, lebet noch!
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Ach leider! die Gefahr ist itzt vieleicht am größten,
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Und gleichwohl schmäuchelt mir die falsche Hoffnung doch.
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Verschmitzte Zauberinn! wie süß sind deine Lügen!
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Ich glaube; seh ich gleich noch keinen Grund dazu;
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Ein Herz, das heftig liebt, ist leichtlich zu betrügen,
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Und niemand ist so schlau in dieser Kunst, als du.
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Wohlan! Sie lebe dann! Sie soll und muß noch leben:
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Erbarme du dich nur, gepriesne Kaiserinn!
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Ich habe Rußland einst das größte Lob gegeben:
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Wie kömmt es, daß ich schon so gar vergessen bin?
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Noch mehr, Victoria hat Deinen Trefflichkeiten,
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Es macht Ihr Heldenlied dereinst den spätsten Zeiten
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Dein Wesen und Dein Thun in aller Welt bekannt.
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Sie hat Dich als den Preis der Norderwelt erhoben,
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Soll Ihre Muse nun so schlecht belohnet seyn?
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Hilft solch ein Fürspruch nichts, wer wird Dich künftig loben?
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Wer schließet Deinen Ruhm in edle Lieder ein?
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Verbeuth dem Kriegesheer Gewalt und Trotz zu brauchen,
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Wo diese Muse schon auf neue Töne sinnt.
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Und sollte Danzig gleich an allen Enden schmauchen,
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So schone doch darinn dieß unschuldvolle Kind.
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Was hat Sie Schuld daran, daß Rath und Bürger fehlet!
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Hat Sie vieleicht die Stadt rebellisch aufgebracht?
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O nein! Sie hätte gern der Sachsen Haupt erwählet,
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Und Deinem Willen sich gleich unterthan gemacht.
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Bewegt Dich dieses nicht: So schone meiner Liebe!
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Ich weis, die zarte Glut hat Dich wohl ehr geregt.
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Du kennst die Wundermacht der angebohrnen Triebe,
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Die auch Victoriens gerührte Brust bewegt.
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Sie nennt mich ihren Freund, und das von ganzem Herzen;
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Ich weis nicht, bin ichs werth? doch sterb ich Ihr getreu.
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Erwäge denn einmal die Größe meiner Schmerzen,
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Und laß dieß theure Haupt auf meine Bitte frey.
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Bestrafe wie Du willst die trotzenden Verbrecher,
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Die Deiner Majestät verwägen widerstehn;
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Nur laß die Unschuld nicht, durch die so tapfern Rächer
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Der Widerspänstigkeit, erbärmlich untergehn.
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Ich weis, Du bist gerecht, und schonest auch der Feinde!
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Darum bezeige hier, was Huld und Gnade kann.
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Victoria und ich, wir sind der Musen Freunde,
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Und diesen bist Du sonst so rühmlich zugethan.
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Was hat der Pindus doch mit Streit und Wuth zu schaffen?
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Die Ruhe bleibet uns viel süßer als der Krieg.
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Wir lieben Witz und Kunst, und scheuen alle Waffen;
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Doch ehren wir die Macht, und wünschen Dir den Sieg.
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Geboth dort Philipps Sohn auch Pindars Haus zu schonen;
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Als sein erhitztes Heer in Thebens Mauren drang:
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O! so gebeuth auch Du den siegenden Schwadronen,
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Der Schönen Haus zu fliehn, die sonst Dein Lob besang.
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Dein kluges Petersburg, wo alle Künste wohnen,
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Wird Deine Großmuth selbst bewundern und erhöhn;
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Wer wollte nicht mit Lust in Ihren Diensten stehn?
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Was Dein gekränkter Freund an Deinem Feste singt;
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Und laß Dein Herz nur nicht an Huld und Neigung wanken,
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Wenn gleich mein Klaglied nicht zu Deinen Ohren dringt.
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Betrachte meine Qual um Dein bestürmtes Leben;
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Erwäge meinen Gram um Deine Sicherheit:
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Und hast Du mir einmal Dein edles Herz gegeben,
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So schone nun Dein selbst aus treuer Zärtlichkeit.
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Du lebst nicht nur für Dich; Du lebst auch als die Meine:
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Erhalte Dich also für Deinen treusten Freund:
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Und wenn ich itzt um Dich bey tausend Sorgen weine;
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So schaffe, daß uns bald der schönste Tag erscheint.