Säumst du noch immer an der Waldung auf dem Heerd', und schläfst

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Friedrich Gottlieb Klopstock: Säumst du noch immer an der Waldung auf dem Heerd', und schläfst Titel entspricht 1. Vers(1766)

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Säumst du noch immer an der Waldung auf dem Heerd', und schläfst
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Scheinbar denkend ein? Wecket dich der silberne Reif
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Des Decembers, o du Zärtling! nicht auf?
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Noch die Gestirne des krystallnen Sees?

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Lachend erblick' ich dich am Feuer, in des Wolfes Pelz,
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Blutig noch vom Pfeil, welcher dem entscheidenden Blick,
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In die Seite des Eroberers schnell
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Folgte, dass nieder in den Strauch er sank.

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Auf denn, erwache! Der December hat noch nie so schön,
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Nie so sanft, wie heut, über dem Gefilde gestrahlt!
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Und die Blume von dem nächtlichen Frost
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Blühte noch niemals, wenn es tagte, so!

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Neide mich! schon, von dem Gefühle der Gesundheit froh,
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Hab' ich, weit hinab, weiss an dem Gestade gemacht
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Den bedeckenden Krystall, und geschwebt
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Eilend, als sänge der Bardiet den Tanz.

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Unter dem flüchtigeren Fusse, vom geschärften Stahl
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Leicht getragen, scholl schnelleres Getöne der Bahn!
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Auf den Moosen in dem grünlichen See,
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Floh mit vorüber, wie ich floh, mein Bild.

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Aber nun wandelt' an dem Himmel der erhabne Mond
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Wolkenlos herauf, nahte die Begeistrung mit ihm,
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O wie trunken von den Mimer! Ich sah
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Fern in den Schatten an dem Dichterhain

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Braga! Es tönet' an der Schulter ihm kein Köcher nicht,
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Aber unterm Fuss tönete, wie Silber, der Stahl,
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Da gewandt er aus der Nacht in den Glanz
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Schwebt', und nur leise den Krystall betrat.

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Sing, es umkränzete die Schläfen ihm der Eiche Laub!
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Sings, o Bardenlied, schimmernder bereifet war ihm
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Der beschattende glasorische Kranz!
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Golden sein Haar, und wie der Kranz bereift!

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Feurig beseelet er die Saiten, und der Felsen lernts,
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Denn die Telyn scholl! Tapfere belohnte sein Lied,
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Und den Weisen! von den Ehren Walhalls
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Rauscht' es in freudigerem Strophengang.

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Ha, wie sie blutet', und den Adler aus der Wolke rief
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Meine Lanze! Sangs, schwebete vorüber den Tanz
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Des Bardiets wie in Orkanen, itzt schnell,
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Langsamer jetzo mit gehaltnem Schwung.

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Schlaget, ihr Adler, mit den Fittigen, und komt zum Mahl!
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Trinket warmes Blut! Schwebete den Tanz des Bardiets
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In dem schimmernden Gedüfte! So schön
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Schwang sich Apollo Patareus nicht her!

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Leichtere Spiele der Bewegungen begann er jetzt',
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Leichtern Bardenton: Lehre, was ich singe, den Hain!
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An dem Hebrus, wie der Grieche das träumt,
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Über der Woge von Krystall erfand

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Diese Beflüglungen des Stahles, so den Sturm ereilt,
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Thrazens Orpheus nicht! eilete damit auf dem Strom
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Zu Euridize nicht, hin! des Walhalls
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Sänger, umdränget von Enherion,

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Ioh, der Begeisterer des Barden und des Skalden, ich,
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Tön' es, Telyn, laut! hör' es du am Hebrus! erfand,
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Vor der Lanze, und dem Sturme vorbey
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Siegend zu schweben! Und den schönen Sohn

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Siphia's lehrt' ich es! Wie blinken ihm sein Fuss und Pfeil!
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Lehrts Tialf, dem nie einer in dem Laufe voran,
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Wie des Zaubernden beseeltes Gebild,
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Tönte! Da röthete der Zorn Tialf!

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Lehrt' es den tapfersten der Könige des hohen Nord;
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Dennoch floh vor ihm Russiens Elissif! Hätt' ihn
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Denn geflohen der Unsterblichen Stolz,
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Nossa denn, Thörin? Er entschwebt, sein Kranz

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Rauscht wie von Westen, und es wehet ihm sein goldnes Haar!
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Seiner Ferse Klang fernte sich hinab am Gebirg,
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Bis er endlich in der Düfte Gewölk
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Unter dem Hange des Gebirgs verschwand.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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