Jetzt stieg über den Cedernwald der Morgen herunter

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Jetzt stieg über den Cedernwald der Morgen herunter Titel entspricht 1. Vers(1759)

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Jetzt stieg über den Cedernwald der Morgen herunter.
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Jesus erhub sich; ihn sahn in der Sonne die Seelen der Väter.
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Als sie ihn sahn, da sangen zwo Seelen gegen einander,
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Adam's Seele, mit ihr die Seele der göttlichen Eva:
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»schönster der Tage, Du sollst vor allen künftigen Tagen
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Festlich und heilig uns sein, Dich soll vor Deinen Gefährten,
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Kehrest Du wieder zurück, des Menschen Seele, der Seraph
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Und der Cherub beim Aufgang und Untergange begrüßen.
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Steigst Du zur Erd' herab, verbreiten Dich Orione
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Durch die Himmel, und gehst Du am Thron der Herrlichkeit Gottes
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Strahlend hervor, so wollen wir Dir in feirendem Aufzug,
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Jauchzend mit Hallelujagesängen entgegensegnen!
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Dir, unsterblicher Tag, der Du unserm getrösteten Auge
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Gott den Messias auf Erden in seiner Erniedrigung zeigest.
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O, von Adam der Schönste, Messias in menschlicher Bildung!
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Wie enthüllt sich in Deinem erhabenen Antlitz die Gottheit!«
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»selig bist Du und heilig, die Du den Messias gebarest,
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Seliger Du als Eva, der Menschen Mutter. Unzählbar
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Sind die Söhne von ihr und sind unzählbare Sünder.
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Aber Du hast
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Zärtlich seh' und mit irrendem Blick ich hinab zu der Erde;
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Dich, Paradies, Dich seh' ich nicht mehr. Du bist in den Wassern
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Niedergestürzt, im Gericht der allgegenwärtigen Sündfluth!
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Deiner erhabnen umschattenden Cedern, die Gott selbst pflanzte,
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Deiner friedsamen Laube, der jungen Tugenden Wohnung,
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Hat kein Sturm, kein Donner, kein Todesengel geschonet!
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Bethlehem, wo ihn Maria gebar und ihn brünstig umarmte,
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Sei Du mir mein Eden; Du Brunnen David's, die Quelle,
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Wo ich göttlich erschaffen zuerst mich sahe; Du Hütte,
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Wo er weinete, sei mir die Laube der ersten Unschuld!
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Hätt' ich Dich in Eden geboren, Du Göttlicher, hätt' ich
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Gleich nach jener entsetzlichen That, o Sohn, Dich geboren,
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Siehe, so wär' ich mit Dir zu meinem Richter gegangen;
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Da, wo er stand, wo unter ihm Eden zum Grabe sich aufthat,
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Wo der Erkenntnisse Baum mir fürchterlich rauschte, die Stimme
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Seiner Donner den Richterspruch des Fluches mir aussprach,
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Wo ich in bangem Erbeben versank, zu sterben versank, da
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Wär' ich zu ihm gegangen; Dich hätt' ich weinend umarmt, Sohn,
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An mein Herz Dich gedrückt und gerufen: ›Zürne nicht, Vater!
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Zürne nicht mehr, ich habe den Mann Jehovah geboren!‹«
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»heilig bist Du, anbetenswürdig und ewig, o Erster!
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Der Du Deinen göttlichen Sohn von Ewigkeit zeugtest,
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Ihn, nach Deinem Bilde gezeugt zum Erlöser der Menschen,
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Meines von mir beweinten Geschlechts, erbarmend erwähltest.
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Gott hat meine Thränen gesehn; Ihr habt sie gesehen,
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Seraphim, und sie gezählt; auch Ihr, Ihr Seelen der Todten,
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Seelen meines entschlafnen Geschlechts, sie alle gezählet.
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Wärest Du nicht, o Messias, gewesen, die ewige Ruhe
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Hätte selbst mir traurig und ungenießbar geschienen.
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Aber, von Deiner göttlichen Huld, von Deiner Erbarmung,
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Stifter des ewigen Bundes, von ihr umschattet, da lernt' ich
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Selbst in der Wehmuth Schmerz mehr Seligkeiten empfinden.«
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»und nun trägst Du sein Bild, das Bild des sterblichen Menschen;
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Gottmensch, Mittler, Dich beten wir an! Vollende Dein Opfer,
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Das Du für uns, Weltrichter, für uns zu vollenden herabstiegst.
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Mache die Erde bald neu, die Du zu verneuen beschlossest,
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Dein und unser Geburtsland! Komm zurück in den Himmel!
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Komm, sei gegrüßt in Deinen Erbarmungen, Gottmensch, Mittler!«
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Also ertönte mit mächtigem Klang die Stimme der Seelen
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Durch des strahlenden Tempels Gewölbe. Jesus vernahm sie
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Fern in der Tiefe. Wie mitten in heiligen Einsiedleien,
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In der Zukunft Folge vertieft, prophetische Weise
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Dich, in der Fern' herwandelnde Stimme des Ewigen, hören.
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Jesus stieg an dem Oelberg nieder. An seiner Mitte
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Standen Palmen, vor allen auf niedrigen Hügeln erhaben,
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Von leichtschimmernden Wolken des Morgennebels umflossen.
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Unter den Palmen vernahm der Messias den Engel Johannes',
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Raphael ist sein Name, der ihn hier betend verehrte.
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Liebliche Winde zerflossen von ihm und trugen die Stimme,
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Die sonst keine Geschöpfe nicht hörten, hinab zu dem Mittler.
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»raphael, komm,« rief ihm der Messias mit freundlichem Anblick,
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»wandle mir hier ungesehn zu der Seite. Wie hast Du die Nacht durch
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Unsers lieben Johannes unschuldige Seele bewachet?
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Welche Gedanken, die Deinen Gedanken, Raphael, glichen,
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Hatt' er? Wo ist er jetzt?« – »Ich bewacht' ihn,« sagte der Seraph,
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»wie wir die Erstlinge Deiner Erwählten, o Mittler, bewachen.
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Seinen geöffneten Geist umschatteten heilige Träume,
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Träume von Dir. O, hättest Du ihn da schlummern gesehen,
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Als er Dich, Göttlicher, sah! Ein heiliges Frühlingslächeln
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Füllte sein Antlitz. Dein Seraph hat auch in Eden's Gefilden
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Adam gesehn, da er schlief, und das Bild der werdenden Eva
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Und des bauenden Schöpfers vor seine Gedanken herabkam.
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Aber so schön war er kaum wie Dein göttlicher Jünger Johannes.
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Doch jetzt ist er dort unten in traurigen, nächtlichen Gräbern,
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Klaget einen besessenen Mann, der im Staube der Todten,
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Fürchterlich bleich wie bebend Gebein, herübergestreckt liegt.
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Mittler, Du solltest ihn sehn, Du solltest den zärtlichen Jünger
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Neben ihm voll mitleidiges Kummers und Wehmuth erblicken,
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Wie vor Menschenliebe das Herz ihm erbarmend zerfließet,
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Wie er bebet. Mir selbst drang eine Thräne der Wehmuth
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Zitternd ins Auge. Da wandt' ich mich weg. Das Leiden der Geister,
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Die Du zur Ewigkeit schufst, ist mir stets durch die Seele gedrungen.«
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Raphael schwieg. Der Göttliche sah mit Zorne gen Himmel.
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»vater, erhöre mich! Es werde der Hasser der Menschen
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Deinem Gericht ein ewiges Opfer, das jauchzend der Himmel,
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Das mit Bestürzung und Schand' und Schmach die Hölle betrachte!«
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Also sagt' er und näherte sich den Gräbern der Todten.
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Unten am mitternächtlichen Berge waren die Gräber
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In zusammengebirgte, zerrüttete Felsen gehauen.
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Dicke, finsterverwachsene Wälder verwahrten den Eingang
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Vor des fliehenden Wanderers Blick. Ein trauriger Morgen
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Stieg, wenn der Mittag schon sich über Jerusalem senkte,
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Dämmernd noch in die Gräber mit kühlem Schauer hinunter.
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Samma, so hieß der besessene Mann, lag neben dem Grabe
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Seines jüngsten, geliebteren Sohns in kläglicher Ohnmacht.
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Satan ließ ihm die Ruh, ihn desto ergrimmter zu quälen.
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Samma lag bei des Knaben Gebein in modernder Asche;
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Neben ihm stand sein anderer Sohn und weinte zu Gott auf.
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Jenen todten, den der Vater beweint' und der Bruder,
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Brachte die zärtliche Mutter einst, erweicht durch sein Flehen,
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Mit in die Gräber zum Vater hinab, zu dem Vater im Elend,
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Den jetzt Satan in grimmiger Wuth bei den Todten herumtrieb.
