Die aus Menschen Götter macht

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Johann Christoph Gottsched: Die aus Menschen Götter macht Titel entspricht 1. Vers(1733)

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Die aus Menschen Götter macht;
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Schmuck der Zeit und deutschen Welt!
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Fremden Witz und Fleiß zu schauen;
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O! so zürn auch jetzo nicht,
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Daß ein Fremdling mit Dir spricht.

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Deutschland thut durch meinen Mund
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Itzt sein Glück Europen kund,
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Das allein von Dir entspringet;
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Weil ihm, nächst der Freyheit Schutz,
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Auch der schönsten Künste Putz
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Bloß auf Deinen Wink gelinget:
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Da ihm Deiner Gnade Kraft
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Wachsthum, Flor und Ansehn schafft.

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Freylich kann der Waffen Blitz,
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Schwerter, Lanzen und Geschütz,
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Die erschrockne Welt betäuben:
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Ganzen Völkern fällt der Muth,
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Vor Bellonens Mord und Wuth,
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Die der Erden Abscheu bleiben;
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Außer, wenn ein wahrer Held
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Staat und Gränzen sicher stellt.

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Aber Wissenschaft und Kunst
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Kommen von des Himmels Gunst,
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Die verheerte Welt zu schmücken,
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Geist und Witz ziert Stadt und Land,
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Wenn der wirkende Verstand
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Rauhe Völker darf beglücken;
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Dann entweicht das Mordgeschrey
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Der verhaßten Barbarey.

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Wodurch konnte sich Athen,
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Asien zu Trotz, erhöhn,
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Als durch stiller Musen Werke?
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Woher zog der Tyberstrom,
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Und der Erden Kleinod, Rom,
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Aller seiner Wunder Stärke?
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Anfangs zwar durch Krieg und Macht;
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Schöner durch der Künste Pracht.
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Auch der kühnen Deutschen Schwert
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Hat die halbe Welt verheert,
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Ja der Römer Reich verschlungen.
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Ihrer strengen Tapferkeit
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War kein Land zu stark und weit,
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Ganz Europa ward bezwungen:
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Bis, nach überwundner Welt,
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Witz und Kunst sich eingestellt.

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Hier nun stieg des Reiches Flor
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Ungleich stärker, als zuvor,
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Da nur wilde Waffen fochten;
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Hier hat sich der Deutschen Hand,
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Durch Erkenntniß und Verstand,
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Einen edlern Kranz geflochten;
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Als ein roher Kriegesmann
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Sich im Streit erwerben kann.

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Theilte selbst die Lorbern aus,
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Die der Künste Meister schmückten.
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Oesterreich vergalt die Müh
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Der erhabnen Poesie,
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Als dem
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Als den edlen

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Haben hier ein Werk gethan,
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Das schon Rudolph abgezielet,
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Daß noch
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Und den Zeiten vorgespielet,
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Wo
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Größer kann, als alle, seyn.

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Gleichwohl lag der Sprache Werth,
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Der sich Kaiser hold erklärt,
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Damals fast noch in der Wiegen:
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Und so hoch auch seit der Zeit
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Einsicht und Gelehrsamkeit
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In
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So gesteht man zweifelsfrey
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Daß dieß

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Unter Dir,
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Wird Minervens Hand den Bau
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Ihres Tempels fester gründen.
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Phöbus selbst erblickt in Wien,
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Daß Melpomenens Bemühn
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Schutz und Beyfall könne finden.
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Und wer macht ihm ferner Muth,
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Wenn es Deine Hand nicht thut!

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Deine Hand, o
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Deren himmelhoher Sinn
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Reich und Freyheit standhaft schützet:
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Die der Nachbarn Stolz bekämpft,
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Und der Herrschsucht Triebe dämpft,
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Doch zugleich die Künste stützet:
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Dir, du Schmuck von Oesterreich,
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Schätzt die Nachwelt keine gleich.

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Auch der schönsten Künste Flor
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Steiget unter Dir empor,
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Wird fast täglich mehr erhoben.
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Was beym zweyten
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Opitz sonst für Gnade fand,
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Durch der edlen Dichtkunst Proben;
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Das erhält nun unter Dir,
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Wahrlich, doppelt größre Zier.

