Du Kind der ewigen Vernunft!

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Johann Christoph Gottsched: Du Kind der ewigen Vernunft! Titel entspricht 1. Vers(1733)

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Du Kind der ewigen Vernunft!
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Beherrscherinn der kleinen Zunft
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Der Weisen, die dich göttlich ehren;
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Erhabne Wahrheit! stärke mich,
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Mein blöder Mund erkühnet sich
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Dein himmelhohes Lob zu mehren;
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Dein Lob, das der erfreuten Welt
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Jetzt doppelt stark ins Auge fällt.

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Wirf aus dem blaugewölbten Saal,
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Vom Thron der Gottheit einen Stral,
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In meines Geistes enge Schranken:
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Erheitre mir so Witz als Sinn,
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Und gieb mir, der ich irdisch bin,
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Die Kraft zu himmlischen Gedanken.
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Laß Einfall, Sinn und Wort so rein,
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Als dein höchst lautres Wesen seyn.

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Du kömmst; ich seh dein göttlich Bild!
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Dein Auge, das gleich Sternen gilt,
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Blitzt von dem hellsten Himmelslichte.
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Die Sonne stralt auf deiner Brust,
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Ihr Glanz macht, nebst des Irrthums Wust,
22
Der schnöden Thorheit Dunst zunichte:
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Der Vorurtheile Dampf zerfleucht,
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Wie Nebel, die der Wind verscheucht.

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Wer ist das göttergleiche Paar,
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Das, dir zur Seiten, eifrig war,
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Der Finsternisse Macht zu schwächen?
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Wer stund dir so geschäfftig bey,
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Des Aberglaubens Raserey,
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Mit sieggewohnter Hand zu brechen?
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Er weicht, wie vor des Tages Pracht
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Die sonnenscheue Brut der Nacht.

33
Die Weisheit ists, das Himmelskind,
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Das edle Herzen leicht gewinnt,
35
Und das nur blöde Seelen scheuen.
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Die Tugend beut ihr selbst die Hand,
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Und hilft der Thorheit Widerstand
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Mit Großmuth und Geduld zerstreuen.
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Wer zweifelt, ob die Wahrheit siegt,
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Wenn dieses Paar sich zu ihr fügt?

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Willkommen auf der Unterwelt!
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Wo sich die Einfalt fertig hält,
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Der Vorurtheile Joch zu küssen:
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Wo stets die Thorheit Sklaven macht,
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Wenn Tyranney und finstre Pracht,
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Die Heiligthümer schmücken müssen;
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Wo nichts, als Herrschsucht, Fluch und Bann
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Den niedern Pöbel lenken kann.

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Getrost! das Reich der Einfalt sinkt,
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Die Hand der hohen Vorsicht winkt,
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Der Weltkreis sieht schon beßre Zeiten.
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Komm, Wahrheit! komm, du findest Schutz!
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Komm, komm, zu deiner Feinde Trutz,
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Die Palmen weiter auszubreiten.
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Es schützt dich selbst der Großen Hand,
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Und was die schützt, dem folgt das Land.

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Wie sonst des Nordens trübe Luft,
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Gleich einer schwefelreichen Kluft,
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Bald weiß, bald rothe Stralen quillet;
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Wie da ein wallend Licht sich zeigt,
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Bald langsam fährt, bald flatternd steigt,
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Und fast den ganzen Himmel füllet;
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Doch so, daß dieser Aftertag
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Die Schatten nicht vertilgen mag:

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So hat, gepriesnes Alterthum!
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Auch deiner Weisen hoher Ruhm
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Die oft getäuschte Welt betrogen.
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Ein falscher Glanz, ein blasser Schein
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Schien oft ein Morgenroth zu seyn,
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Das vor der Wahrheit hergezogen:
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Allein dein ungewisses Licht
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Versprach sehr viel, und hielt es nicht.

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Was Thales und Lykurg erkannt,
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Was Anaxagoras erfand,
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Was Pythagor und Plato lehrten;
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Was Epikur und Zeno sprach,
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Was Pyrrho zweifelnd unterbrach,
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Und was die Stagiriten mehrten:
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Hat unsrer Zeiten Glanz erreicht,
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Wie jenes Nordlicht Sonnen gleicht.

81
Gesegnet sey die neue Zeit!
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Da sich die Finsterniß zerstreut,
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Die den verhüllten Weltkreis deckte;
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Da Deutschland und der Britten Reich,
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Der Franz und Wälsche fast zugleich,
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Den muntern Kopf zur Arbeit streckte.
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So ward nun, nach verstrichner Nacht,
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Der Wahrheit Licht hervor gebracht.

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In Deutschland hub die Klarheit an;
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Copernik war der große Mann,
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Dem Keplers Fleiß bald nachgekommen:
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Bis Gerke, Scheiner, Marius,
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Und Tschirnhaus, und Hevelius,
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Thomas' und Leibnitz Platz genommen:
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Daraus das heitre Licht entspringt,
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Das itzt in aller Augen dringt.