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»ach, mein Vater!« so rief der kleine geliebte Benoni
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Und entflohe der Mutter Arm, die ängstlich ihm nachlief;
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»ach, mein Vater, umarme mich doch!« und krümmt' um die Hand sich,
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Drückte sie an sein Herz. Der Vater umfasset ihn, bebet.
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Da mit kindlicher Inbrunst nun der Knab' ihn umarmte,
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Da er mit sanft liebkosendem Lächeln ihn jugendlich ansah,
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Warf ihn der Vater an einen entgegenstehenden Felsen,
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Daß sein zartes Gehirn an blutigen Steinen herabrann,
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Und mit leisem Röcheln entfloh die Seele voll Unschuld.
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Jetzo klagt er ihn trostlos und faßt das kalte Behältniß
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Seiner Gebeine mit sterbendem Arm. »Mein Sohn, Benoni!
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Ach, Benoni, mein Sohn!« so sagt er, und jammernde Thränen
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Stürzen vom Auge, das bricht und langsamstarrend dahinstirbt.
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Also lag er beklommen von Angst, da der Mittler hinabkam.
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Joel, der andere Sohn, verwandte sein thränendes Antlitz
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Von dem Vater und sah den Messias die Gräber herabgehn.
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»ach, mein Vater,« erhub er froh vor Verwundrung die Stimme,
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»jesus, der große Prophet, kommt in die Gräber hernieder.«
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Satan hört' es und sah bestürzt durch die Oeffnung des Grabmals.
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So sehn Gottesleugner, der Pöbel, aus dunkeln Gewölben,
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Wenn am donnernden Himmel das hohe Gewitter heraufzieht,
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Und in den Wolken der Rache gefürchtete Wagen sich wälzen.
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Satan hatte bisher aus der Fern' nur Samma gepeinigt.
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Aus den tiefsten, entlegensten Enden des nächtlichen Grabmals
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Sandt' er langsame Plagen hervor. Itzt erhub er sich wieder,
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Rüstete sich mit des Todes Schrecken und stürzt' auf Samma.
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Samma sprang auf, dann fiel ohnmächtig von Neuem er nieder.
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Sein erschütterter Geist (er rang noch kaum mit dem Tode)
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Riß ihn, von dem mördrischen Feind empöret zum Unsinn,
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Felsenan. Hier wollt' ihn, vor Deinen göttlichen Augen,
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Richter der Welt, am hangenden Felsen Satan zerschmettern.
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Aber Du warest schon da, schon trug voreilend die Gnade
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Dein verlassnes Geschöpf auf treuen, allmächtigen Flügeln,
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Daß er nicht sank. Da ergrimmte der Geist des Menschenverderbers
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Und erbebte; ihn schreckte von fern die kommende Gottheit.
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Jetzo richtete Jesus sein helfendes Antlitz auf Samma,
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Und belebende, göttliche Kraft, mit dem Blicke vereinet,
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Ging von ihm aus. Da erkannte der bange, verlassene Samma
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Seinen Retter. Ins bleiche Gesicht voll Todesgestalten
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Kam die Menschheit zurück; er schrie und weinte gen Himmel,
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Wollte reden, allein kaum konnt' er, von Freuden erschüttert,
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Bebend stammeln. Doch breitet' er sich mit sehnlichen Armen
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Nach dem Göttlichen aus und sah mit getröstetem Auge
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Voll Entzückung nach ihm von seinem Felsen herunter.
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Wie die Seele des trüberen Weisen, die, in sich gekehret
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Und an der Ewigkeit der künftigen Dauer verzweifelnd,
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Innerlich bebt – die unsterbliche schauert vor der Vernichtung –
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Aber itzt nahet sich ihr der weiseren Freundinnen eine;
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Ihrer Unsterblichkeit sicher und stolz auf Gottes Verheißung,
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Kommt sie zu ihr mit tröstendem Blick. Die trübe Verlassne
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Heitert sich auf und windet mit Macht vom jammernden Kummer
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Ungestümfreudig sich los; die ewige jauchzt nun und segnet
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Sich in Triumph und ist von Neuem unsterblich geworden.
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Also empfand der besessene Mann die Beruhigung Gottes.
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Jetzo sprach der Messias mit mächtiger Stimme zu Satan:
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»geist des Verderbens, wer bist Du, der Du vor meinem Antlitz
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Dies zur Erlösung erwählte Geschlecht, die Menschen, so quälest?«
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»ich bin Satan,« antwortet' ein zorniges, tiefes Gebrüll, »bin
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König der Welt, die oberste Gottheit unsklavischer Geister,
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Die mein Ansehn etwas Erhabnerem als den Geschäften
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Himmlischer Sänger bestimmt. Dein Ruf, o sterblicher Seher –
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Denn Maria wird wol Unsterbliche niemals gebären –
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Dieser Dein Ruf drang, wer Du auch bist, zu der untersten Hölle.
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Selber ich verließ sie – sei stolz ob meiner Heraufkunft –
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Dich von himmlischen Sklaven verkündigten Retter zu sehen.
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Doch Du wurdest ein Mensch, ein götterträumender Seher,
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Wie die, welche mein mächtiger Tod hinab in die Erde
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Gräbt. Drum gab ich nicht Acht, was die neuen Unsterblichen thaten.
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Aber nicht müßig zu sein, so plagt' ich – das hast Du gesehen –
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Deine Geliebten, die Menschen. Da schau die Todesgestalten,
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Meine Geschöpf', auf diesem Gesicht! Jetzt eil' ich zur Hölle.
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Unter mir soll mein allmächtiger Fuß das Meer und die Erde,
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Mir zu bahnen gehbaren Weg, gewaltsam verwüsten.
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Dann soll schauen die Höll' in Triumph mein königlich Antlitz.
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Willst Du was thun, so thu' es alsdann. Denn ich kehre wieder,
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Hier auf der Welt mein erobertes Reich als König zu schützen.
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Stirb indeß noch, Verlassner, vor mir!« Er sprach's, und er stürzte
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Stürmend auf Samma. Allein des ruhigschweigenden Mittlers
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Stille verborgne Gewalt kam, gleich des Vaters Allmacht,
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Wenn er Untergang unerforscht auf Welten herabwinkt,
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Satan in Zorne zuvor. Er floh und vergaß im Entfliehen,
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Unter allmächtigem Fuß zu verwüsten das Meer und die Erde.
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Samma stieg indeß von seinem Felsen hernieder.
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Also entfloh von dem hohen Euphrates Nebukadnezar,
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Da ihm der Rath der heiligen Wächter die Bildung des Menschen
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Wiedergab und, von Neuem den Himmel zu schaun, ihn erhöhte.
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Gottes Schrecknisse gingen nicht mehr mit dem Rauschen Euphrates'
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Ihm in Wettern vorüber, als wären's des Sinai Wetter.
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Nebukadnezar erhub sich auf Babylon's hangende Höhen;
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Jetzo kein Gott mehr, lag er gen Himmel ausgebreitet,
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Dankbar im Staube gebeugt, den Ewigen anzubeten.
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So kam Samma zu Jesus herab und fiel vor ihm nieder.
205
»darf ich Dir folgen, Du heiliger Mann? Ach, laß mich mein Leben,
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Das du von Neuem mir gabst, bei Dir, Mann Gottes, vollenden!«
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Also sagt' er und schlang sich mit brünstigen, zitternden Armen
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Um den Erlöser, der ihm mit menschenfreundlichen Blicken
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Dies erwiderte: »Folge mir nicht, doch verweile Dich künftig
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Oft an der Höh' der Schädelstätte; da wirst Du die Hoffnung
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Abraham's und der Propheten mit Deinen Augen erblicken.«
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Als der Mittler zu Samma so sprach, da wandte sich Joel
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Zu Johannes und sagte zu ihm mit schüchterner Unschuld:
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»lieber! ach, führe Du mich zu Gottes großem Propheten,
215
Daß er mich höre, Du kennest ihn ja.« Der zärtliche Jünger
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Nahm ihn und führt' ihn zu Jesus; da sagt' er in seiner Unschuld:
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»gottes Prophet, so kann denn mein Vater und ich Dir nicht folgen?
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Aber – o, darf ich es sagen – warum verweilest Du jetzo,
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Wo mein jugendlich Blut erstarrt vor der Todten Gebeinen?
220
Komm, Mann Gottes, ins Haus, wohin mein Vater zurückkehrt;
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Dort soll meine verlassene Mutter mit Demuth Dir dienen.
222
Milch und Honig, die lieblichste Frucht von unseren Bäumen
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Sollst Du genießen; die Wolle der jüngsten Lämmer der Aue
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Soll Dich decken. Ich selber will Dich, o Gottes Prophet, dann,
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Kömmt der Sommer, unter der Bäume Schatten begleiten,
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Die mein Vater im Garten mir gab. Mein lieber Benoni!
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Ach, Benoni, mein Bruder! Dich lass' ich zurück in dem Grabe!
