An der Höhe, wo der Quell der Barden in das Tal

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Friedrich Gottlieb Klopstock: An der Höhe, wo der Quell der Barden in das Tal Titel entspricht 1. Vers(1763)

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An der Höhe, wo der Quell der Barden in das Tal
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Sein fliegendes Getöne, mit Silber bewölkt,
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Stürzet, da erblickt' ich, zeug' es, Hain!
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Die Göttin! sie kam zu dem Sterblichen herab!

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Und mit Hoheit in der Miene stand sie! und ich sah
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Die Geister um sie her, die, den Liedern entlockt,
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Täuschen, ihr Gebild. Die Wurdi's Dolch
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Unschuldige traf, die begleiteten sie fern,

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Wie in Dämmrung; und die Skulda's mächtigerer Stab
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Errettete, die schwebten umher in Triumph,
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Schimmernd, um die Göttin, hatten stolz
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Mit Laube der Eiche die Schläfe sich bekränzt!

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Den Gedanken, die Empfindung, treffend, und mit Kraft,
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Mit Wendungen der Kühnheit, zu sagen! das ist,
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Sprache des Thuiskon, Göttin, dir,
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Wie unseren Helden Eroberung, ein Spiel!

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O Begeistrung! Sie erhebt sich! Feurigeren Blicks
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Ergießet sich ihr Auge, die Seel' in der Glut!
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Ströme! denn du schonest des umsonst,
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Der, leer des Gefühls, den Gedanken nicht erreicht!

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Wie sie herschwebt an des Quells Fall! Mächtiges Getön,
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Wie Rauschen in den Nächten des Walds ist ihr Schwung!
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Draußen im Gefilde braust der Sturm!
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Gern höret der Wandrer das Rauschen in dem Wald!

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Wie sie schwebet an der Quelle! Sanfteres Getön,
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Wie Wehen in dem tieferen Wald ist ihr Schwung.
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Draußen im Gefilde braust der Sturm!
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Gern höret im Walde der Wanderer das Wehn.

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So erscholl mir's von der Telyn Saite, wie im Flug.
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Mich dauchte, daß die Göttin mit Lächeln auf mich
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Blickte: da durchströmt' es all mein Blut
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Mit Feuer, und Röte, wie jugendlicher Tanz,

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In dem Frühlinge getanzt glühte mir herauf
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Die Wange! Ihr Begleiter! ihr Geister! so rief
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Eiliger ich aus, ihr saht den Blick
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Der Göttin, sie lächelt! Ihr Genien, ihr sahts!

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O des Zaubers, den sie jetzo zaubert! Er gebeut;
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Die Geister der Gesänge gesungen durch mich
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Kommen, ihr Gebild, und haben stolz
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Mit heiligem Laube die Schläfe sich bekränzt,

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Mit dem jüngsten aus den Hainen! Hebe doch der Dolch
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Der Norne sich! Er fehlt sie! Die Göttin hat sie
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Schirmend, auf der Bahn des schweren Gangs
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Des kühnen, hinauf zu Unsterblichkeit geführt!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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