97
O
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In so erwünschten Zeiten schuff,
99
Du Zweig aus altem Heldenblut,
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Der besten Ritter Pommerlandes;
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Als deren Preis der Zeiten Macht,
102
Der Fäulniß und des Moders, lacht.
103
Bewahrt nicht Leipzig noch den Held
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Der Lützens hochberühmtes Feld
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Durch sein so tapfres Blut besprützet?
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Als Gustavs Arm den Sieg erwarb,
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Der unsern Glauben noch beschützet;
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Auf dessen Gruft, vor kurzer Zeit,
109
Du,

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Was der durch Faust und Stahl gethan,
111
Das hubst Du bey den Musen an,
112
Als ihre Reizung Dich bezwungen.
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Durch Witz und Feder hast Du Dich,
114
Bey Sachsens
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In kurzem hoch empor geschwungen:
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Weil Treue, Staatskunst, Mund und Kiel
117
Dem

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Stolziert nur, Eitle, wie ihr wollt,
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Auf grauer Ahnen Ehrensold,
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Auf alte Lorbern fremder Stärke;
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Des deutschen Reiches Grafenstand,
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Des weißen Adlers Ritterband,
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Sind hier der eignen Tugend Werke:
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Den mancher kaum zu stützen weis.

125
Wie Lälius, der Römer, that,
126
Wenn er, zwar öffentlich den Staat,
127
Doch ins geheim die Musen liebte;
128
Und wie sein Freund, Karthagens Fall,
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Nach überwundnem Hannibal,
130
Auch Wissenschaft und Dichtkunst übte:
131
Des Rathes Kern, der Pöner Trutz
132
Ward so der Künste Schild und Schutz:

133
So,
134
Dein edles Herz, mit weiser Hand,
135
Zwar ganzer Völker Heil gelenket:
136
Da weist Dein schönes
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Dein Tusculum, wie wahr es sey,
138
Daß Du der Weisheit Dich geschenket.
139
Wo Lustwald, Schloß und alles zeigt,
140
Sein Herr sey jeder Kunst geneigt.

141
Dein Lusthaus und den Büchersaal,
142
Darinn des großen Geistes Wahl
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Mehr, als die stolze Menge waltet;
144
Den grünen Hayn, den mancher Gang,
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Von Anmuth reich, von Aussicht lang,
146
In mehr als vierzig Theile spaltet:
147
Ja Teich und Garten und Parnaß,
148
Wer lehrt mich, wer beschreibt mir das?

149
Der Weisen und der Helden Bahn
150
Erwähnt man billig oben an,
151
Wo sich so manches Schnitzbild zeiget;
152
Wo
153
Und
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Vor denen Ost und West sich neiget:
155
Und was man sonst in Griechenland
156
Für sieben weise Männer fand.

157
Der Dichter Gang zeigt den
158
Die Deutschland, Franzmann, Britte preisen.
159
Wer macht die Namen alle kund,
160
Vor welchen ich wie starrend stund,
161
Als Pommern mich da durch sah reisen;
162
Als ich die angenehmste Nacht
163
In diesem Irrhayn zugebracht.

164
Jüngst griff die Einfalt Männer an,
165
Die sich bisher hervorgethan,
166
Und Deutschlands Ruhm so sehr erhoben.
167
Der Wahrheit Priester ward verdammt.
168
Die Bosheit nahm ihm Ruh und Amt,
169
Und hörte doch nicht auf zu toben:
170
Der blinden Gleißnerey Bemühn
171
War, auch sie selbst ins Grab zu ziehn.

172
Hier kömmst Du,
173
Und stiftest die belobte Zunft,
174
Der unerschrocknen
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Der Pallas Helm machts offenbar,
176
Was ihres Sohnes Absicht war:
177
Und bald verschwand die Wuth der Feinde!
178
Minerva ruft, wie Flaccus sprach:

179
O edler Ruff! wer faßt nicht Muth,
180
Der schnöden Einfalt blinde Brut
181
Mit regem Eifer zu verlassen!
182
Er kennt und liebt der Weisheit Kern?
183
Wer wollte nicht die Thorheit hassen?
184
Wenn gleich ihr allzufrecher Schritt
185
Die Wahrheit noch mit Füßen tritt.
186
Umsonst! sie steht und bleibt wohl stehn,
187
Und wird nicht eher untergehn,
188
Bis selbst der Himmel unterlieget.
189
Die Folgezeit wird dankbar sehn,
190
Was hier,
191
Und wie Du vielen vorgesieget:
192
Seitdem der Wahrheit helles Licht
193
Nun täglich mehr die Nebel bricht.

194
So lange bey der späten Welt
195
Die Weisheit Werth und Glanz behält,
196
Die Deutschlands Fleiß noch höher treibet;
197
So lange das, was Leibnitz fand,
198
Und Wolf aufs gründlichste verband,
199
Zu vieler Völker Heil bekleibet:
200
Wird auch Dein Nachruhm ungemein,
201
Wirst Du, o

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Christoph Gottsched
(17001766)

* 02.02.1700 in Königsberg, † 12.12.1766 in Leipzig

männlich, geb. Q116207795

deutscher Gelehrter, Sprachforscher und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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