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O! wie lange mußte sie
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Sonst mit halb verlohrner Müh
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Sich in fremden Sprachen zeigen!
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Wälsch und gallisch zu verstehn
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Dünkte sonst den Großen schön:
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Deutsch blieb nur dem Pöbel eigen.
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Gleichwohl ist dir, deutsches Reich,
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Sonst kein Reich auf Erden gleich.

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Deutscher Witz! bist du so schwach!
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Welchem Volke giebst du nach,
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Das den Künsten hold gewesen?
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Griech und Römer gieng voran:
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Deutschland folgt, so frisch es kann,
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Giebt der Welt manch Werk zu lesen,
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Das dereinst die späte Welt
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Gar für griechsch und römisch hält.

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Wird der freyen Künste Preis
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Noch zum höchsten Gipfel steigen.
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Liebt Dein Hof ein deutsches Spiel,
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Winkst Du selber; o wie viel
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Wird der Witz noch Früchte zeigen!
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Was bisher noch unreif war,
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Stellt sich künftig reifer dar.
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Selbst dieß Opfer,
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Das die Unterthänigkeit
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Zitternd Dir zu Füßen leget:
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Selbst dieß Lied, das Deinen Ruhm,
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Im geschützten Kaiserthum,
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Bis auf späte Zeiten träget:
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Beuth nun, unter Deinem Schutz,
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Allen fremden Musen Trutz.

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Dießmal preis ich nicht den Schluß,
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Den die Welt bewundern muß,
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Zeitig auf den Krieg zu sinnen.
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Klüglich in Bereitschaft stehn,
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Stündlich in das Feld zu gehn,
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O! das heißt den Ruhm gewinnen,
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Den sich Pallas beygelegt,
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Die stets Schild und Lanze trägt.

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Auch erschallt hier nicht das Lob,
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Das noch niemand recht erhob,
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Wie Du selbst das Ruder lenkest;
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Wie Du Recht und Handel liebst,
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Beyden neue Regeln giebst,
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Beyden neue Kräfte schenkest;
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So daß sich Dein Unterthan
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Lauter Heil versprechen kann.

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Künftig wird der Musen Fleiß,
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Deinen himmelhohen Preis,
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In gestärkten Tönen singen:
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Um die Weisheit Deines Raths,
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Zur Beschützung Deines Staats
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Auf ein ewig Blatt zu bringen;
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Das, weil es Dein Ruhm erfüllt,
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Künftig für ein Muster gilt.

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Freund, und Feind, und Unterthan,
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Sehn es für ein Wunder an,
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Daß Dein Thron und Reich bestanden.
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Recht und Großmuth krönten Dich;
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Selbst der Himmel zeigte sich
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Als den Schutz von Deinen Landen;
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Hieß die Habsucht hinterm Rhein
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Armer Völker Geißel seyn.

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Möchte doch des Himmels Schluß
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Dir den völligen Genuß
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Deiner hohen Tugend schencken!
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Möchte doch der Zwietracht Wuth,
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Und der Kriegesfackeln Glut
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Sich ins tiefste Meer versenken!
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So wird Wien und Oesterreich
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Auch an Kunst und Wissen reich.

169
Möchte doch Prinz
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Deinen Geist, o
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Deinen edlen Trieb behalten!
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Möcht er doch der Künste Schutz,
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Wilder Barbarey zu Trutz,
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Als ein
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Sich daheim den Musen weihn,
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Und im Felde schrecklich seyn!
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Auch
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Dem des Reiches freye Wahl
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Kaiserthum und Macht gegeben;
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Müsse sich, zur Lust der Zeit,
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Deren Heil er sich geweiht,
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Täglich mehr und mehr erheben!
183
Dann so werden,
184
Aller Deutschen Wünsche wahr.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Christoph Gottsched
(17001766)

* 02.02.1700 in Königsberg, † 12.12.1766 in Leipzig

männlich, geb. Q116207795

deutscher Gelehrter, Sprachforscher und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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