Verhängnisse

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Verhängnisse (1747)

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Königen gab der Olympier Stolz, und sklavischen Pöbel
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Um den gefürchteten Thron:
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Weisheit gab er den Königen nicht; sonst hielten sie Menschen
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Nicht für würgbares Vieh.
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Philosophen gab er den Traum, da Wahrheit zu suchen,
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Wo sie zu finden nicht ist:
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Priestern den Wahn, die göttlichste Wahrheit durch alles zu lehren,
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Nur durch Tugenden nicht.
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Alles dies gab er im Zorn. Sehr wenig Könige weihen
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Ihr erhabenes Amt
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Durch ein Gott nachahmendes Wohltun, das über die Menschheit
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Sterbliche Menschen erhöht.
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Wenig Philosophen erreichen die nähere Weisheit,
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Die Glückseligkeit ist.
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Selten wandeln Priester dem nach, der lebend sie lehrte,
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Und viel weniger sprach.
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Tugend gab er nicht Menschen, die gab er Engeln. Ihr Bildnis
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Ließ er den Sterblichen nur.
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Mir gab er die singende Leier, und redliche Freunde.
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Wollt ich, was größer noch ist,
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Wollt ich der Himmlischen Glück, die selige Liebe noch bitten,
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O so bät ich zu viel!
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O so bät ich auch Tugend! Die gab er Engeln! Ihr Bildnis
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Ließ er den Sterblichen nur.
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Ist die Leier der Weisheit nicht heilig, und singet sie jemals
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Was Geringers als sie;
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Lieb ich die Freunde nicht treu, die so voll Freundschaft mich lieben,
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O so sind mir von ihm,
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Alles was er mir gab, auch die unvergeltbarsten Gaben,
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Auch im Zorne verliehn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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