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Ach, nun wirft Du mit mir die Blumen künftig nicht tränken,
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Wirst am kühlenden Abend mich niemals brüderlich wecken!
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Ach, Benoni! ach, Gottes Prophet, da liegt er im Staube!«
231
Jesus sah mit Erbarmen ihn an und sprach zu Johannes:
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»trockne dem Knaben die Zähren vom Aug'! Ich hab' ihn viel edler
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Und rechtschaffner als viele von seinen Vätern erfunden.«
234
Also sagt' er und blieb mit Johannes allein in den Gräbern.
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Satan ging indeß, mit Dampf und mit Wolken umhüllet,
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Hin durch Josaphat's Thal und über das Meer des Todes,
237
Stieg von da auf den wolkichten Karmel, vom Karmel gen Himmel.
238
Hier durchirrt' er mit grimmigem Blick den göttlichen Weltbau,
239
Daß er, nach so vielen Jahrhunderten seit der Erschaffung,
240
In der Herrlichkeit strahle, die ihm der Donnerer anschuf.
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Gleichwol ahmt' er ihn nach und änderte seine Gestalten
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Durch ätherischen Glanz, daß die Morgensterne, wie dunkel
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Und verworfen er sei, in stillem Triumphe nicht sähen.
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Doch dies helle Gewand war ihm bald unerträglich; er eilte,
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Aus der schreckenden Schöpfung Bezirk zu der Hölle zu kommen.
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Itzo hatt' er sich schon bei den äußersten Weltgebäuden
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Stürmisch heruntergesenkt. Unermeßliche dämmernde Räume
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Thaten vor ihm wie unendlich sich auf. Die nennt er den Anfang
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Weiterer Reiche, die Satan durchherrscht. Hier sah er von ferne
250
Flüchtigen Schimmer, so weit die letzten Sterne der Schöpfung
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Noch das unendliche Leere mit sterbendem Strahle durchirrten.
252
Doch hier sah er die Hölle noch nicht. Die hatte die Gottheit
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Ferne von sich und ihren Geschöpfen, den seligen Geistern,
254
Weiter hinunter in ewige Dunkelheit eingeschlossen.
255
Denn in unserer Welt, dem Schauplatz ihrer Erbarmung,
256
War kein Raum für Orte der Qual. Der Ewige schuf sie
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Furchtbar, zu dem Verderben, zu seinem strafenden Endzweck
258
Weit hinreichend, vollkommen. In drei erschrecklichen Nächten
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Schuf er sie und verwandte von ihr sein Antlitz auf ewig.
260
Zween der heldenmüthigsten Engel bewachten die Hölle.
261
Dies war Gottes Befehl, da er sie mit mächtiger Rüstung
262
Segnend umgab. Sie sollten den Ort der dunkeln Verdammniß
263
Ewig in seinem Kreis erhalten, damit der Empörer
264
Kühn mit seiner verfinsterten Last nicht die Schöpfung bestürmte
265
Und das Antlitz der schönen Natur durch Verwüstung entstellte.
266
Wo an der Pforte der Hölle mit herrschendem Auge sie ruhen,
267
Dorther senkt sich ein strahlender Weg, wie von Zwillingsquellen,
268
Hell die Wogen, ein Strom, den noch die Wendung nicht krümmte,
269
Gegen den Himmel gekehrt, nach Gottes Welten hinüber,
270
Daß in der Einöd' hier es ihnen an heiliger Freude
271
Ueber die mannichfaltige Schöne der Schöpfung nicht fehle.
272
Neben diesem leuchtenden Weg eilt Satan zur Hölle,
273
Reißet ergrimmt durch die Pforte sich, steigt in dampfendem Nebel
274
Auf den hohen, gefürchteten Thron. Ihn sahe kein Auge
275
Unter den Augen, die Nacht und Verzweiflung trübe verstellten.
276
Zophiel nur, ein Herold der Höll', entdeckte den Nebel,
277
Welcher hinauf sich zog die erhebenden Stufen, und sagte
278
Einem, der neben ihm stand: »Kommt Satan's oberste Gottheit
279
Etwa zur Hölle zurück? Verkündigt der dampfende Nebel
280
Jene Rückkehr, welcher die Götter so lange schon harrten?«
281
Als der Herold noch sprach, floß schnell die umhüllende Dämmrung
282
Rings von Satan; er saß auf einmal mit zornigem Antlitz
283
Fürchterlich da. Gleich eilte der flüchtige, sklavische Herold
284
Gegen das Feuergebirg, das sonst mit Strömen und Flammen
285
Satan's Ankunft weit auf den überhangenden Felsen
286
In den gedrohten, versinkenden Thälern umher ankündet.
287
Zophiel stieg auf Flügeln des Sturms durch die Höhlen des Berges
288
Gegen die dampfende Mündung empor. Ein feuriges Wetter
289
Machte darauf den ganzen Bezirk der Finsterniß sichtbar.
290
Jeder erblickt' in schimmernder Fern' den schrecklichen König.
291
Alle Bewohner des Abgrunds kamen. Die Mächtigsten eilten,
292
Neben ihm auf den Stufen des Throns sich niederzusetzen.
293
Die Du mit Ruh voll Feuer und Ernst zu der Höll' hinabsiehst,
294
Weil Du zugleich im Angesicht Gottes Klarheit erblickest
295
Und Zufriedenheit über sich selbst, wenn er Sünder bestrafet,
296
Zeige sie mir, Sionitin, und laß die mächtige Stimme
297
Rauschend gleich Sturmwinden, wie Wetter Gottes, ertönen.
298
Adramelech kam erst, ein Geist, verruchter als Satan
299
Und verdeckter. Noch brannte sein Herz von grimmigem Zorne
300
Wider Satan, daß dieser zuerst zur Empörung sich aufschwang;
301
Denn er hatte schon lange bei sich Empörung beschlossen.
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Wenn er was that, er that's nicht, Satan's Reiche zu schützen;
303
Seinetwegen verübt' er es. Seit undenkbaren Jahren
304
Hatt' er darauf schon gedacht, wie er sich zu der Herrschaft erhübe,
305
Wie er Satan entflammte, mit Gott von Neuem zu kriegen,
306
Oder ihn in den unendlichen Raum auf ewig entfernte
307
Oder zuletzt, wär' Alles umsonst, durch Waffen bezwänge.
308
Da schon, als die gefallenen Engel den Ewigen flohen,
309
Sann er darauf. Da sie alle schon der Abgrund einschloß,
310
Kam er zuletzt und trug vor seinem kriegrischen Harnisch
311
Eine leuchtende goldene Tafel und rief durch die Hölle:
312
»warum fliehen die Könige so? In hohem Triumphe
313
Solltet Ihr, o Krieger, für unsre behauptete Freiheit
314
In die neue Wohnung der Pracht und Unsterblichkeit einziehn!
315
Da der Messias und Gott den neuen Donner erfanden
316
Und, in ihr Kriegsgeschäft vertieft, Euch zornig verfolgten,
317
Stieg ich ins Allerheiligste Gottes; da fand ich die Tafel
318
Voll vom Schicksal, das unsre künftige Größe verkündigt.
319
Sammelt Euch, seht die himmlische Schrift! So redet das Schicksal:
320
›einer von Denen, die jetzt Jehovah als Sklaven beherrschet,
321
Wird, daß er Gott sei, erkennen, wird den Himmel verlassen
322
Und mit seinen vergötterten Freunden im einsamen Raume
323
Wohnungen finden. Die wird er zwar erst mit Abscheu bewohnen,
324
Wie Der, der ihn vertrieb, eh ich ihm die Welten erbaute,
325
Lange – dies war mein herrschender Wille – das Chaos bewohnte.
326
Aber er soll nur die Reiche der Hölle muthig betreten;
327
Denn aus ihr entstehen ihm einst gleichherrliche Welten.
328
Die wird Satan erschaffen, doch soll er den göttlichen Grundriß
329
Selber von mir vor meinen erhabenen Thronen empfangen.
330
Also saget der Götter Gott, ich, der ich allein mir
331
Alle Bezirke des Raums mit ihren Göttern und Welten
332
Rings mit meiner vollkommensten Welt unendlich umgrenze!‹«
333
Aber ihm glaubte die Hölle nicht, zwang sich umsonst, es zu wähnen.
334
Gott vernahm die Stimme des Lästernden, sprach zu sich selber:
335
»auch der erschütterte Sünder ist meiner Herrlichkeit Zeuge.«
336
Und mit Eile ging das Gericht vom Angesicht Gottes.
337
Tief in der innersten Höll' erhebt sich ein leuchtender Klumpen
338
Aus dem flammenden Meer, geht unter ins Meer des Todes.
339
Der erhub aus der Laufbahn sich in donnernden Kreisen,
340
Faßt' Adramelech und stürzt' in das todte Meer ihn. Da wurden
341
Sieben Nächte statt einer. Die Nächte lag er im Abgrund.
