An der Höhe, wo der Quell der Barden in das Thal

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Friedrich Gottlieb Klopstock: An der Höhe, wo der Quell der Barden in das Thal Titel entspricht 1. Vers(1773)

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An der Höhe, wo der Quell der Barden in das Thal
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Sein fliegendes Getöne, mit Silber bewölkt,
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Stürzet, da erblickt' ich, Göttin, dich
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Noch Einmal, du kamst zu dem Sterblichen herab!

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Und mit Hoheit in der Mine stand sie, und ich sah
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Die Geister um sie her, die, den Liedern entlockt,
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Täuschen, ihr Gebild. Die Wurdi's Dolch
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Unschuldige traf, die begleiteten sie fern,

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Wie in Dämrung; und die Skulda's mächtigerer Stab
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Errettete, die schwebten umher in Triumph,
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Schimmernd, um die Göttin, hatten stolz
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Mit Laube der Eiche die Schläfe sich bekränzt.

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Den Gedanken, die Empfindung treffend und mit Kraft,
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Mit Wendungen der Kühnheit zu sagen! das ist,
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Sprache des Thuiskon, Göttin, dir,
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Wie unseren Helden Eroberung, ein Spiel.

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O Begeistrung! sie erhebt sich, feurigeres Blicks
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Ergiesset sich ihr Auge, die Seel' in der Glut!
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Ströme! denn du schonest dess umsonst,
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Der, leer des Gefühls, den Gedanken nicht erreicht!

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Wie sie herschwebt an des Quells Fall! mächtiges Getön,
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Wie Rauschen im Beginne des Walds ist ihr Schwung!
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Draussen um die Felsen braust der Sturm;
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Gern höret der Wandrer das Rauschen in dem Wald.

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Wie sie schwebet an der Quelle! sanfteres Getön.
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Wie Wehen in dem tieferen Wald' ist ihr Schwung.
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Draussen um die Felsen braust der Sturm!
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Gern höret im Walde der Wanderer das Wehn.

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Die der Fremdling nicht entweiht, (Teutonien erlag
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Nur Siegen unerobert!) o freyere, dich
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Wagte der geschreckten Fessel nicht
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Zu fesseln? Die Adler entflogen, und du bliebst,

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Die du warest! An dem Rhodan klirret sie noch laut
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Die Kette des Eroberers! laut am Ibeer!
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Also, o Britanne, schallt dir noch
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Der Angel und Sachse mit herschendem Geklirr!

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So bezwang nicht an des Rheins Strom Romulus Geschlecht!
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Entscheidungen Vergeltungen sprachen wir aus,
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Rache, mit des Deutschen Schwert, und Wort!
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Die Kette verstumte mit Varus in dem Blut!

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Die dich damals mit erhielten, Sprache, da im Forst
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Der Weser die Erobererkette versank,
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Schweigend in der Legionen Blut
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Versank, sie verhüllt die Vergessenheit mit Nacht!

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Ah die Geister der Bardiete, welche sie zur Schlacht
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Ertöneten dem zürnenden Vaterlandsheer,
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Folgen mit der Todeswunde dir!
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Ha Norne, dein Dolch! Wirst auch diesen, so sie klagt

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Die vertilgten, du vertilgen? Bilder des Gesangs!
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Ihr Geister! ich beschwör' euch, ihr Genien! lehrt
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Führet mich den steilen kühnen Gang
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Des Haines, die Bahn der Unsterblichkeit hinauf!

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So erscholl's mir von der Telyn wieder in dem Hain.
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Mir dauchte, dass Teutona mit Lächeln auf mich
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Blickte: da durchströmt' es all mein Blut
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Mit Feuer, und Röthe, wie jugendlichem Tanz

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In dem Frühlinge getanzt glüht, flamte mir herauf
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Die Wange! Ihr Begleiter! ihr Geister! so rief
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Eiliger ich aus, ihr saht den Blick
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Der Göttin, sie lächelte! Genien, ihr saht's!

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O des Zaubers, den sie scheidend zauberte! Sie rief,
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Und Geister der Gesänge gesungen durch mich
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Kamen, ihr Gebild, und hatten stolz
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Mit heiligem Laube die Schläfe sich bekränzt,

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Mit dem jüngsten aus dem Haine. Hebe denn, o Dolch
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Der Norne, dich, du fehlst sie! die Göttin hat sie
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Schirmend, auf der Bahn des steilen Gangs,
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Des kühnen, hinauf zur Unsterblichkeit geführt!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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