Ihr schönsten Augen! zürnt nur nicht

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Johann Christoph Gottsched: Ihr schönsten Augen! zürnt nur nicht Titel entspricht 1. Vers(1733)

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Ihr schönsten Augen! zürnt nur nicht,
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Daß ich euch lechzend angesehen.
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Es prallten nur die eignen Blicke,
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Die selbst von euch nach mir geschehen,
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Als meiner Seelen Sonnenlicht,
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Durch meiner Augen Stral zurücke.
7
Ihr schönsten Augen! zürnt nur nicht etc.

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So sang der zarte Filamor,
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Als Phyllis ihm den Fehler vorgerücket,
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Er hätte sie zu oft, zu heftig angeblicket.
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Was kann ich, sprach er, denn davor,
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Daß du so reizend bist?
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Daß sich mein Aug auf deinen Lilgenwangen,
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Die schon so manches Herz gefangen,
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Verirrt, vertiefet und vergißt?

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Klage dich nur selber an!
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Wenn ich dir zu viel gethan.
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Deiner Augen Zauberkerzen
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Zwingen hundert zarte Herzen,
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Daß dich keines hassen kann.
21
Klage dich nur selber an! etc.

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Das Unrecht schien ihm allzugroß,
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Das Phyllis hier begangen.
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Drum schwieg er etwas still; doch endlich brach er los:
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Wie! steht es frey, des Himmels Prangen
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Mit starren Augen anzusehn?
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Und Phyllis will von mir verlangen,
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Es soll kein Blick nach ihr geschehn?
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Nein! ihr Verboth kann mich nicht rühren,
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Nein! sie wird nichts dadurch von ihrer Pracht verlieren.

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Soll ich mein Verbrechen büssen,
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Strenge Phyllis! strafe mich!
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Sage nur, ich solle dich
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Mit verbundnen Augen küssen.
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Ungesehn,
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Wird mir da recht weh geschehn.
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Doch will ich aus Mund und Augen
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Meiner Seelen Nectar saugen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Christoph Gottsched
(17001766)

* 02.02.1700 in Königsberg, † 12.12.1766 in Leipzig

männlich, geb. Q116207795

deutscher Gelehrter, Sprachforscher und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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