342
Lange darauf erbaut' er der obersten Gottheit den Tempel,
343
Wo er, als ihr Priester, die goldene Tafel des Schicksals
344
Ueber den hohen Altar gestellt hat. Die älternde Lüge
345
Glaubt zwar Keiner; doch kommen, die Adramelech verehren,
346
Sklavische Heuchler, dahin und beten sein luftiges Unding,
347
Wenn er da ist, gebückt, und wenn er weg ist, mit Hohn an.
348
Von dem Tempel kam Adramelech und setzt' auf dem Throne
349
Mit verborgenem Grimm an Satan's Seite sich nieder.
350
Drauf eilt Moloch, ein kriegrischer Geist, von seinen Gebirgen,
351
Die er, käme der donnernde Krieger – so nennt er Jehovah –
352
In die Gefilde der Hölle, sie einzunehmen, herunter,
353
Sich zu vertheidigen, stolz mit neuen Bergen umthürmt hat.
354
Oft, wenn der traurige Tag an des flammenden Oceans Ufern
355
Dampfend hervorsteigt, sehen ihn schon die Bewohner der Hölle,
356
Wie er unter der Last, von Getös umstürmt und von Krachen,
357
Mühsam geht und sich dem hohen Gipfel des Berges
358
Endlich naht. Und wenn er alsdann die neuen Gebirge
359
Auf die Höh, der Hölle Gewölben entgegengethürmt hat,
360
Steht er in Wolken und wähnt, indem ein zertrümmerter Berg noch
361
Hallet, er donnr' aus den Wolken. Ihn sehn die Erdebezwinger
362
Unten erstaunend an. Er rauschete von den Gebirgen
363
Durch sie gewaltig einher. Sie wichen, geflügelt von Ehrfurcht,
364
Vor dem Krieger. Er ging, von seiner tönenden Rüstung
365
Dunkel wie der Donner von schwarzen Wolken umgeben.
366
Vor ihm bebte der Berg, und hinter ihm sanken die Felsen
367
Zitternd herab. So ging er und kam zu dem Thron des Empörers.
368
Belielel erschien nach ihm. Er kam verstummend
369
Aus den Wäldern und Au'n, aus denen Bäche des Todes
370
Dunkel von nebelndem Quell nach Satan's Throne sich wälzen.
371
Dort bewohnt's Belielel. Umsonst ist alle sein Mühsal,
372
Ewig umsonst, des Fluches Gefild wie die Welten des Schöpfers
373
Umzuschaffen. Ihn siehst Du mit hohem, erhabenen Lächeln,
374
Ewiger, wenn er jetzt den furchtbarbrausenden Sturmwind
375
Sehnsuchtsvoll, hinsinkendes Arms, gleich kühlenden Westen
376
Vor sich über zu führen am traurigen Bach arbeitet.
377
Denn der braust unaufhaltsam dahin, und Schrecknisse Gottes
378
Rauschen ihm auf den verderbenden Flügeln, und öde Verwüstung
379
Bleibt ungestalt im erschütterten Abgrund hinter ihm liegen.
380
Grimmig denkt Belielel an jenen unsterblichen Frühling,
381
Der die himmlische Flur wie ein junger Seraph umlächelt.
382
Ach, ihn bildet' er gern in der Hölle zu nächtlichem Thal nach!
383
Doch er ergrimmt und seufzet vor Wuth; denn die traurigen Auen
384
Liegen vor ihm in entsetzlicher Nacht unbildsam und öde,
385
Ewig unbildsam, unendliche, lange Gefilde voll Jammer.
386
Traurend kam Belielel zu Satan. Noch brannt' er vor Rachsucht
387
Wider Den, der von himmlischen Au'n zu der Höll' ihn hinabstieß
388
Und, so dacht' er, mit jedem Jahrhundert sie schrecklicher machte.
389
Satan's Rückkehr sahest auch Du in Deinen Wassern,
390
Magog, des todten Meers Bewohner. Aus brausenden Strudeln
391
Kam er hervor. Das Meer zerfloß in lange Gebirge,
392
Da sein kommender Fuß die schwarzen Fluthen zertheilte.
393
Magog fluchet dem Herrn; der wilden Lästerung Hall brüllt
394
Unaufhörlich aus ihm. Seit seiner Verwerfung vom Himmel
395
Flucht er dem Ewigen. Voll der Nachsucht will er die Hölle,
396
Daur' es auch lastende Ewigkeiten, doch endlich vernichten.
397
Jetzo, da er das Trockne betrat, da warf er verwüstend
398
Noch mit seinen Gebirgen ein ganzes Gestad' in den Abgrund.
399
Also versammelten sich der Hölle Fürsten zu Satan.
400
Wie Eilande des Meers, aus ihren Sitzen gerissen,
401
Rauschten sie hoch, unaufhaltsam einher. Der Pöbel der Geister
402
Floß mit ihnen unzählbar, wie Wogen des kommenden Weltmeers
403
Gegen den Fuß gebirgter Gestade, zum Thron des Empörers.
404
Tausendmal tausend Geister erschienen. Sie gingen und sangen
405
Eigene Thaten, zur Schmach und unsterblichen Schande verurtheilt.
406
Unterm Getös gespaltner – sie hatten Donner gespalten –
407
Dumpfer, entheiligter Harfen, verstimmt zu den Tönen des Todes,
408
Sangen sie's her. So rauschen in mitternächtlicher Stunde
409
Grimmige Schlachten von tödtenden und von sterbenden Streitern
410
Furchtbar umher, wenn brausend auf ehernen Wagen der Nordwind
411
Gegen sie fährt, und gebrüllt von dem Widerhall' ihr Gebrüll wird.
412
Satan sah und hörte sie kommen. Vor wilder Entzückung
413
Stand er mit Ungestüm auf und übersah sie Alle.
414
Fern bei dem untersten Pöbel erblickt' er in spottender Stellung
415
Gottesleugner, ein niedriges Volk. Sein schrecklicher Führer,
416
Gog, war darunter, erhabner als All' an Gestalt und an Unsinn.
417
Daß das Alles ein Traum, ein Spiel sei irrer Gedanken,
418
Was es im Himmel gesehen, Gott, erst Vater, dann Richter,
419
Das zu wähnen, reizt' es sich, krümmt' es sich, wand es sich wüthend.
420
Satan sah sie mit Hohn. Denn mitten in seiner Verfinstrung
421
Fühlt er doch noch, daß der Ewige sei. Bald stand er voll Tiefsinn,
422
Sah bald langsam ringsumher und setzte sich wieder.
423
Wie auf hohen unwirthlichen Bergen drohende Wetter
424
Langsam und verweilend sich lagern, saß er und dachte.
425
Ungestüm that sein Mund sich itzt auf, und tausend Donner
426
Sprachen aus ihm, da er sprach: »Wenn Ihr's, o furchtbare Schaaren,
427
Wenn Ihr's noch seid, die mit mir die drei erschrecklichen Tage
428
Auf der himmlischen Ebn' aushielten, so hört in Triumphe,
429
Was ich Euch jetzt eröffne von meiner Zögrung auf Erden.
430
Aber nicht dieses allein, Ihr sollt auch den mächtigen Rathschluß
431
Hören, Jehovah zur Schmach zu verherrlichen unsere Gottheit.
432
Eh soll die Hölle vergehn, und eh
433
Der vor Diesem einmal im nächtlichen Chaos gebaut hat,
434
Um sich vernichten und wieder allein in der Einsamkeit wohnen,
435
Eh er die Herrschaft über die sterblichen Menschen uns abzwingt.
436
Götter, stets unbesiegt, unsklavisch wollen wir bleiben,
437
Wenn er auch gegen uns seine Versöhner zu Tausenden schickte,
438
Wenn er auch selbst, ein Messias zu werden, die Erde beträte.
439
Doch wem zürn' ich? Wer ist der neue, geborne Jehovah,
440
Der die Gottheit sogar im sterblichen Leib umherträgt,
441
Daß darüber die Götter so sinnen, als ob sie von Neuem
442
Hohe Gedanken ihrer Vergöttrung und Schlachten erfänden?
443
Sollte der Ewigen einer, um uns den Sieg zu erleichtern,
444
Aus den Schößen sterblicher Mütter, die bald die Verwesung
445
Auch zertrümmert, auf uns, die er kennt, zu kämpfen hervorgehn?
446
Das wär' möglich? Es handelte so, den Satan bekriegt hat?
447
Zwar stehn Einige hier, die vor ihm mit Zagen entflohen
448
Und aus morschen Gerippen gequälter Sterblicher wichen;
449
Furchtsame, bebt vor dieser Versammlung, hüllt Euch das Antlitz
450
In verfinsternde Scham! die Götter hören's, Ihr flohet!
451
Warum flohet Ihr so, Elende? Was nanntet Ihr Jesus,
452
Euer und meiner unwürdig, den Sohn des ewigen Gottes?
