Kilian! erwünschtes Wort!

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Johann Christoph Gottsched: Kilian! erwünschtes Wort! Titel entspricht 1. Vers(1733)

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Kilian! erwünschtes Wort!
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Heute bringst Du viel Vergnügen,
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Seht, wie schön sich Stell und Ort
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Aller deiner Sylben fügen,
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Warlich,
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Klingt, daß niemand sagen kan
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Welcher Nahme schöner klinget,
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So daß auch der Wiederhall
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Dich bey Sch = = überall
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Gleichsam um die Wette singet.

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Lacht, ihr Schäfer! lacht nur nicht,
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Dieser Schertz ist nicht vergebens!
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Hört!
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Komm du Anfang meines Lebens,
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Edle Stunde! zeige dich
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Noch so schön, als da du mich
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An das Licht der Welt gebohren.
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Tag, dein Anbruch bringt mir Lust;
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Darum hat dir meine Brust
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Lauter Freude zugeschworen,

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Seht! so spricht der holde Mund
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Unsrer theuresten
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Euch, ihr Schäfer, sey es kund,
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Kommt, laßt eure Lieder hören.
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Rühmt der Schäferinnen Preis,
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Welche, wie ein jeder weiß,
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Tausend Tugenden bekräntzen:
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Laßt das angenehme Fest
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So man uns begehen läßt
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Herrlicher als jemahls gläntzen.

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Schaut auf ihren Schatz zurück,
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Wünscht dem
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Unserm
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Euch und mich pflegt zu erfreuen,
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Sieht sein liebstes Eigenthum,
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Sieht
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Er ist froh, und treibt uns an,
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Ja sucht selbst, so viel er kan,
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Sie und uns vergnügt zu machen.

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Kommt ihr Nymphen dieser Flur,
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Kommt und helft uns Kräntze winden,
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Helft uns Schäfern auf die Spur,
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Wie man soll
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Anmuth, Artigkeit, Verstand
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Schmücken mit vereinter Hand
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Ihre Blumen-gleiche Jugend:
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Ihrer Sitten Munterkeit
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Ziert das reine Lilien-Kleid
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Ihrer unbefleckten Tugend.

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Sch = = rufe doch das Chor
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Ungezehlter Nachtigallen
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Noch zu guter letzt hervor,
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Eh die holden Stimmen fallen.
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Doch was hilfts? So schön es klingt,
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Muß doch, wenn
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Philomele selber schweigen,
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Stimmt sie an:
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Scheint sich warlich, vor Begier,
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Blatt und Zweig nach ihr zu neigen.

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Alles war kaum halb vergnügt,
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Da wir jüngst in N = = waren:
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Weil das Glück es nicht gefügt,
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Daß
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Hätte sie sich eingestellt;
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Würde keine Lust der Welt
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Unsre Lust besieget haben:
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Denn
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Weiß mit gantz besondrer Art
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Alles was sie sieht zu laben.

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Thirsis will nicht redlich seyn;
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Wo er diesen Tag nicht ehret.
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Fällt er stets beglückter ein,
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So wird auch sein Wunsch erhöret.
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Müsse bey vergnügtem Sinn
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Silber auf die Scheitel kriegen:
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O! so wird sich jedermann,
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Den dein Glück erfreuen kan,
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Auch an ihrer Lust vergnügen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Christoph Gottsched
(17001766)

* 02.02.1700 in Königsberg, † 12.12.1766 in Leipzig

männlich, geb. Q116207795

deutscher Gelehrter, Sprachforscher und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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