Still auf dem Blatt ruhte das Lied, noch erschrocken

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Still auf dem Blatt ruhte das Lied, noch erschrocken Titel entspricht 1. Vers(1767)

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Still auf dem Blatt ruhte das Lied, noch erschrocken
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Vor dem Getös des Rhapsoden, der es herlas,
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Unbekant mit der sanftern Stimme
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Laut', und dem volleren Ton.

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Da, wo er schrie, lag ein Homer. Auf den Dreyfuss
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Setzt' ihn sein Wahn, und verbarg ihm, dass ihm stutzte,
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Stand der Strom des Gesangs, des Dichters
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Genius zornig entfloh.

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Aber o lern, Sängerin selbst, von Teonens
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Zaubernden Kunst, wenn dem Inhalt sie wie Wachs schmilzt,
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Und der Seele des Liedes gleiche,
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Schöne Gespielinnen wählt.

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Hörst du, wie sie an der Gewalt des Rhapsoden
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Rächet das Lied! wie dem Ohre sie es bildet!
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Sind nicht, Sängerin, dieser Töne
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Wendungen auch Melodie?

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Ja Melodie innig vertraut mit des Herzens
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Feinstem Gefühl! nicht die Haltung, wie die Flöte
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Tönet, oder wie deine Stimme
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Über die Flöte sich hebt.

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Sage, warum bebst du? was stürzt dir die Thräne
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Eilend herab? was besänftigt nun dein Herz dir?
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Thats Teone nicht auch? und rührt dich
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Etwa der Dichter allein?

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Höre, für sie dichtet' er! hör', auch die kleinste
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Kunst des Gesangs ist Teonen nicht verborgen!
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Folg ihr, wie in des stolzen Rythmus
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Tanz sie mit Leichtigkeit schwebt!

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Pflanze für sie Blumen im Hain an dem Bache,
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Nossa, dass ich, wenn mit Einklang sie vielleicht einst
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Meiner Lieder Gefühl begleitet,
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Kränze Teonen ihr Haar!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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