453
Doch daß Ihr wißt, wer er sei, der unter den Israeliten
454
Auch gern Gott wär', so höret von mir die Geschichte des Stolzen!
455
Hör' Du es auch in hohem Triumphe, Versammlung der Götter!
456
Unter dem Volk des Jordan's ist seit undenkbaren Zeiten
457
Eine prophetische Sage gewesen; denn unter der Sonne
458
Hat vor allen Völkern dies Volk am Meisten geträumet.
459
Nach der Prophezeiung entspringt von ihnen ein Heiland,
460
Welcher sie von den umliegenden Feinden auf ewig erlöset
461
Und vor allen Landen ihr Reich zu dem herrlichsten Reich macht.
462
Und Ihr wißt, daß vor wenigen Jahren von unsrer Versammlung
463
Einige kamen, verkündeten, daß sie auf Tabor's Gebirgen
464
Heere feirender Engel gesehn, die hätten den Namen
465
»jesus« unaufhörlich genannt mit Entzückung und Ehrfurcht,
466
Daß die Cedern davon bis in die Wolken erbebten,
467
Daß die Palmenhaine der Hall der Jubelgesänge
468
Ganz durchrauschte, und »Jesus, Jesus!« Tabor erfüllte.
469
Drauf ging, übermüthig vor Stolz und wie in Triumphe,
470
Gabriel nieder den Berg zu der Israelitinnen einer,
471
Grüßte sie, wie man Unsterbliche grüßt, und sagt' ihr voll Ehrfurcht:
472
Siehe, von ihr sollt' ein König entstehn, so die Herrschaften David's
473
Mächtig schützen und Israel's Erbe verherrlichen würde.
474
Er hieß' Jesus, so sollte sie nennen den Sohn der Götter!
475
Ewig sollte die Macht des großen Königes dauren!
476
Dieses vernahmt Ihr. Warum erstaunten die Götter der Hölle,
477
Da sie es hörten? Ich selbst, ich habe viel mehr noch gesehen;
478
Doch nichts schreckt mich! Ich will Euch Alles muthig entdecken,
479
Nichts will ich Euch verschweigen, damit Ihr sehet, wie feurig
480
Sich mein Muth in Gefahren erhebt; sind es anders Gefahren,
481
Wenn sich ein sterblicher Träumer auf unserer Erde vergöttert.«
482
Jetzo sah er an sich des Donners Narben und zagte.
483
Doch arbeitet' er sehr, von Neuem empor zu schwellen,
484
Und er begann. »Dort wartet' ich auf des göttlichen Knaben
485
Hohe Geburt! Bald wird aus Deinem Schooße, Maria,
486
Dacht' ich, der Göttliche kommen. Geschwinder als fliegende Blicke,
487
Schneller noch wie Gedanken der Götter, von Zorne beflügelt,
488
Wird er gen Himmel erwachsen. Er deckt in seiner Erhöhung
489
Jetzt mit dem einen Fuße das Meer, mit dem andern den Erdkreis,
490
Wägt in der schreckenden Rechte dann den Mond und die Sonne,
491
In der Linken die Morgensterne! Da kommt er und tödtet!
492
Mitten in Stürmen, die er aus allen Welten herbeirief,
493
Rauscht er zum Sieg unaufhaltsam daher. Ach, fliehe nun, Satan!
494
Fliehe, damit er Dich nicht mit seinem allmächtigen Donner
495
Ungestüm fasse, bis Du, durch tausend Erden geworfen,
496
Sinnlos, bezwungen, ja todt in dem Unermeßlichen liegest.
497
Seht, so dacht' ich, Ihr Götter; allein ihm gefiel es noch jetzo,
498
Daß er ein Mensch, ein weinendes Kind wie die Söhne des Staubs, blieb,
499
Welche schon bei ihrer Geburt die Sterblichkeit weinen.
500
Zwar sang seine Geburt ein Chor der himmlischen Geister.
501
Denn sie kommen bisweilen herab, die Erde zu sehen,
502
Wo wir herrschen, da Grüfte zu sehn und Hügel der Todten,
503
Wo vordem Paradiese nur standen; dann kehren sie thränend
504
Und, sich zu trösten, mit feirenden Liedern zurück in den Himmel.
505
Also war es auch jetzt. Sie eileten, ließen den Knaben
506
Oder, hört Ihr's so lieber, den Herrn der Himmel im Staube.
507
Drauf entfloh er vor mir, ich ließ ihn immer entfliehen;
508
Einen so furchtsamen Feind zu verfolgen, war meiner nicht würdig.
509
Unterdeß ließ ich, nicht müßig zu sein, durch meinen Erwählten,
510
Meinen König und Opferpriester, Herodes, zu Bethlem
511
Säuglinge würgen. Das rinnende Blut, der Sterbenden Winseln
512
Und der untröstbaren Mütter Verzweiflung, der Leichname Ausfluß,
513
Der, mit Seelen vermischt, mir wallend entgegendampfte,
514
Waren mir, dem Vater des Elends, ein liebliches Opfer.
515
Wandelt nicht dort der Schatten Herodes'? Verworfene Seele,
516
War es nicht ich, der in Dir den Gedanken, die Bethlehemiten
517
Wegzuwürgen, erschuf? Kann etwa des Himmels Beherrscher
518
Seiner Bildungen mühsames Werk, die unsterblichen Seelen,
519
Vor mir schützen, daß ich sie mit meiner verborgnen Begeistrung
520
Nicht umschatte und über sie nicht zum Verderben mich breite?
521
Ja, Verlassner, Dein klagendes Winseln, Dein banges Verzweifeln
522
Und der Seelen Geschrei, die Du sonst unschuldig erwürgtest,
523
Daß sie sündigend starben und Dir und dem Schaffenden fluchten,
524
Ist nun Deinem befriedigten Herrscher ein liebliches Opfer.
525
Als er starb, versammelte Götter, da kehrte der Knabe
526
Aus Aegyptus' Gefilde zurück. Die Jahre der Jugend
527
Lebt' er im Schooß der zärtlichen Mutter, in weicher Umarmung,
528
Unbekannt. Kein jugendlich Feuer, kein edles Erkühnen
529
Trieb ihn zu Unternehmungen an, sich furchtbar zu machen.
530
Doch, Ihr Götter, im einsamen Wald, an dem öden Gestade,
531
Wo er oft war, da hat er vielleicht auf Dinge gesonnen,
532
Die aus schreckender Ferne den Untergang der Hölle
533
Drohn und von uns verneuerten Muth und Wachsamkeit fordern?
534
Seht, dies glaubt' ich vielleicht, hätt' er sich mit tiefen Gedanken
535
Mehr beschäftigt als mit der Betrachtung der Blumen und Felder
536
Und der Kinder um ihn und mit dem sklavischen Lobe
537
Dessen, der ihn mit den Würmen aus niedrigem Staube gemacht hat.
538
Ja, ich wäre vor Ruh und langer Muße vergangen,
539
Hätte mir nicht der Menschen Geschlecht stets Seelen geopfert,
540
Die ich, dem Himmel vorüber, hierher zur Bevölkerung sandte.
541
Endlich schien es, als sollt' er nun auch merkwürdiger werden.
542
Gottes Herrlichkeit kam, als er einst am Jordan herumging,
543
Strahlend vom Himmel. Sie hab' ich mit diesen unsterblichen Augen
544
Selbst am Jordan gesehn. Kein Bild, kein himmlisches Blendwerk
545
Hat mich getäuscht. Sie war's, wie sie von dem Throne des Himmels
546
Durch die langen, betenden Reihn der Seraphim wandelt.
547
Aber warum, und ob sie dem Erdenkinde zu Ehren
548
Oder, um unsere Wachsamkeit auszuforschen, herabstieg,
549
Dieses entscheid' ich nicht. Zwar hört' ich gewaltige Donner,
550
Donner mit dieser Stimme vereint: Das ist mein Geliebter,
551
Siehe, der Sohn nach meinem Herzen! Der war wol Eloa
552
Oder Einer vom Thron, der, mich zu verwirren, es ausrief;
553
Gottes Stimme war's nicht! Denn, bei der untersten Hölle
554
Und bei ihrer nächtlichsten Nacht! sie tönte mir anders,
555
Als er uns Göttern einst den Sohn der Ewigkeit aufdrang.
556
Auch weissagt' ihm ein finstrer Prophet, der dort in der Wüste
557
Menschenfeindlich die Felsen durchirrt, er rief ihm entgegen:
558
Siehe Gottes Lamm, das der Erde Sünde versöhnet!
559
Der Du von Ewigkeit bist, Du, der schon lange vor mir war,
560
Sei mir gegrüßt! Aus Dir, o Du der Erbarmungen Fülle,
561
Nehmen wir Gnad' um Gnade. Durch Moses ward das Gesetz kund;
562
Aber durch den Gesalbten des Herrn kommt Wahrheit und Gnade.
