Zween gute Geister hatten Mäonides

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Zween gute Geister hatten Mäonides Titel entspricht 1. Vers(1782)

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Zween gute Geister hatten Mäonides
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Und Maro's Sprachen, Wohlklang und Silbenmass.
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Die Dichter wallten, in der Obhut
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Sichrer, den Weg bis zu uns herunter.

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Die spätern Sprachen haben des Klangs noch wohl;
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Doch auch des Silbenmasses? Statt dessen ist
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In sie ein böser Geist, mit plumpen
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Wörtergepolter, der Reim, gefahren.

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Red' ist der Wohlklang, Rede das Silbenmass;
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Allein des Reimes schmetternder Trommelschlag
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Was der? was sagt uns sein Gewirbel,
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Lermend und lermend mit Gleichgetöne?

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Dank unsern Dichtern! Da sich des Kritlers Ohr,
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Fern von des Urtheils Stolze, verhörete;
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Verliessen sie mich nicht, und sangen
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Ohne den Lerm, und im Ton des Griechen.

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So weit wie Maro kam und Mäonides
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Mit Liedestanze, kämen mit ihrem Reim
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Die Neuern? unter seinem Schutze
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Sichrer im Gange, da ganz hinunter?

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Dank euch noch Einmal, Dichter! Die Sprache war
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Durch unsern Jambus halb in die Acht erklärt,
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Im Bann der Leidenschaften Ausdruck,
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Welcher dahin mit dem Rithmus strömet.

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Wenn mir der Ruf nicht fabelt; verschmähet selbst
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Der Töne Land diess Neue: und dennoch ist
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Die Sprache dort die muttergleichste
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Unter den Töchtern der Romanide.

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Weil denn in dieser Höhe die Traub' euch hängt;
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So hab' ich Freundes Mitleid mit euch, dass sie
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So gar es nicht vermag, die schönste
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Unter den Töchtern der Romanide.

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Die Sprächen alle stutzen, Begeistrung, oft,
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Gebeutst du, tönen soll es, wovon du glühst!
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Soll dir von allen deinen Flammen
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Keine bewölkender Dampf verhüllen!

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Beklagt den Dichter, wenn es der seinen jetzt
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Gar an der Nothdurft Scherfe gebricht, ihr jetzt,
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Wo sich dem Geist das Wort nicht nachschwingt,
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Nicht die Bewegung die Schwesterhand beut:

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Wenn er in ihr Anlage zum Silbenmass
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Ausforscht, und gleichwohl schüchtern diess Gold nicht gräbt;
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Fühlt, wie des Liedes Ernst der Reime
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Spiele belachen, und doch sie mitspielt.

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Des Guten mangelt viel ihm; des Schlimmen hat
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Er viel. Und jetzo komt die Begeisterung,
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Gebeut! Schnell blutet sie vom Dolch des
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Stamlers! ihr Auge verlischt, sie sinket!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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