Es tagt nicht! Kein Laut schallt! Wer entschlöss sich schnell hier? wen erschreckte nicht

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Es tagt nicht! Kein Laut schallt! Wer entschlöss sich schnell hier? wen erschreckte nicht Titel entspricht 1. Vers(1783)

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Es tagt nicht! Kein Laut schallt! Wer entschlöss sich schnell hier? wen erschreckte nicht
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Das Graunvolle der Wahl?
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Doch sie sey dein Schicksal; du erköhrst doch Blindheit? Des Gehörs Verlust
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Vereinsamt, und du lebst
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Mit den Menschen nicht mehr. Wenn du also kein Gott bist: so wählst du recht,
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Willst blind seyn, und entfliehst
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Den nur Sterblichen nicht. »Sehr ernst ist der Gedanke von dieser Wahl,
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Versenkt tief mich in Schmerz,
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In zu trübes Gefühl! Doch was Wahl? Es umringt schon den ahndenden,
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Schon wehdroht mir die Nacht!«
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Das Licht schwand: doch entbehrst du das freundliche Wort des Geliebten nicht;
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Nicht Stromfall, noch den Schlag
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Der geflüchteten Wolke, die donnernd sich wälzt, dass die Hütte bebt,
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(ein Graun Zagenden nur)
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Und lautwirbelnd Sturmwind' an Felsenklüften herbrausen! nicht Waldgeräusch
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Von Mayluft, die dich labt;
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Noch das frohe Gesing am verhohlnen Nestbau; nicht den süssen Reiz
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Der Tonkunst; und gewann
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Die Dichtkunst dein Herz auch, nicht den Reihen, in welchem sie schwebt, nachdem
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Der Inhalt ihr gebeut:
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Entbehrst nicht die Bezaubrung, wenn beydo, darreichend die Schwesterband,
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Durch Eintracht sich erhöhn,
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Und gelehriges Ohres, entzückt, die Drommet' und das Horn vernimt
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Der Nachhall im Gebirg.
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Wer taub dann ihn gewahrt in der Freude, den Blinden, der trübt den Blick
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Vor Mitleid mit sich selbst.
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Und du möchtest das Wundergebäude, worin die geregte Luft
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Zum Laut wird, den du liebst,
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Wie gesunken dir denken, zerstöret, dass nun sich ihr Wallen dir
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Umsonst naht, und wie stumm
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Dir zerfliesst; ah zerstört Gehörgang, die erklingende Grotte, drin
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Den Ambos, und von ihr
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Zu dem Munde den Weg, und an ihrem Gewölbe die Fäserchen,
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Sie Aufhalt des Getöns,
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Dass es sanft sich verliere; die feineren Saiten, sie sind gestimt
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Dem Anwehn, das sie rührt;
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(wie Windemen nicht allen gestimt) den Vorsaal, wo es netzend rint,
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Emporwallt, wie der Quell;
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Die gebogenen Röhren, der Schnecke Gewinde, die Scheidewand,
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Das ganze Labirinth?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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