563
Ist das nicht hoch und prophetisch genug? So ist es, wenn Träumer
564
Träumer besingen, da bauen sie sich ein heiliges Dunkel;
565
Und dann sind wir unsterblichen Götter viel zu geringe,
566
Bis in das innre Gebäu der Geheimnisse durchzuschauen.
567
Will er uns nicht den erhabnen Messias, den König des Himmels,
568
Jenen Donnerer Gottes, der in der gewaltigen Rüstung
569
Wider uns stritt, bis wir die neuen Welten erreichten,
570
Unsern würdigen Feind und erhabneren Widersacher,
571
Will er ihn nicht in jene Gestalt, die wir tödten, verkleiden?
572
Zwar er selbst, das Erdegeschöpf, von dem der Prophet träumt,
573
Dünkt sich nicht wenig zu sein. Oft hält er Kranke, die schlummern,
574
Sie für Todte, geht hin und rufet sie wieder ins Leben!
575
Aber das ist nur Beginn. Einst folgen größere Thaten!
576
Denn er will das ganze Geschlecht der sterblichen Menschen
577
Von der Sünd' und dem Tode befrein, der Sünde, die, Allen
578
Eingepflanzt und immer empörend und ungestüm immer,
579
Wider Gott in ihren unsterblichen Seelen sich auflehnt,
580
Unbezwingbar der sklavischen Pflicht; von dem Tode, der Alle,
581
Der das ganze Geschlecht, so oft wir ihm winken, durchwürget,
582
Will er sie Alle befrein: Euch also auch, Ihr Seelen,
583
Die ich seit der Schöpfung zu mir wie Wogen des Weltmeers
584
Sammle, wie Sterne, wie Gott anbetende sklavische Sänger,
585
Ja, Euch auch, die quälet die ewige Nacht des Abgrunds
586
Und in der Nacht des Strafenden Feuer, im Feuer Verzweiflung,
587
In der Verzweiflung
588
Wir, wir werden alsdann, der Gottheit Vergesser und Sklaven,
589
Liegen vor ihm, vor ihm, dem neuvergötterten Menschen.
590
Was Der mit dem allmächtigen Donner von uns nicht erzwinget,
591
Wird Der aus des Todes Gebiet unbewaffnet vollenden.
592
Auf, Verwegner! befreie Dich erst, dann wecke die Todten.
593
Er soll sterben, ja sterben! er, der Satan's Besiegte
594
Eigenmächtig vom Tode befreit. Dich leg' in den Staub ich,
595
Bleich und entstellt, in der Todten Staub! Dann will ich den Augen
596
Die nicht sehn, die Dunkel und Nacht nun ewig umnebeln,
597
Sagen: Ach, seht, da erwachen die Todten! will ich den Ohren,
598
Die nicht hören, die ewig nun sind dem Tone geschlossen,
599
Sagen: Ach, hört, es rauschet das Feld, die Todten erwachen!
600
Und der Seele, wenn sie nun aus dem Leibe geflohn ist
601
Und zu der Hölle vielleicht, dort auch zu siegen, sich wendet,
602
Ruf' ich nach in furchtbarem Sturm, mit donnernder Stimme:
603
Eile, Du siegtest auf Erden! ja, eile Du fesseltest Götter!
604
Dich erwartet Triumpheinzug! die Pforten der Hölle
605
Thun vor Dir einladend sich auf! Dir jauchzet der Abgrund!
606
Gegen Dich wallen in feirenden Chören Seelen und Götter!
607
Gott muß entweder jetzt, da ich hier bin, eilend die Erde
608
Und mit der fliehenden ihn und die Menschen gen Himmel erheben,
609
Oder ich führ' es hinaus, was meine Weisheit mir eingab!
610
Oder ich thu', was ich mächtig beschloß, und ich end' und vollbring' es!
611
Er soll sterben! So wahr ich des Todes Erhalter und Schöpfer
612
Unbezwingbar durchlebe die kommenden Ewigkeiten:
613
Er soll sterben! Bald will ich von ihm den Staub der Verwesung
614
Auf dem Wege zur Hölle, vorm Antlitz des Ewigen ausstreun.
615
Seht den Entwurf von meinem Entschluß. So rächet sich Satan!«
616
Satan sprach es. Indem ging von dem Versöhner Entsetzen
617
Gegen ihn aus. Noch war in den einsamen Gräbern der Gottmensch.
618
Mit dem Laute, womit der Lästerer endigte, rauschte
619
Vor den Fuß des Messias ein wehendes Blatt. An dem Blatte
620
Hing ein sterbendes Würmchen. Der Gottmensch gab ihm das Leben.
621
Aber mit eben dem Blicke sandt' er Dir, Satan, Entsetzen!
622
Hinter dem Schritt des gesandten Gerichts versank die Hölle,
623
Und vor ihm ward Satan zur Nacht. So schreckt' ihn der Gottmensch.
624
Und die Satane sahen ihn, wurden zu Felsengestalten.
625
Unten am Throne saß einsiedlerisch, finster und traurig
626
Seraph Abdiel Abbadona. Er dachte die Zukunft
627
Und den Vergang voll Seelenangst. Vor seinem Gesichte,
628
Das in traurendes Dunkel, in schreckliches, Schwermuth hüllte,
629
Sah er Qualen gehäuft auf Qualen zur Ewigkeit eingehn.
630
Jetzo erblickt' er die vorige Zeit; da war er voll Unschuld,
631
Jenes erhabneren Abdiel's Freund, so den Tag der Empörung
632
Eine strahlende That vor Gottes Auge vollführte.
633
Denn er verließ die Empörer allein und unüberwindlich,
634
Kam zu Gott. Mit ihm, dem edelmüthigen Seraph,
635
War schon Abbadona dem Blick der Feinde Jehovah's
636
Fast entgangen; doch Satan's beflammter, rollender Wagen,
637
Der, zu Triumphen zurück sie zu führen, schnell um sie herkam,
638
Und der Drommetenden Kriegszuruf, der sie ungestüm einlud,
639
Und die Heerschaar, Jeder von seiner Götterschaft taumelnd,
640
Uebermannten sein Herz und rissen ihn hin zu der Rückkehr.
641
Hier noch wollt' ihn sein Freund mit Blicken drohender Liebe
642
Fortzueilen bewegen; allein, von künftiger Gottheit
643
Trunken, erkannt' Abbadona die vormals mächtigen Blicke
644
Seines Freundes nicht mehr. Er kam in dem Taumel zu Satan.
645
Jammernd denkt er und in sich verhüllt an diese Geschichte
646
Seiner heiligen Jugend und an den lieblichen Morgen
647
Seiner Schöpfung zurück. Der Ewige schuf sie auf einmal.
648
Damals besprachen sie sich mit angeschaffner Entzückung
649
Unter einander: »Ach, Seraph, was sind wir? Woher, mein Geliebter?
650
Sahst Du zuerst mich? Wie lange bist Du? Ach, sind wir auch wirklich?
651
Komm, umarme mich, göttlicher Freund, erzähle, was denkst Du?«
652
Und da kam aus strahlender Fern' die Herrlichkeit Gottes
653
Segnend einher. Sie sahen um sich unzählbare Schaaren
654
Neuer Unsterblicher wandeln, und wallendes Silbergewölk hob
655
Sie zu dem Ewigen auf. Sie sahn ihn und nannten ihn Schöpfer.
656
Diese Gedanken marterten Abbadona. Sein Auge
657
Floß von der jammernden Thräne. So floß von Bethlehem's Bergen
658
Rinnendes Blut, da die Säuglinge starben. Er hatte mit Schauer
659
Satan gehört; doch duldet' er's nicht und erhub sich, zu reden.
660
Dreimal seufzet' er, eh er sprach. Wie in blutigen Schlachten
661
Brüder, die sich erwürgten und, da sie starben, sich kennten,
662
Neben einander aus röchelnder Brust ohnmächtig seufzen.
663
Drauf begann er und sprach: »Ob mir gleich diese Versammlung
664
Ewig entgegen wird sein, ich will's nicht achten und reden!
665
Reden will ich, damit des Ewigen schweres Gericht nicht
666
Ueber mich auch komme, wie, Satan, es über Dich kam.
667
Ja, ich hasse Dich, Satan! Dich hass' ich, Du Schrecklicher! Mich, mich,
668
Diesen unsterblichen Geist, den Du dem Schöpfer entrissest,
669
Fordr' er, Dein Richter, ewig von Dir! Unendliches Wehe
670
Schrei' in der Abgrundskluft, in der Nacht, der Unsterblichen Heerschaar,
671
Satan! und laut mit dem Donnersturme sie Alle, die, Satan,
672
Du verführet hast! laut mit des Todes Meere sie Alle
673
Ueber Dich! Ich habe kein Theil an dem ewigen Sünder!
