Ferner Gestade, die Woge schnell

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Ferner Gestade, die Woge schnell Titel entspricht 1. Vers(1783)

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Ferner Gestade, die Woge schnell,
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Dem Blicke gehellt bis zum Kiesel ist,
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Das Gebüsch blinket er durch, oder wallt
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In die Luft, hohes Gewölk duftend, der Strom;

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Wirbelchen drehn mit ihm fort. So strömt
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Die Sprache, die, Hermann, dein Ursohn spricht.
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(o auch du glichest dem Strom, Mann des Volks,
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Da dir Roms steigender Damm lockert', und brach!)

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Tieferen Quellen entströmet sie.
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Erst wenige Zeit, da der eine Quell
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Noch in Sand floss, sich verlor. Säumend jetzt,
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Und mit Eil hallte der jetzt aus dem Geklüft;

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Aber er rann in den Kies. Nun kam
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Der Glücklichen Einer, und leitet' ihn
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In den Strom. Schatten umher pflanzt man schon
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An der Kluft; weilen da schon Wanderer gern,

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Stehen, und sinnen: »Versiegt vielleicht
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Ein ähnlicher Quell in dem Sand' auch uns?
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Und gebricht Leitung ihm nur?« Doch verweht
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Wird ihr Wunsch; Doppelgekling bleibt ihr Gesang,

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Sage verbreitet, es schweb' umher,
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Wie Griechengestalten, bey Nacht am Quell;
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Und behorcht werde sein Fall, werd' es, wenn
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Der Erguss tönet Verein, Gegenklang rauscht.

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Der ist geheimere Kunst, der trift's
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Zur Weise, wie Orpheus der Zelt' es traf.
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Dem Verein komt nur der Wald: aber tönt
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Genoss auch in das Lied; wandelt der Hain.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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