Fürstenlob

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Fürstenlob (1775)

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Dank dir, mein Geist, dass du seit deiner Reife Beginn,
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Beschlossest, bey dem Beschluss verhartest:
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Nie durch höfisches Lob zu entweihn
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Die heilige Dichtkunst,

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Durch das Lob lüstender Schwelger, oder eingewebter
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Fliegen, Eroberer, Tyrannen ohne Schwert,
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Nicht grübelnder, handelnder Gottesleugner,
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Halbmenschen, die sich, in vollem dummen Ernst, für höhere

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Wesen halten als uns. Nicht alte Dichtersitte,
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Nicht Schimmer, der Licht log,
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Freunde nicht, die geblendet bewunderten,
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Vermochten deinen Entschluss zu erschüttern.

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Denn du, ein biegsamer Frühlingsspross
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Bey kleineren Dingen,
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Bist, wenn es grössere gilt,
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Eiche, die dem Orkane steht.

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Und deckte gebildeter Marmor euch das Grab;
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Schandsäul' ist der Marmor: wenn euer Gesang
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Kakerlakken, oder Orangutane
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Zu Göttern verschuf.

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Ruhe nicht sanft, Gebein der Vergötterer! Sie sinds,
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Sie habens gemacht, dass nun die Geschichte nur
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Denkmaal ist; die Dichtkunst
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Nicht Denkmaal ist!

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Gemacht, dass ich mit zitternder Hand
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Die Saite von Daniens Friederich rührte;
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Sie werde von Badens Friederich rühren,
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Mit zitternder Hand.

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Denn o wo ist der sorgsame Wahrheitsforscher,
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Der geht, und die Zeugen verhört? Geh hin, noch leben die Zeugen,
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Und halte Verhör, und zeih, wenn du kanst,
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Auch mich der Entweihung!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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