674
Gottesleugner! kein Theil an Deiner finstern Entschließung,
675
Gott den Messias zu tödten. Ha, wider wen, Du Empörer,
676
Hast Du gered't? Ist es wider Den nicht, der, Du bekennst es
677
Selber, wie sehr Du Dein Schrecken auch übertünchest, Dir furchtbar,
678
Mächtiger ist als Du? O, sendet den sterblichen Menschen
679
Gott Befreiung vom Elend und Tode, Du hältst ihr nicht Obstand!
680
Und Du willst des Messias Leib, den willst Du erwürgen?
681
Kennst Du ihn, Satan, nicht mehr? Hat Dich des Allmächtigen Donner
682
Nicht genug an dieser erhobnen Stirne gebrandmalt?
683
Oder kann Gott sich nicht vor uns Ohnmächtigen schützen?
684
Wir, die zum Tode die Menschen verführeten – wehe mir, wehe!
685
Ich that's auch! – wir wollen uns wider ihren Erlöser
686
Wüthend erheben? den Sohn, den Donnerer wollen wir tödten?
687
Ja, den Pfad zu einer vielleicht zukünftigen Rettung
688
Oder doch zu der Lindrung der Qual, den wollen wir ewig
689
Uns, so vielen vordem vollkommenen Geistern, verwüsten?
690
Satan! so wahr wir Alle die Qual gewaltiger fühlen,
691
Wenn Du diese Wohnung der Nacht und der dunkeln Verdammniß
692
Königlich nennst, so wahr kehrst Du mit Schande belastet,
693
Statt des Triumphs, zurück von Gott und seinem Messias.«
694
Grimmiger hört' und geduldlos und droh'nd den Furchtbaren Satan,
695
Wollte jetzt von den Höhen des Throns der thürmenden Felsen
696
Einen gegen ihn schleudern; allein die schreckliche Rechte
697
Sank ihm zitternd in Zorne dahin; er stampft' und erbebte.
698
Dreimal bebt' er vor Wuth, sah dreimal Abbadona
699
Ungestüm an und schwieg. Vor Grimm ward dunkel sein Auge,
700
Ihn zu verachten ohnmächtig. Mit muthigem Ernste, nicht zornig,
701
Blieb Abbadona vor ihm und mit traurendem Angesicht stehen.
702
Aber Gottes, der Menschen und Satan's Feind, Adramelech,
703
Sprach: »Aus finstern Wettern will
704
Ha! zudonnern sollen Dir Ungewitter die Antwort!
705
Darfst Du die Götter schmähn? Darf einer der niedrigsten Geister
706
Wider Satan und mich aus seiner Tiefe sich rüsten?
707
Wirst Du gequält, so wirst Du von Deinen niedern Gedanken,
708
Sklav, gequält! Entfleuch, Kleinmüthiger, aus den Bezirken
709
Unserer Herrschaft, wo Könige sind! entfleuch in die Leere!
710
Laß Dir da vom Allmächtigen Reiche des Jammers erschaffen!
711
Bringe da die Unsterblichkeit zu! Doch Du stürbest wol lieber!
712
Stirb denn, vergeh, anbetend, Du Sklav, gen Himmel gebücket!
713
Der Du mitten im Himmel für einen Gott Dich erkanntest
714
Und dem großen Allmächtigen kühn mit flammendem Grimme
715
Widerstandest, künftiger Schöpfer unzählbarer Welten,
716
Komm, komm, Satan! wir wollen den kleinen niedrigen Geistern
717
Unseren furchtbaren Arm durch Unternehmungen zeigen,
718
Die wie ein Wetter auf einmal sie blenden und niederschlagen!
719
Komm! Labyrinthe verborgnerer List, verwirrt zum Verderben,
720
Zeigen sich mir. Der Tod ist darin. Kein öffnender Ausgang
721
Und kein Führer soll ihn den Labyrinthen entreißen.
722
Aber, entflöh' er auch unserer List, gäbst Du auf dem Throne,
723
Uns zu entrinnen, ihm Götterverstand, so sollen in Grimme
724
Feurige Wetter ihn schnell vor unseren Augen vernichten!
725
Wie die Wetter, womit wir einst den Geliebteren Gottes,
726
Seinen glücklichen Job, vor dem Antlitz des Himmels bestritten.
727
Fleuch, fleuch, Erde, wir kommen mit Tod und Hölle bewaffnet!
728
Wehe Dem, der auf unserer Welt sich wider uns auflehnt!«
729
Also sprach Adramelech. Nun fiel die ganze Versammlung
730
Satan auf einmal mit Ungestüm bei. Gleich stürzenden Felsen
731
Stampft' ihr gewaltiger Fuß, daß die Tiefe darunter erbebte.
732
Jauchzend erhuben um sich sie, und stolz auf nahe Triumphe,
733
Fürchterliches Stimmengetös. Das rufte vom Aufgang
734
Bis zu dem Niedergange. Der Satane ganze Versammlung
735
Williget ein, den Messias zu tödten! Seitdem Gott schuf, sah
736
Eine That wie diese die Ewigkeit nicht. Ihr Erfinder,
737
Satan, und Adramelech, voll Rache und grimmiges Tiefsinns,
738
Stiegen vom Thron. Aus den Stufen kracht's, wie erschüttert der Fels kracht,
739
Da sie wandelten. Brüllender Zuruf wälzt sich, empöret
740
Mehr die Empörer, begleitet sie dumpf zu der Pforte des Abgrunds.
741
Abbadona (nur er war unbeweglich geblieben)
742
Folgte von fern, entweder sie noch von der That zu erretten
743
Oder ihr Ende, der Ungeheuren, mit anzusehen.
744
Jetzo nähert' er sich mit säumendem Schritte den Engeln,
745
Welche die Pforte bewachten. Wie war Dir, Abbadona,
746
Da Du Abdiel hier, den Unüberwindlichen, sahest?
747
Seufzend schlug er sein Angesicht nieder. Itzt wollt' er zurückgehn,
748
Wollte jetzo sich nahn, dann wollt' er einsam und traurend
749
Ins Unermeßliche fliehn; allein noch stand er mit Zittern,
750
Wehmuthsvoll. Nun faßt' er sich ganz auf einmal zusammen,
751
Ging auf ihn zu. Ihm schlug sein Herz mit mächtigen Schlägen;
752
Stille, den Engeln nur weinbare Thränen bedeckten sein Antlitz;
753
Seufzer aus allen Tiefen des Herzens, langsame Schauer,
754
Sterbenden selbst unempfindbar, erschütterten Abbadona,
755
Als er ging. Doch Abdiel's ihn frühsehendes Auge
756
Schaut' unverwandt in die Welt des Schöpfers, dem er getreu blieb,
757
Aber auf ihn nicht. Der Sonn' in der Jugend, den Frühlingstagen
758
Gleich, die hinab zu der kaum erschaffenen Erde sich senkten,
759
Glänzte der Seraph, doch nicht dem traurenden Abbadona.
760
Der ging fort und seufzte bei sich verlassen und einsam:
761
»abdiel, mein Bruder, Du willst Dich mir ewig entreißen!
762
Ewig willst Du mich ferne von Dir in der Einsamkeit lassen!
763
Weinet um mich, Ihr Kinder des Lichts! Er liebt mich nicht wieder,
764
Ewig nicht wieder, ach, weinet um mich! Verblühet, Ihr Lauben,
765
Wo wir mit Innigkeit sprachen von Gott und unserer Freundschaft!
766
Himmlische Bäche, versiegt, wo wir in süßer Umarmung
767
Gottes, des Ewigen, Lob mit reiner Stimme besangen!
768
Abdiel, mein Bruder, ist mir auf ewig gestorben!
769
Hölle, mein finsterer Aufenthalt, und Du Mutter der Qualen,
770
Ewige Nacht, beklag' ihn mit mir! Ein nächtliches Jammern
771
Steige, wenn Gott mich schreckt, von Deinen Bergen herunter!
772
Abdiel, mein Bruder, ist mir auf ewig gestorben!«
773
Also jammert er seitwärts gekehrt. Drauf stand er am Eingang
774
In die Welten. Ihn schreckte der Glanz und die fliegenden Donner
775
Gegen ihn wandelnder Orione. Er sahe die Welten,
776
Weil er sich stets, in sein Elend vertieft, in Einsamkeit einschloß,
777
Seit Jahrhunderten nicht. Er stand betrachtend und sagte:
778
»seliger Eingang, dürft' ich durch Dich in die Welten des Schöpfers
779
Wiederkehren und nie das Reich der dunkeln Verdammniß
780
Wieder betreten! Ihr Sonnen, unzählbare Kinder der Schöpfung,
781
War ich nicht schon, da der Ewige rief, da Ihr glänzend hervorgingt,
782
Heller als Ihr, da Ihr jetzt aus der Hand des Schöpfers herabkamt?
783
Und nun steh' ich da, verfinstert, verworfen, ein Abscheu
784
Dieser herrlichen Welt! Und Du, o Himmel! Ha, jetzo
785
Beb' ich erst, da ich Dich erblicke! Dort ward ich ein Sünder!
