Nun von ihr denn so gar gellt der zerplauderte

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Nun von ihr denn so gar gellt der zerplauderte Titel entspricht 1. Vers(1783)

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Nun von ihr denn so gar gellt der zerplauderte
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Mund des entscheidenden Manns!
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Keiner schweigt ihn: und doch sieht er den Schatten nicht
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Von der Unsterblichen, hat
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Selbst nicht Träume von ihm, diese verirrtesten
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Aller Gedanken, die sind.
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Flöh der betäubende doch endlich zum Sessel, wo
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Geist gelehrt wird, auf ihn
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Lehrlinge harren, dann stumm seiner Beredtsamkeit
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Horchen, und durstiges Ohrs.
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O wie glüheten wir, sie, die sich jetzt entwölkt,
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Jene Zinne zu sehn!
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Denn dort ist es, o dort, wo sich der Tempel wölbt,
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Sich die Göttin uns zeigt.
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Eilt, er keuchet uns nach, auf! den gewundnen Pfad,
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Welcher steiler empor
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Mit dem Felsen sich hebt, dass des beäugenden
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Blicke wir endlich entfliehn!
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Sehet, der lebende Quell, so zur Betrachtung stärkt;
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Dran der Schweigenden Blatt.
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Schweigen freuet, entflamt, reitzet der Schwierigkeit
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Kühn entgegen zu gehn.
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Unten dorrte diess Laub, sänke; hier oben grünts,
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Festigt den stolzen Entschluss!
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Unten ist Sage nur noch, fabelt es um: man nimt
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Dort kein Blatt vor den Mund.
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Auf! schon tönet ihr Schritt, naht die Vortreflichkeit
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In der Halle! Musik
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Ist der kommenden Gang, jede der Wendungen
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Welche sie schwebt, Harmonie!
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Jene Blum' in dem Kranz bracht' ihr Mäonides;
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Und sie nahm sie von ihm:
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Jene Leibniz; (gewelkt lag es um sie herum)
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Und sie nahm sie von ihm.
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Freude! nun wendet sie sich gegen uns, steht, und gönnt
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Sich der liebenden Blick,
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Sich der Betrachtung! Auch ruhn ihre begeisterten
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Ideale vom Tanz.
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»unser Auge war licht, sah zu der Göttin auf!
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Wenig Weile, da war
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Sie verschwunden: Uns blieb, als sie verschwunden war,
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Unvergesslich ihr Bild,
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Höherer Schöne Gefühl, Durst ihr zu ähnlichen,
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Und ach Schwermuth zurück!«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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