786
Stand dort wider den Ewigen auf! Du, unsterbliche Ruhe,
787
Meine Gespielin im Thal des Friedens, wo bist Du geblieben?
788
Ach, kaum läßt für Dich mein Richter trauriges Staunen
789
Ueber seine Welten mir zu! O, dürft' ich es wagen,
790
Schöpfer ihn niedersinkend zu nennen, wie gerne wollt' ich
791
Dann entbehren den liebenden Vaternamen, mit dem ihn
792
Seine Getreuen, die hohen Engel, kindlicher nennen!
793
O Du Richter der Welt! Dir darf ich Verlorner nicht flehen,
794
Daß Du mit
795
Finstrer Gedanke, Gedanke voll Qual! und Du, wilde Verzweiflung!
796
Wüthe, Tyrannin, ha, wüthe nur fort! Wie bin ich so elend!
797
Wär' ich nur nicht! Ich fluche Dir, Tag, da der Schaffende sagte:
798
»werde!« da er von Osten mit seiner Herrlichkeit ausging!
799
Ja, Dir fluch' ich, o Tag, da die neuen Unsterblichen riefen:
800
»unser Bruder ist auch!« Du, Mutter unendlicher Qualen,
801
Warum gebarest Du, Ewigkeit, ihn? Und mußt' er ja werden,
802
Warum ward er nicht finster und traurig, der ewigen Nacht gleich,
803
Welche mit Ungewitter und Tod vor dem Donnerer herzieht,
804
Leer von Geschöpfen, belastet vom Zorn und dem Fluche der Gottheit?
805
Wider wen empörst Du Dich hier vor dem Auge der Schöpfung,
806
Lästerer! Sonnen, fallt auf mich her! bedeckt mich, Ihr Sterne,
807
Vor dem grimmigen Zorn deß, der vom Throne der Rache
808
Ewig als Feind und Richter mich schreckt! Du in Deinen Gerichten
809
Unerbittlicher! ist denn in Deiner Ewigkeit künftig
810
Nichts von Hoffnungen übrig? Ach, wird denn, göttlicher Richter,
811
Schöpfer, Vater, Erbarmer! – Ach, nun verzweifl' ich von Neuem;
812
Denn gelästert hab' ich Jehovah! ich nannt' ihn mit Namen,
813
Heiligen Namen, die nennen kein Sünder darf ohne Versöhner!
814
Ha, ich entfliehe! Schon rauschet von ihm ein allmächtiger Donner
815
Durch das Unendliche furchtbar einher! Doch wohin? Ich entfliehe!«
816
Ruft' es und eilet' und schaute betäubt in des Leeren Abgrund.
817
Schaffe da Feuer, tödtende Gluth, die Geister verzehre,
818
Gott! Verderber! zu furchtbarer Gott in Deinen Gerichten!
819
Doch er flehte vergebens. Es ward kein tödtendes Feuer.
820
Darum wendet' er sich und floh zurück in die Welten.
821
Endlich stand er ermüdet auf einer erhabenen Sonne,
822
Schaute von da in die Tiefen hinab. Dort drängten Gestirne
823
Andre Gestirne wie glühende Seen. Ein irrender Erdkreis
824
Näherte sich, schon dampft' er, und schon war ihm sein Gericht nah.
825
Auf den stürzete sich Abbadona, mit ihm zu vergehen;
826
Doch er verging nicht und senkte, betäubt vom ewigen Kummer,
827
Wie ein Gebirge, weiß von Gebein, wo Menschen sich würgten,
828
Im Erdbeben versinkt, zu der Erde sich langsam nieder.
829
Unterdeß war Satan mit Adramelech der Erde
830
Auch schon näher gekommen. Sie gingen neben einander,
831
Jeder allein und in sich gekehrt. Jetzt sahe den Erdkreis
832
Adramelech vor sich in ferner Dunkelheit liegen.
833
»sie, sie ist es,« so sagt' er bei sich, »so drängten Gedanken
834
Andre Gedanken, wie Wogen des Meers, wie der Ocean drängte,
835
Als er von drei Welten Dich, fernes Amerika, losriß,
836
Ja, sie ist es, die ich, sobald ich Satan entfernet
837
Oder, besiegend den Gott, mich vor Allen habe verherrlicht,
838
Die ich dann, als Schöpfer des Bösen, allein beherrsche!
839
Aber warum nur sie? Warum nicht auch jene Gestirne,
840
Die, zu lange schon selig, um mich durch die Himmel dahergehn?
841
Ja, auch dort soll der Tod, von einem Gestirn zu dem andern,
842
Bis an die Grenze des Himmels – es schau' der Ewige – tödten!
843
Dann würg' ich die Erschaffenen Gottes, wie Satan, nicht einzeln,
844
Nein, zu ganzen Geschlechten! Die legen vor mir in den Staub sich
845
Nieder, krümmen vor mir sich entstaltet, winden sich, sterben!
846
Dann will ich hier oder dort oder da triumphirend und einsam
847
Sitzen! mich hoch umsehn! Die Du nun Deinen Geschöpfen
848
Wurdest durch mich zum Grabe, Natur, auf Deine Verwesten
849
Will, in Dein tiefes unendliches Grab, ich lachend hinabsehn!
850
Und gefällt es dem Ewigen dann, in dem Grabe der Welten
851
Neue Geschöpfe zu baun, daß ich sie von Neuem verderbe;
852
Auch die will ich mit eben der List, mit eben der Kühnheit,
853
Wieder, von einem Gestirn zu dem andern, verführen und tödten!
854
Adramelech, das bist Du! Geläng' es Dir endlich doch, endlich,
855
Daß Du auch erfändest der Geister Sterben, daß Satan,
856
Ha! verginge durch Dich, durch Dich zerflöss' in ein Unding!
857
Unter ihm vollbring' Du kein Werk, das Deiner nur werth ist!
858
Mächtiger Geist, der Du Adramelech beseelest, erschaffe!
859
Tödte die Geister, ich fluche Dir, tödte sie oder vergehe!
860
Ja, vergeh, sei lieber nicht mehr, eh Du lebst und nicht herrschest!
861
Ja, ich will gehn, gehn will ich und alle meine Gedanken,
862
Sie wie Götter versammeln, erfinden sollen sie! tödten!
863
Jetzt ist die Zeit, worauf ich seit Ewigkeiten schon dachte,
864
Das zu vollenden; ja, jetzt, da Gott von Neuem erwacht ist
865
Und, wenn sich Satan nicht täuscht, uns einen Menschenerlöser,
866
Unser erobertes Reich sich zu unterwerfen, herabschickt.
867
Aber er täusche sich nicht! Der Mensch sei der größte Prophete
868
Von den Propheten allen seit Adam, er sei ein Messias;
869
Seine Besiegung soll doch vor der ganzen Geisterversammlung
870
Mich, zu besteigen der Hölle Thron, zu dem Würdigsten machen!
871
Oder, was ich vielmehr von meiner Gottheit erwarte,
872
Was Du vielmehr, unsterblicher Adramelech, vollendest,
873
Wenn ich Satan vor ihm verderbe, der mächtigen That dann
874
Meiner Knechtschaft Ende verdanke; sei Jener der Erstling
875
Meiner Besiegten, durch den als der Götter Obermonarch ich
876
Schimmre! Satan, wie schwer wird es Dir, den Leib des Messias
877
Nur zu erwürgen! Erwürg' ihn denn! Ja, die kleinen Geschäfte
878
Lass' ich Dir, eh Du vergehst; ich aber tödte die Seele!
879
Die vernicht' ich; des Sterblichen Staub zerstreue Du mühsam!«
880
Also verlor sich sein Geist, empört vom wünschenden Herzen,
881
In den schwarzen Entwurf. Gott, der das Kommende schaute,
882
Hört' ihn und schwieg. Voll ermüdendes Tiefsinns blieb Adramelech
883
Unvermerkt auf einem Gewölk, das unter ihm Nacht ward,
884
Starr, mit glühender Stirn, die der Grimm durchfaltete, stehen.
885
Doch das Getös der wandelnden Erde, die jetzt mit der Nacht kam,
886
Weckte den wilden Empörer aus seinen schwarzen Gedanken,
887
Und er wandte sich wieder zu Satan. Sie gingen und stürmten
888
Gegen den Oelberg, dort den Versöhner mit den Vertrauten
889
Aufzusuchen. So stürzen sich rollende, tödtende Wagen
890
Nieder ins Thal, dem ruhigen Führer des Feindes entgegen.
891
Jetzo sendeten sie von himmelnahen Gebirgen
892
Eherne Krieger; sie rauschen mit eisernem, dumpfen Getöse
893
Ueber den Fels, und es kracht, und es donnert und tödtet von ferne.
894
Also kam Adramelech herab, und Satan zum Oelberg.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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